Feinsinnig, aber kein Schenkelklopfer

Tobias Scharnagl, Ramona Weise und Johannes Löhr: „Das Publikum hat sie auflaufen lassen“; München 10. März, Mike Schier: Die Mama ganz brav; Caroline Wörmann: „Der Bavaria die Zähne gezogen“; Johannes Löhr: Die Klon-Krieger; Sonder- seiten Nockherberg 9. März

Liebe Veranstalter des Nockherbergs, legt doch einfach fest, dass die Redner der Fastenpredigt nach drei Jahren wechseln. So könnte manches Problem ganz einfach gelöst werden und mehr Abwechslung gäbe es zudem auch. 

Ewald Strohmeier Wartenberg

Wem kann man es schon recht machen? Warum muss es immer eine Opposition geben? Für mich und meinen Mann war es ein gelungener Auftritt. Frau Kinseher war wirklich sehr gut. Sollen doch die Neider sich selbst als Mama Bavaria für das nächste Singspiel melden. Ich glaube nicht, dass sie Frau Kinseher übertreffen könnten. Den Politikern hat es doch gefallen. Den Meckerern wäre zu raten, sich die Aufzeichnung anzusehen. Vielleicht sehen sie doch noch das Gute in dem doch gelungenen Singspiel. 

Waltraud von Fuchs-Müller Taufkirchen

Liebe Frau Kinseher, wenn Ihre Rede feinsinnig war, wie Herr Springer es formulierte, ist Ihnen das voll gelungen, aber feinsinnige Reden sind eben keine Schenkelklopfer. Das sollten Sie als Kabarettistin eigentlich wissen. Heuer regt ihr euch auf, weil die Politiker an Stellen nicht lachten, wo es nichts zu lachen gab. Im vergangenen Jahr regten sich die Politiker auf, weil es zu scharf war. Kann es sein, dass wir es – hüben wie drüben – mit Mimosen zu tun haben? 

Erich Seyfried Neufahrn

Ein Tipp an alle Politiker, die sich in einer Fastenpredigt auf den Schlips getreten fühlen: Lasst Euch von Frau Merkel trösten – die hat das schon bei Herrn Erdogan geübt! 

Reinhold Gesser Seehausen 

Im Gegensatz zu Stimmen in der Presse, fand ich das Nockherberg-Singspiel in diesem Jahr gar nicht gut. War die Mama Bavaria noch etwas besser als im letzten Jahr, so war das Singspiel in diesem Jahr schrecklich. Witz und Satire wurden durch Rumgehopse auf der Bühne oder Brüllen ersetzt und durch Lieder, deren Texte kaum zu verstehen waren. Angela Ascher und das Double von Markus Söder waren noch die einzigen Lichtblicke. Sonst wurden Witz und Ironie durch Lautstärke und komische Posen ersetzt. Daran ändert auch nichts, dass Ministerpräsident Seehofer das Spiel köstlich fand. 

Franz Streibl Dorfen

Das diesjährige Nockherberg-Derblecken war für mich eine einzige Enttäuschung. Die Bavaria hat sich die – berechtigten – Kritiken und Boykottdrohungen vom letzten Jahr sehr zu Herzen genommen. Es fällt ihr aber anscheinend schwer, ironische Schelte oder deftiges Derblecken von pöbelhafter Verunglimpfung und Beleidigung zu unterscheiden. Kurzum: Der Vortrag war ohne Pfiff, lau bis langweilig und allenfalls für die geschonten Politiker amüsant. Vielleicht gelingt es dem Veranstalter, Bruno Jonas noch einmal zu einem Auftritt zu überreden. Das Singspiel stand dem Vorspiel in nichts nach. Wusste man anfangs nicht, wohin die Reise geht, vermisste man in der Folge den roten Faden und fragte sich am Ende, wozu man diese dämliche Klonerei brauchte. Es gäbe treffendere Methoden, ein so simples Thema aufzubereiten. Vermutlich bin ich zu normal geblieben; denn augenscheinlich braucht man selbst eine Macke, um an solchen gekünstelten Fantastereien Gefallen zu finden. Lediglich einige eingestreute Bonmots und Kalauer vermochten mich am Einschlafen zu hindern.

 Winfried Mayer Seefeld

Dem Chef der Paulaner Brauerei erlaube ich mir anzuraten, lassen’s des Einladen von den Prominenten, denen kann’s keiner recht machen: Jedes Jahr haben sie etwas anders zum Aussetzen. Im letzten Jahr war es ihnen so zu scharf, dass die Frau Landtagspräsidentin dieses Jahr gar nicht gekommen ist. Dieses Jahr war es an und für sich recht schön, aber das hat auch wieder keinem gepasst. Dass unsere allseits geliebte Mama sauer geworden ist auf das allgemeine Verhalten der Gäste, ich kann es verstehen. Am Essen und am Bier kann es nicht gelegen haben, was man so gesehen hat, wenn die Mama aufgefordert hat: die Krüge hoch! Manche wollten den Maßkrug gar nimmer absetzen, so gut war das Starkbier vom Paulaner. Da kann ich es fast verstehen, dass man keine Hand mehr für das Applaudieren frei hatte. Unter diesen Aspekten ist es überhaupt nicht zu verstehen, dass man dann hinterher wie jedes Jahr hergeht, alles in Grund und Boden zu verdammen! Warum eigentlich? Jeder dieser Freibiergenießer weiß doch, dass es manchmal eine Nachspeise gibt, die nicht jedermanns Geschmack ist. Wenn das diesen besonderen Genießern nicht passt, warum bleiben sie dann nicht zu Hause und gucken Fernsehen, wie der bedauernswerte Rest unseres wundervollen Freistaates? Dass das der Mama gestunken hat, kann, nein muss man verstehen, wenn man weiß, wie viel Herzblut diese Künstler für diesen Abend verbraucht haben. Wochenlang haben sie geübt und immer wieder nachgebessert. Es ist schon fast spannender, was die Gäste zum Granteln haben, als das, was aufgeführt wird. 

Josef Triebenbacher München

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