Aus dem Hut zaubern

Johannes Löhr und Christian Deutschländer: „Ich brauche keine Gnade der CSU“; München 26. Februar, Wehmutsvoll; Leserbriefe 1. März

Die Nockherberg-Rede war absolut spritzig. Singspiel besonders gut. Leider ist es einfacher über andere Kollegen/Parteien zu lachen, das musste die CSU erst mal schlucken. Das waren die Herrschaften nicht gewehrt. Ich gehöre keiner Partei an, bilde mir ein eigenes Urteil.

Elfriede Müller Gauting

Wer so heftig kritisiert, sollte auch gute Vorschläge zur Bewältigung des nicht enden wollenden Flüchtlingsstromes aufzeigen können, denn nur kritisieren ist einfach. Oder kann Mama Bavaria etwa in extrem kurzer Zeit hunderttausende existenzsichernde Jobs, bezahlbare Wohnungen, Kita-Plätze, Ausbildungsstellen usw. aus dem Hut zaubern? Wer übernimmt die Kosten, die Verantwortung? Zumindest lässt sich hoffen, dass Frau Kinseher nicht nur verbal austeilt, sondern mit gutem Beispiel voran geht, in dem sie Flüchtlinge bei sich aufnimmt und einen Teil ihrer Gagen für Hilfsprojekte spendet. Mein Respekt Frau Kinseher, dass sie es trotzdem im herzlosen Bayern aushalten, statt längst in Berlin Moabit oder Neukölln das warmherzige Miteinander verschiedenster Kulturen zu genießen.

Alfons Bachmair Aying

„Passt scho“, beurteilte Horst Seehofer leicht angefressen die Ansprache der Mama Bavaria. „Passt überhaupt nicht!“, widerspricht hingegen der Leserbriefschreiber Fritz Tischer. Natürlich war das Leviten-Lesen von Frau Kinseher eine Riesensauerei! Zwangsläufig ganz besonders für jene, die das Regieren in Bayern als alleiniges, verbrieftes Recht der CSU und deren Unfehlbarkeit als Selbstverständlichkeit betrachten. Gewiss, der arme Markus Söder stand schon extrem unter Beschuss. Andererseits führt sich kaum jemand schon jahrelang so auf wie er und deshalb muss er auch das Echo ertragen. Seit seiner einst von Django Asül nicht ganz unzutreffend beschriebenen Rolle als CSU-Generalsekretär ließ Herr Söder leider kaum erkennen, dass sich seine Wesensart parallel zum neuen Amt gravierend verbessert hat. Und wenn Landtagspräsidentin Stamm bei der „Mama“ Frauenfeindlichkeit zu verspüren glaubte, müsste sie vergleichsweise das Abkanzeln der Polit-Herren mindestens als Männerhass bewerten. Für alle, die in Kinsehers Rede eine peinliche Schweinerei sahen, wäre es wirklich passender, wenn ab nächstem Jahr Frau Stamm als große Schwester Barbara die kleinen Unartigkeiten und Schmutzeleien ihrer lieben Geschwisterchen auf die Schippe nehmen würde. Ganz nach dem Motto: „Etwas weniger überschwänglich gelobt ist beschimpft genug“. Vielleicht tröstet es die gequälte Seele der CSU etwas, sie wird traditionell nur an einem Tag im Jahr derbleckt, alle übrigen Parteien die ganze restliche Zeit!

Gerd Liebchen München

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