Wie darf man an Karfreitag feiern?

Annika Schall: Heidenspaß an Karfreitag darf sein; München 11. April

Kreuze müssen aus Rücksicht auf Andersdenkende aus Schulzimmern verschwinden, Kirchenglocken verstummen in Ehrfurcht vor empfindlichen Nerven geplagter Nachbarn und Karfreitag wird zum „Feier“-Tag. Es ist schließlich unzumutbare Grausamkeit, zuckenden Tanzbeinen für diese Nacht Fesseln anzulegen. Ein frohes Osterfest!

 Friederike Karsten München

Nachdem die Leserschaft des Münchner Merkur seit Jahren über die atheistische Weltanschauung der Frau Tammelleo informiert wurde, darf sie sich nun mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes für Geistesfreiheit über den triumphalen Erfolg im Kampf für die Aufhebung des Tanzverbotes am Karfreitag freuen. Es erscheint mir jedoch fraglich, ob das erreichte Ziel die grenzenlose Intoleranz gegenüber der Masse Andersdenkender aufwiegt. 

Hella Lippeck Geretsried

Herzlich willkommen bei den „Geistesfreien“! Wer bei der großen Tanz-Schlemmer- und Kino-Feier am Karfreitag mitmachen will, sollte sich beim Bund für Geistesfreiheit (BfG) zwecks Platzreservierung anmelden. Sicherer wäre es, der Vereinigung beizutreten. Bedingung: Der Bewerber sollte aufwieglerische Anlagen haben und Freund von Provokationen sein; er muss sämtliche Reste von Anstand bereits abgelegt haben.

 Hermine Kaiser Bad Wiessee

Als aktiver Christ teile ich ein Gedicht, in dem es heißt: Am Kreuz kommt keiner vorbei – auch nicht die Atheisten! Wenn eine Tragödie daherkommt, wird gebrüllt: Wie kann Gott das zulassen? So bin ich auch für eine klare Linie: keine Taufe, keine Heirat und kein Begräbnis. Wenn es darauf ankommt, wollen sie wieder die Tradition, weil’s so der Brauch ist. Sollten Kinder darauf bestehen, zur Kommunion zu gehen, weil es die anderen auch machen – da gibt ist ja Cash (ist ja heute wichtiger als den Leib Christi zu empfangen). Ich sage Nein und erhoffe mir ein starkes Rückgrat von unseren Geistlichen. Würde mich freuen, wenn sie meine Meinung abdrucken, da es die Wahrheit ist, wenn sie auch ab und an unangenehm ist. 

Helene Würz Berganger 

Natürlich dürfen wir uns nicht von Religionen respektive Religionsvertretern auf der Nase herumtanzen lassen. Aber muss denn unbedingt ein Party am Karfreitag sein? Das ist pure Provokation um der Provokation willen. Das verbessert nichts, sondern schürt nur Emotionen. Genauso wie der Schweinekopf vor einer Moschee. Ein offensiver Dialog über Gefahrenpotenziale in Religionen wäre wünschenswert, auch von atheistischer Seite. Aber da müsste man ja miteinander reden, das ist wohl zu unangenehm. 

Hermann Diehl München

Da fragt man sich ernsthaft, ob dies unsere so hochgelobte christlich-abendländische Leitkultur ist. Das haben uns die Moslems voraus: Auch die nicht so strenggläubigen halten die islamischen Feiertage ein. 

Walter Amann Aufkirchen

Beauftragt man Künstler, Werke zu gestalten zum Thema „Menschliches Leid und menschliche Grausamkeit“ wird unweigerlich in diesen Werken auch das Kreuz auftauchen. Denn das Kreuz ist nicht nur Zeichen der Christen, sondern in unserem Kulturkreis das Symbol für menschliches Leid verursacht durch von Menschen verursachte Grausamkeiten. Und davon besteht auch heute leider kein Mangel. Wir Christen suchen am Karfreitag Trost in der Botschaft, dass Gott dieses ganze Leid zwar nicht verhindert (Warum er es nicht verhindert, wissen wir auch nicht.), aber es in Jesus Christus mit uns teilt, solidarisch und uns damit auch zur Solidarität mit allen Leidenden verpflichtet. Diesen Glauben kann natürlich nicht jeder teilen. Was aber jeder könnte, wäre wenigstens einmal im Jahr mitzutrauern und den Gefolterten dieser Erde Respekt zollen durch Verzicht auf Heiden- oder sonstige Späße und Lustigkeiten. 

Josef Silbermann München

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