Liebe Leser,

Corinna Binzer: Kann ich noch’n Verb?; München 8. Juni

Das war ja mal ein richtiger Knaller von meiner Lieblingskolumnistin Corinna Binzer! Jahrelang ärgere ich mich schon über das Phänomen, der immer schlechter werdenden deutschen Sprache, bzw. schlampigen Aussprache derselben im deutschen Fernsehen oder Radio. Da hat Frau Binzer mit ihrem Beitrag den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen. Bin fast 80 Jahre alt, höre noch ganz gut und würde mir wünschen, dass viele (gottlob nicht alle) dieser im Fernsehen sprechenden – vielleicht noch gleichzeitig Wurstsemmel mampfenden – Akteure aus der heutigen Nuschler-Genereration etwas klarer und deutlicher sprechen würden, die angesprochenen Halbsätze mit den fehlenden Verben ergänzten und außerdem diese unsägliche und laute Hintergrundmusik, egal ob bei Krimis oder Dokus auf ein vernünftiges Maß reduziert wird. Alles muss heute mit lauter Musik untermalt sein, um vom Gesprochenen möglichst wenig zu verstehen, oder ist das gar Absicht? Hört da von den Verantwortlichen niemand mehr zu, bevor es gesendet wird? Wäre wünschenswert, wenn von den Letztgenannten das hoffentlich auch mal jemand lesen würde. Übrigens war der treffende Zusatz von Inge Meysels besserer Aussprache ohne Zähne einfach grandios. Aber wer weiß schon, was noch alles auf uns zukommt. Vom Abschaffen der Handschrift bis zum Fernsehen mit Untertitel? Schöne neue Welt! 

Gerhard Wenig Edling

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landbewohner leiden auch
Tobias Scharnagl: Stickoxid: Anwohner sperren Straße; München 26. Juli
Landbewohner leiden auch

Kommentare