Politiker sollten nicht so mimosenhaft reagieren

Der große Frust nach dem Freibier; München, Was für eine Staatsaffäre; Leserbriefe 17. März

Barbara Stamm nimmt nicht mehr am Nockherberg teil. Während die ganz Welt um uns herum im Chaos versinkt, spielt sich hier die wahre menschliche Tragödie ab. Vielleicht sollten Politiker sich mehr Gedanken darüber machen, wie sich ihre Aussagen auf die Allgemeinheit auswirken. Die Gemütslage der Bürger wird in der Öffentlichkeit nicht besonders berücksichtigt, ob sie sich beleidigt, verunsichert oder hintergangen fühlen – und das nicht nur einmal im Jahr beim Starkbieranstich. Der Normalbürger kann leider nicht sagen: Bei diesen Entscheidungen nehme ich nicht mehr teil, mit freundlichen Grüßen. Im Übrigen denke ich, dass es die Bevölkerung nicht sonderlich tangieren wird, wenn Frau Stamm künftig nicht mehr an einem Unterhaltungsabend mit gratis Verpflegung teilnehmen wird.

Sabine Leistle Saulgrub

Der Nachhall zur Predigt der Mutter Bavaria dauert jetzt schon ganz schön lang. In der Tat war es so, dass der Inhalt teils verletzend, ja sogar beleidigend war, dass das mit künstlerischer Freiheit, Satire nichts mehr zu tun hat. Und spätestens jetzt wäre es auch an der Zeit, dass Frau Kinseher ihren Verzicht auf einen weiteren Auftritt auf dem Nockherberg erklärt. Das ist die eine Seite. Die andere ist die, dass Herr Steinfatt sich bei der Abgabe seines Kommentars auch nicht besonders anstrengte, als er meinte: „Die ärgern sich noch bis übermorgen und nächstes Jahr wollen sie dann doch wieder eine Einladung.“ Wie lautet doch seine Laudatio: Salve pater patriae, princeps optime. Ich lege ihm das Zitat nahe: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Leonhard Socher München

Volle Hochachtung und Respekt vor unserer Landtagspräsidentin Frau Barbara Stamm! Ihrer Reaktion und ihrem Verhalten auf die Nockherberg-Predigt und das überheblich wirkende Steinfatt-Interview kann ich nur beipflichten und gut heißen. Als treuer Seher dieser Predigt ist mir aufgefallen, dass das Niveau in den letzten Jahre immer ordinärer und verletzender wird. Müssen sich die Politiker alles gefallen lassen, haben die Verfasser und Organisatoren dieses Abends Narrenfreiheit? Ich sage ein ganz klares Nein!

Franz Schweigert Garmisch-Partenkirchen

Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass sich die Landtagspräsidentin über die Rede von Luise Kinseher aufregte, da ihr die eine oder andere Wortwahl missfiel. Zudem hatte sie Zeit, Herrn Steinfatt nach dessen Interview einen Brief zu senden, in dem sie sich Luft über die schlechten Veranstaltungen machte. Liebe Frau Stamm, haben Sie den Brief in Ihrer Freizeit verfasst? Warum reagieren Sie und so manch Ihrer Kollegen (Müller, Haderthauer, Söder etc.) so empfindlich? Sie und Ihre Kollegen erhalten einmal im Jahr den Spiegel vorgehalten. Das Kabarett lebt von den Fehlern und Missetaten der gescholtenen Personen. Haben Sie und Ihre Kollegen ein Problem mit der Wahrheit? Über die Wortwahl kann man eventuell diskutieren, über den Inhalt des Gesagten sicher nicht. Wir Wahlvolk müssen nicht nur Ihre Reden ertragen, viel schlimmer, Ihre politischen Entscheidungen mittragen, egal, ob wir diese gut oder schlecht finden. Ich wünschte mir, Sie hätten bei der Verwandtschaftsaffäre energischer und konsequenter durchgegriffen, aber da hörte man nicht viel, fast gar keine Konsequenzen. Ich hoffe und wünsche mir, dass diese Veranstaltung weiter beibehalten wird, auch in dieser Form. Und auf die beleidigten Leberwürste wie Stamm und Müller kann ich gerne verzichten, sie bedeuten für diese Veranstaltungen keinen merklichen Verlust.

Werner Schilcher Peißenberg

Zugegeben, Frau Luise Kinseher hat in ihrer diesjährigen Fastenpredigt auf dem Nockherberg schon sehr kräftig ausgeteilt. Dafür ist sie Kabarettistin. Und Gott sei Dank gehört ein freies Kabarett zu unserer Demokratie. Die Politiker sollten jetzt nicht so mimosenhaft reagieren. Vielleicht denken diese einmal daran, dass sie in ihrer Wortwahl auch nicht gerade besonders zimperlich sind, wenn sie über den politischen Gegner herziehen. Wer den Nockherberg nicht erträgt, dem bleibt ja noch der Besuch beim fränkischen Fasching in Veitshöchheim. Persönlich halte ich diese Veranstaltung allerdings für eine vom Bayerischen Fernsehen gesponserte Hofberichterstattung für CSU-Politiker.

 Kurt R. Hiller München

Man muss Politiker, die zum Politikerderblecken am Nockherberg gehen, nicht in Schutz nehmen, die Teilnahme ist freiwillig. Aber ist sie das wirklich, wenn mit Verweis auf die Tradition, ein Wegbleiben in den Medien als Sakrileg und als Synonym für Humorlosigkeit, Empfindlichkeit und Bürgerferne gebrandmarkt wird? Das unangemessen breite Presseecho auf die an sich völlig belanglose Entscheidung von Landtagspräsidentin Stamm, zukünftig dem Starkbieranstich fern zu bleiben, zeigt, dass eine Absage reflexartig öffentlich kritisiert und abgewertet wird.

Hannes Winkler München

Das wird ja 2017 am Nockherberg ein furchtbares Drama, wenn hier dann einige der Stammgäste fehlen, die dann mit ihrer Abwesenheit das ganze Spektakel in Frage stellen. Dass es gerade CSU-Granden sind, die hier einen Mäuseaufstand in Szene setzen, verwundert mich nicht. Glauben diese Gäste etwa, dass das Starkbierfest wegen ihnen ausfallen wird? Sicher nicht, denn für diese paar Ausfälle sitzen bestimmt schon etliche sogenannte Nachrücker in Position! Dass Frau Stamm nicht mehr kommen will, verstehe ich ja noch. Obwohl sie sicher weiterhin dabei sein würde, wenn sie am Nockherberg genauso hofiert und bejubelt würde, wie sie das beim Frankenfasching gewöhnt ist. Wobei dies für viele Zuschauer schon öfters peinlich und übertrieben wirkte. Die weiteren Meckerer u.a. Emilia Müller. Söder, Merk würden 2017 bei etwaiger Abwesenheit bei den meisten Zuschauern sowieso nicht vermisst. Ich hoffe nur, dass sich Herr Andreas Steinfatt (Paulaner) nicht beeindrucken lässt und auch 2017 dieses Spektakel wieder veranstaltet und auch weiterhin ohne eine Zensur der CSU gestaltet.

Werner Friess Hohenkammer

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