Frühkindbetreuung gescheitert

Caroline Wörmann: Was in München 2017 vorangeht; München 29. Dezember

2017 entstehen in München 4200 Kindergarten und Krippenplätze. Was sich gerade in puncto Frühkindbetreuung positiv anhört, ist es aber in Wirklichkeit nicht: Am 14. Dezember war in B5 zu hören, dass es in Deutschland immer mehr Kinder mit Sprachstörungen gebe. Der Beitrag führt das darauf zurück, dass die Kleinkinder häufig bereits stundenlang vor dem Fernseher oder Smartphone sitzen. Ich halte diese Nachricht jedoch als Beleg dafür, dass das System Frühkindbetreuung gescheitert ist. In der Krippe haben die Kinder nicht jene feste Bezugsperson wie in der Familie. Bereits das berühmte Experiment von Kaiser Friedrich II. vor 800 Jahren bewies, dass Kinder ohne eindeutige Bezugsperson, mit denen nicht oder zu wenig geredet wird, auch keine Sprache entwickeln. Nicht umsonst nennen wir das ja Mutter-Sprache. Auch der bekannte Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann spricht in diesem Zusammenhang von allgemeinmenschlichem Wissen, das unsere Politiker und Wissenschaftler leider ignorieren. Es wäre nach dieser Meldung also endlich an der Zeit, das Scheitern der Frühkindbetreuung einzugestehen und das als „Herdprämie“ diskriminierte Elterngeld kräftig aufzustocken. Immerhin soll sich hierzulande das Gehalt an der Leistung und Verantwortung für die Gesellschaft orientieren und Eltern leisten durch die Erziehung ihrer Kinder zu tüchtigen Mitgliedern dieser Gesellschaft einen enorm wichtigen und nach wie vor böswillig unterschätzten Beitrag. 

Georg Glonner München

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