Nockherberg: eigenartig und Freibierlätschn

Johannes Welte und Sascha Karowski: Ausgeladen und verärgert; München 3. Februar

Das kann doch nicht wahr sein. Da ärgert sich ein Stadtrat Quaas darüber seine Portion Entscheidungsschmiere in Form einer Einladung nicht bekommen zu haben und das auch noch öffentlich! Was hat der denn für eine Auffassung davon, nach welchen Kriterien so ein Stadtrat zu handeln und zu entscheiden hat? Womit lässt er sich denn von anderen Antragstellern Schmieren? Regensburg ist offensichtlich näher, als man denkt. 

Horst Nordmann Starnberg (Perchting)

Lieber Herr Quaas, ich teile dieses schwere Schicksal der Nichteingeladenen mit ihnen. Ich wurde auch nicht zur Verleihung des bayerischen Filmpreises eingeladen und wahrscheinlich werde ich auch zur Bambiverleihung wieder keine Einladung bekommen. Warum fällt mir in ihrem Fall das schöne alte bayerische Wort Freibierlätschn ein, ich weiß es nicht?

 Franz X. Peischl Neufinsing

Sehr geehrter Herr Stadtrat Quaas, es ist sicherlich sehr bedauerlich für Sie und viele Ihrer Stadtratskollegen, dass die Paulaner Brauerei es sich in diesem Jahr, die Gästeliste für die Salvatorprobe frei nach ihren eigenen wirtschaftlichen und kulturellen Interessen zu gestalten. Doch trösten Sie sich, denn würden zum Beispiel die Mitarbeiter des Münchner Abfallwirtschaftsamtes oder der andere kleine städtische Bedienstete in den Genuss solcher Einladungen kommen, so dürften diese sie erst gar nicht annehmen wegen unzulässiger Vorteilsnahme im Amt, da so eine Einladung den Wert von 20 Euro höchstwahrscheinlich weit übersteigt. Die Mitarbeiter wären von Kündigung bedroht, im geringsten Falle mit einer Abmahnung. Dankbar bin ich Ihnen auch über die tiefen Einblicke in die Arbeit des Wirtschaftsausschusses und die Entstehung seiner unvoreingenommenen Entscheidungen. Respekt für so viel Offenheit! Andere würden sich schämen, solche Drohungen laut auszusprechen. Vielleicht sollten Sie die in Ihrem Terminkalender nun freigewordene Zeit am 8. März dazu nutzen, um über Ihr Amt als gewählter Stadtrat und die damit verbundenen moralischen Pflichten gegenüber der Stadt und ihren Bürgern zu überdenken. Dienen in Demut und Dankbarkeit! 

Beate Engel München

Es ist bezeichnend, wenn ein vom Volk gewählter Stadtrat sein Stimmverhalten von der Einladung zu einem kostenlosen Fress- und Saufevent abhängig zu machen scheint. 

Helmut Polzer Egmating

Eigenartig das Benehmen von CSU-Mitgliedern. Jetzt gibt das CSU-Stadtratsmitglied Quaas Herrn Steinfatt von der Paulaner Brauerei zu verstehen, dass man sein Bierzelt auf der Wiesen möglicherweise nicht mehr braucht, nur weil der Stadtrat keine Eintrittskarten zu Salvatorprobe gibt. Ich finde, das ist Missbrauch seiner Funktion im Stadtrat, wenn er solche Forderungen mit seinem Amt verbindet. 

Werner Josef Tandler Hausham

Es gehört, so scheint es zumindest zum Öffentlichkeitsimage, ob und wer zum Tisch der Mama auf dem Nockherberg eingeladen ist. Mir scheint aber es geht mehr darum, ob man dann auch noch die gebührende Aufmerksamkeit bekommt – derbleck zu werden oder im Singspiel dabei zu sein. Gleich wie es ist. Die wahre Mutter Bavaria heißt Barbara Stamm und diese, so hoffe ich sehr, bleibt bei dem, was sie sagte – dem Rummel und dem taktlosen Gefummel am Nockherberg wegzubleiben. Die „Macher“ (Lieblingswort von FJS) haben ja nicht die so viel beschworene, geforderte Obergrenze zu beachten – sie können quasseln was das Leder hergibt. Was mich – mehr als unter der Gürtellinie – empört auch als vor dem Fernseher weilender Zuschauer, war beim letzten Singspiel, dass man unsere Bundeskanzlerin Dr. Merkel mittels Zwangsjacke abführte und hinausstieß. Niemand empörte sich, der Beifall für diese Szene blieb natürlich fast aus! Das Wort Singspiel gilt längst nicht mehr, auch wenn unser Finanzminister Markus Söder den besten Darsteller hat, der es noch erlebenswert macht. Es müsste heißen: Spottsucht frisch von der Bühne oder so. Dass es unserem Ministerpräsidenten nicht schon längst zum Kotzen ist, der ewige „Horsti“ zu sein, wundert mich immer mehr. Hoffe die „Mama“ heuer das letzte mal zu erleben. Holt wieder einen Mönch auf der Bühne! Einen wüsste ich: den Pfarrer Schießler. Er regiert ganz in der Nähe des Nockherbergs und hat bereits Buch-Bestseller-Erfolge – dort passt er bestimmt hin. 

Hannes Heindl Freising

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