Unseren Werten verbunden

Felix Müller und Christine Ulrich: Gesetz würde Islamzentrum stoppen; München 14. April

Imam Idriz ist Initiator des „Münchner Forums für Islam“ (MFI, www.islam-muenchen.de) und hat vor einigen Jahren ein Grundstück an der Dachauer Straße gefunden. Imam Idriz ist Imam in Penzberg und ich schätze diese islamische Gemeinde seit vielen Jahren als äußerst angenehmen Partner im interreligiösen Dialog. Dort wird vorwiegend deutsch gesprochen, weil ihre Mitglieder aus vielen Ländern kommen. Der Imam ist vielsprachig. Das Miteinander mit den christlichen Gemeinden in Penzberg ist seit Jahren vorbildlich. Man ist offen im Gespräch, kennt sich und kann sich vertrauen. Der Einzugsbereich dieser Penzberger Gemeinde, die einen modernen Islam, basierend auf unseren europäischen Grundwerten und Normen (vergleiche das Buch „Grüß Gott Herr Imam“ von Imam Idriz) lebt, reicht im Süden bis nach Garmisch, im Osten bis nach Bad Tölz, im Westen bis nach Weilheim und im Norden bis nach München. Für das MFI sind bereits viele Spenden von Privatpersonen eingegangen. Allerdings müssen bis Ende Juni zirka 40 Millionen Euro zusammenkommen, um das Grundstück an der Dachauer Straße erwerben und den Bau des Forums finanzieren zu können. Dafür reichen kleinere Beträge bei Weitem nicht. Im Herbst 2015 wurde ein hochkarätiges Kuratorium mit Vertretern vier unterschiedlicher Religionen bzw. Konfessionen unter dem Vorsitz von Alt-Oberbürgermeister Christian Ude gegründet, das den dringenden Wunsch, dieses Forum zu verwirklichen, zeigt. Aus Saudi-Arabien gibt es einen Großsponsor, der sich für seine sehr geglückte medizinische Behandlung in München bedanken möchte. Er hat sich schriftlich von jeder religiösen oder politischen Einflussnahme distanziert. Im Moment ist es Saudi Arabien, das diese Geldzuwendung nach Deutschland verhindert. Nun droht auch durch den Vorstoß von CSU Generalsekretär Andreas Scheuer ein Gesetz, das die Finanzierung von Moscheen durch Geldzuwendungen aus dem Ausland verhindert. Eine Eigenfinanzierung ist unter den derzeit gegebenen politischen Voraussetzungen in Deutschland aber nicht gegeben (keine Steuergelder etc.). Der zeitliche Rahmen für die Reservierung dieses Grundstücks im Zentrum Münchens wurde immer wieder verlängert und läuft im Juni 2016 endgültig aus. Auch ist die Kraft der Initiatoren allmählich erschöpft, sie fühlen sich ausgelaugt und sind frustriert. Sollte das Projekt dieses Forums in sich zusammenbrechen, wären nicht nur die Muslime, sondern wären wir alle die Verlierer! Mein Vorschlag an die Stadt München ist, das Grundstück an der Dachauer Straße für den Bau des für Europa bedeutenden „Münchener Forum für Islam“ zu Verfügung zu stellen und die Bezahlung - vertraglich abgesichert - aufzuschieben. Damit wäre der zeitliche Druck genommen. Und vielleicht ergibt sich dann in naher Zukunft eine Möglichkeit, dieses Forum zu finanzieren und zu realisieren. Warum sollen ungewöhnliche Wege nicht möglich sein, wenn dafür der Islam sein offenes, in Europa verankertes Wirken zeigen kann? Es stände München gut an! Es liegt auch an uns, den Islam in unserer Gesellschaft ankommen zu lassen. Die beste Basis dafür ist es, Menschen wie Imam Idriz tatkräftig und herzlich zu unterstützen!

Gertraud Bracker Weilheim

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