Im Geist wirklich frei?

Annika Schall: Heidenspaß an Karfreitag darf sein; München 11. April

Wenn Frau Tammelleo, die stellvertretende Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit (BfG), behauptet, „uns geht es ja gar nicht ums kommerzielle Krachmachen“, ist das für mich die einzige glaubwürdige Aussage. Alles andere sind vorgeschobene Phrasen, hinter denen das eigentliche Ziel des BfG versteckt wird; wie ich auch bei diesem Bund wenig Freiheit des Geistes beobachten kann (er meldet sich ja häufig genug über den Rundfunk zu Wort), vielmehr steckt er tief in den Ideen der Französischen Revolution, ist vom Hass auf das Christentum erfüllt und bekämpft es mit allen Mitteln. Für eine Heidenspaßparty gibt es genug andere Tage im Jahr; nein, aber um sie ausgerechnet am Karfreitag anzusetzen, kämpft man 10 Jahre darum und freut sich voller Genugtuung über diese Ausnahmegenehmigung. Ein im Geist wirklich Freier (nicht jedoch ein Freigeist) müsste tolerant sein und erhaben über derlei Begehren stehen. Ich halte die einschlägigen Gesetze durchaus für notwendig, habe jedoch das Gefühl, dass deren Beachtung eher einseitig auf die Lokale ausgerichtet wird und zum Beispiel nicht auf den Bayerischen Rundfunk, wo man es für angemessen hält, am Karfreitag um 12 Uhr die zwar interessante Sendung über die Dressur eines Rettungshundes zu bringen, die jedoch der Ruhe und Besinnung genauso wenig dient wie die übliche Dudelei und  keineswegs dem Auftrag eines (aus Zwangsmitteln finanzierten-) öffentlichen Unternehmens gerecht wird; denn der restliche Äther ist auch an den ruhigen Tagen voll des stampfenden „Sounds“. Unter den Hörern gibt es einen erheblichen Teil, der sich wenigstens an Feiertagen ein über das übliche Seichtum erhobenes Programm wünscht; das hat z.B. das „Tagesgespräch“ am Gründonnerstag gezeigt, wobei es um das Fasten ging, das zwar über die Religionslehren angefordert wird, doch allen Menschen helfen kann, in ihrer allgemeinen seelisch-geistigen Entwicklung fortzuschreiten.

 Wendelin Rasenberger Eichenau

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