Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Leserbriefe

Die Stadt heizt Preise für Mieten noch zusätzlich an

Sascha Karowski: Zurück zum großen Wohnbau-Wurf; München 3. Juli

Es war zu erwarten, dass die grün-rote Stadtratsmehrheit die SEM im Münchner Norden wieder einführen wird. Was jedoch überrascht, dass man zwar „Fehler aus der Vergangenheit“ nicht wiederholen will, aber bereits zu Beginn von den oben genannten Parteien Halbwahrheiten verbreitet werden. So sind es nicht nur „Landwirte, Naturschützer und Grundstückseigentümer“ welche die SEM und eine großflächige Überbauung ablehnen, sondern auch breite Schichten der Einwohner Feldmochings, die schlicht und einfach so ein maßloses Projekt vor der Haustüre nicht haben wollen.

Auch die Behauptung von Herrn Bickelbacher, wer Landwirt bleiben will, kann das auch tun, stimmt so nicht. Wo sollen denn die Äcker zum Tauschen sein? Hinter Dachau oder im Münchner Süden? Einen Bauernhof oder eine Gärtnerei zieht man nicht einfach so mal um.

Es wäre wünschenswert, einmal investigativ die Zusammenhänge zwischen der Büschel Unternehmensgruppe, der Beraterfirma Heller & Partner und diversen Stadträten zu untersuchen. Und warum machen Stadträte und Referenten der Stadt Vorträge bei Immobilienmessen und Veranstaltungen, die von der Wirtschaft organisiert werden? Zum Beispiel Management Intensivseminar „Städtebauliche Verträglichkeit“ oder „Immobilien Forum München“ (Kombiticket für Letzteres 2090 Euro).

Marco Pagnin

München

Die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) schafft dringend benötigten Wohnraum zu günstigen Konditionen, allerdings nur für die Stadt selbst, indem der Bodenpreis eingefroren wird, bevor die landwirtschaftliche Fläche in teures Bauland verwandelt wird. Mit dem höheren Marktwert durch explodierende Baulandpreise, der durch den Verkauf an die privaten Bauträger erzielt wird, kann die dazu notwendige Infrastruktur finanziert werden. Das ursächliche Problem für die exorbitanten Preise für die Mieten und den Kauf von Eigentumswohnungen in einer Stadt wie München sind aber die explodierten Preise für das Bauland, laut Buch vom ehemaligen Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, „Mehr Gerechtigkeit“ circa 40 000 % seit 1950. Das heißt, die Stadt heizt über den Investor die Preise für die Mieten und Eigentumswohnungen noch zusätzlich an, es wird letztendlich in keiner Weise wirklich preisgünstiger Wohnraum geschaffen und in Anbetracht der Tatsache, dass der Bestand von Sozialwohnungen von 3 Mio (1990) bis auf 1 Mio (2020) in der BRD dramatisch gesunden ist, kann hier von einem seit vielen Jahrzehnten zu beobachtenden Versagen der politisch Verantwortlichen gesprochen werden. Es wird nur Wohnraum für Gutbetuchte geschaffen, aber am wirklichen Bedarf vorbei, für die sozial Schwächeren bzw. auch für die Mittelschicht mittlerweile. Eine einmalige Chance wird vertan, mit den eingefrorenen niedrigen Bodenpreise im Rahmen der SEM sozialen Wohnungsbau zu schaffen, ehrlich gesagt, habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich diesbezüglich irgendetwas substanziell ändert, unabhängig davon, welche Partei gerade das Sagen hat.

Rudolf Haid

Weilheim

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