Debatte um Olympia

In Deutschland wird zu wenig Sport betrieben.

Dies gilt es zu ändern. Die Olympische Spiele sind dabei ein guter Werbeträger und können als Initialzündung dienen um die Bevölkerung flächendeckend zu mehr Sport zu animieren. Vor allem unter diesem Gesichtspunkt ist die Olympiabewerbung von München zu sehen. Sport ist kein Selbstzweck sondern aus folgenden Gründen zwingend notwendig: „ Förderung der Gesundheit und Vermeidung von Krankheiten durch „Sportprävention“ und der damit einhergehende Senkung von Gesundheitskosten. Zur Arbeit bis 67 muss die Bevölkerung gesundheitlich befähigt werden, zudem Vermeidung von krankheitsbedingten Ausfällen am Arbeitsplatz während des gesamten Berufslebens. Die Politik hat hierzu günstige Rahmenbedingungen herzustellen.  Sport wirkt integrationsfördernd, beispielsweise hilft er Einwanderer in die Gesellschaft aufzunehmen bzw. Schichten der Gesellschaft zusammen wachsen zu lassen.  Förderung von Gemeinschaftsgefühlen bei Mannschaftssport, und deren anschließender Nutzung im Schul- und/oder Arbeitsleben. Bekämpfung des weit verbreiteten Übergewichts. Die Olympiagegner haben keine Strategie die Bevölkerung zu mehr Sport zu bewegen, bzw. die Gesundheit der Bevölkerung mittels Sport zu verbessern. Eine bessere Sportförderung, oder den Abbau der viel zu großen Zahl an Übergewichtigen der ist nicht durch den Erlass von neuen bürokratischen Vorschriften erreichbar. Steuern auf Fette in der Nahrung/Speisen zur Bekämpfung von Übergewicht sind in diesem Zusammenhang keine Lösung sondern nur eine zusätzlicher Versuch der Politik neue Steuern angeblich zum Wohle aller zu erfinden. Letztlich liegt es im jeweiligen persönlichen Interesse seine Lebenserwartung mittels Sport zu erhöhen. Eine Verbesserung der Volksgesundheit mittels Sport würde durch erhöhte Arbeitsleistungen, weniger Krankheitskosten in der Folgezeit jährlich ein Mehrfaches an volkswirtschaftlichen Gewinnen (mehr Einkommen/Steuern) einspielen. Eine Kampagne zur Verbesserung von Gesundheit mittels Sport würde auch ohne olympische Spiele viel Geld kosten. Die Gegner der Olympiabewerbung übersehen zudem nur zu gerne die weiteren positiven Folgen der Spiele. Hohe Spielkosten stehen entsprechende Gewinne in Form von neuer Infrastruktur im Sport und Verkehrsbereich sowie durch hohe Werbeeffekte der Spiele auf Wirtschaft/Tourismus gegenüber. Daher: Ein klares Ja zu den Spielen.

Ulrich Gimbal Planegg

Wie wirr im Kopf muss man sein, wenn sozialer Wohnungsbau von Olympia abhängig gemacht wird, ebenso wie sonstige Förderungen der Infrastruktur. Allein die Millionen, die nur für die Zulassung zur Bewerbung an das IOC hingeblättert werden müssen, würden manche andere Investition für die allgemeine Jugend unterstützen. Sollte dann die Bewerbung beim IOC sein, folgen weitere horrende Kosten. Und dann bekommt China den Zuschlag! Drum kann ich nur hoffen, die beteiligten Orte stimmen am Sonntag gegen Olympia. Die ganzen Sportasse, die sich dafür stark machen, haben doch auch nur ihren eigenen Geldbeutel im Visier. Auf sie kämen neue lukrative Werbeverträge zu.

Margot Riedel

 



Damals lautete die Leserbriefzuschrift: Gottseidank Pyeongchang. Diesmal sollten wir uns wünschen: Gottseidank nicht München. Der so jämmerlich gescheiterte Postenbewerber Ude will sich offensichtlich noch ein Denkmal setzen, bevor er aus der Öffentlichkeit verschwindet. Dieser sinnlosen Geldverschwendung ohne jede vernünftige Grundlage sollte unbedingt Einhalt geboten werden, zumal das Geld dringendst für soziale Zwecke gebraucht wird. Daher ein klares Nein zur Olympiabewerbung.

