Gelegenheitsfahrer sind Verlierer des Systems

Klaus Vick: MVV-Tarifreform: Stadtrat sieht Nachbesserungsbedarf; München 10. Mai

Gelegenheitsfahrer sind die Verlierer des Systems. Mit dem Auto zahlen wir zu zweit für die Fahrt nach München und zurück 6,40 Euro reine Betriebskosten für insgesamt 64 km zu 0,10 Euro/km. Per MVV sind es 9 Ringe oder 3 Zonen zu 23,90 Euro für eine Tageskarte Gesamtnetz: 23,90 Euro für 64 gefahrene km. Preis pro gefahrenem Kilometer: zwei Gelegenheitsfahrer: 0,37 Euro/km, ein Pendler mit Abo (1388 Euro für 250 Arbeitstage): 0,09 Euro/km, ein Pendler mit Isarcard9h-Abo (800 Euro für 250 Arbeitstage): 0,05 Euro/km, ein Pendler mit Isarcard 60-Abo (684 Euro für 250 Tage): 0,04 Euro/km, ein Ausflügler mit Isarcard60-Abo (684 Euro für 100 Ausflüge): 0,11 Euro/km. Die Schieflage ist offensichtlich: Gelegenheitsfahrten sind zu teuer! - extrem teure Einzelfahrten - 2 Einzelkarten sogar noch teurer als eine teure Tageskarte für alle 16 Ringe - kein Bahncard-Rabatt zur Abmilderung der happigen Preise für Gelegenheitsfahrer - Tageskarten für zwei Personen kosten fast das Doppelte des Preises für eine Person, da man für 5 Personen zahlen muss. In anderen Verbünden gibt es wie auch beim Bayernticket nur einen relativ moderaten Zuschlag für jede weitere Person und für jede Einzelfahrt-Preisstufe einen separaten Tageskartenpreis. Mit den „Tarifkreisen“ käme der MVV wieder zurück zum Ursprung, als 2 Zeitkartenzonen in Radialrichtung eine Bartarifzone bildeten, für die jeweils ein Streifen zu entwerten war. Diese Kosmetik würde am grundsätzlichen Problem aber überhaupt nichts ändern: Bei wie früher 5 statt heute 6 Streifen pro Person und Richtung wären das 20 Streifen für 2 Personen, insgesamt 27€ - also immer noch teurer als heute die Tageskarte zu happigen 23,90 Euro. 

Leo Rademacher Holzkirchen

Auch interessant

Kommentare