Siggi Fähr München

Welch großartige Idee der OlympiJa-Politiker, uns ein Blinde-Kuh-Wahlspiel-Olympia 22 vorzusetzen. Niemand kennt die Bedingungen von Olympia 22 (das Mini-Bid-Book dazu erscheint erst im nächsten Jahr, auch Einzelheiten eines möglichen „Host-City“-Vertrags sind völlig unbekannt) – trotzdem soll, auf Drängen einiger Politiker hin, der Wähler jetzt schon blind einen Wahl-Blankoscheck ausstellen. Das wäre so, als würde man vor einer Bundestagswahl zunächst mal eine Partei wählen, deren Programm aber erst nach der Wahl veröffentlicht wird. Keine Privatperson würde einen Vertrag abschließen, dessen Bedingungen sie nicht kennt. Jetzt drängen uns aber Politiker in eine solche Situation hinein. Schließlich haften ja für alle Risiken nicht sie, die Politiker, sondern wir Steuerzahler. Nur mit einem Nein am kommenden Sonntag können wir verhindern, den abgehobenen Funktionären des IOC voll ausgeliefert zu werden. Wer meint, alles sei nicht so schlimm, der möge sich an die Vergabe der Fußballweltmeisterschaften 22 durch die FIFA an Katar erinnern. Dies Beispiel zeigt überdeutlich, zu welch verqueren Schnapsideen auch höchste Sportfunktionäre fähig sind: Hauptsache, deren Kasse stimmt. Soll unser goldenes Landl nun zur Goldgrube des IOC werden?

 Reiner Schmid-Egger Garmisch-Partenkirchen

Deutschland, Bayern, München und schon gar nicht Garmisch-Partenkirchen kann sich die Olympischen Spiele aufgrund der ohnehin sehr hohen Verschuldung leisten. Diese Bewerbung ist geradezu ein Hohn, wenn man bedenkt, dass kein Geld für Senioren, Kinder, Universitäten, soziale Einrichtungen, Straßenausbesserungen, öffentliche Toiletten usw. vorhanden ist. Sollte die Kür nicht erst nach der Pflicht kommen? Zu dem, dass die Politiker Geld ausgeben, welches sie nicht haben, kommen noch dieselben Schwierigkeiten hinzu wie für die Bewerbung 2018: Es ist noch nicht einmal geklärt, ob die Grundstücke, die für die Winterspiele benötigt werden, von den Garmisch-Partenkirchener Grundstückseigentümern zur Verfügung gestellt werden. Letztendlich werden die Bürger befragt, obwohl weder die nötigen Finanzmitteln, noch die benötigen Grundstücke vorhanden sind. Die Werdenfelser Hoteliers, die sich für Olympia aussprechen, kann ich ohnehin nicht verstehen. Schon jetzt haben wir ein Überangebot an Gästebetten. Dieses wird durch Olympia noch größer. Vier Wochen mögen ja die Gästebetten gut gefüllt sein. Wer soll aber danach diese Überzahl an Betten belegen? Ebenso ist es klar, dass überdimensionierte Sportstätten gebaut werden, die später als Verlustobjekte von uns Bürgern finanziert werden müssen. Vor den Winterspielen haben wir jahrelange Großbaustellen, nach den Spielen für den Rückbau ebenso. Was man nicht zurückbauen kann, vermindert unsere ohnehin schon knappen Grünflächen im Tal. Nicht zur Freude der Gäste! Mir stellt sich generell die Frage, warum die Politiker ihren eigentlichen Verpflichtungen nicht nachkommen und stattdessen finanzielle Risiken eingehen möchten, die schon andere Staaten in den Ruin getrieben haben (Griechenland).

Ingeborg Mitteneder Garmisch-Partenkirchen

Thomas Schmidt: „Wo München 2022 olympisch wäre“; München 7. November

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