Olympia 2022 in München: ja oder nein?

„Finger weg von den Olympischen Spielen 2022“; Leserbrief 5./6. Oktober; Thomas Schmidt: „Dieses Konzept soll Olympia holen“; München 2./3. Oktober

Grundsätzlich bin ich der Meinung wie Herr Braun, der Olympische Spiele nicht grundlegend ablehnt, aber den Spielen, wie sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben, skeptisch gegenübersteht. Es ist doch so, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Olympische Spiele wünscht. Aber eben in ihrer ursprünglichen Form: Die Jugend der Welt trifft sich zum friedlichen sportlichen Wettstreit. Ich denke, hier könnte ein gemeinsamer Ansatz zu finden sein. Alle Gesellschaftsschichten, die sich so vehement für die Olympischen Spiele einsetzen, betonen immer recht eilfertig, welche Chancen Olympia für die Region in sich birgt. Beim Zustand, in dem sich die olympische Idee gegenwärtig befindet, könnte aber auch argumentiert werden: Die olympische Idee hat die Riesenchance, ihre Seele wieder zurückzubekommen, wenn die Spiele zu uns kommen. Nicht einheitlich gestutzte Pisten sollen nach den Spielen zurückbleiben, sondern weiter genutzte attraktive moderne Sportstätten, in denen die einheimische Jugend ihren Idolen, die sie bei den Olympischen Spielen so bewundert hat, nacheifern kann – in einer intakten natürlich belassenen Landschaft. Die Sportverbände hierzulande sind auch so tüchtig, dass nach Olympia sicher keine Sportruinen zurückbleiben, sondern lebendige zeitgemäße Sportstätten. Wir haben doch was zu bieten und das will die Welt auch sehen. Die Olympischen Spiele dürfen nicht zu einer Produktpräsentation entwertet werden, an deren Rand der Sport möglichst spektakuläre Aufnahmen zu liefern hat. Die Protagonisten für die Spiele 2022 in unserer Region täten gut daran, nicht nur in der Region, sondern auch beim zuständigen IOC für Olympische Spiele mit Herz und Seele zu werben und dies vielleicht mit dem erweiterten Wahlspruch des FC Bayern: „Mia san mia und do san ma dahoam. Olympia kimmt gern zu uns und is’ uns herzlich willkommen.“ Alfred Ott
Peißenberg

Für einen Liebhaber des Olympiaparks ist Ihre Information über die Bauten für die geplanten Winterspiele geradezu ein Schock: Der Olympiasee wird total zugeschüttet, der Olympiaberg durch eine gigantische Halfpipe verunstaltet – und das auf drei bis vier Jahre! Die letzte grüne Lunge hinter den ZHS-Gebäuden wird durch eine mindestens 400 Meter lange Eisschnelllaufarena mit Zufahrten von der Landshuter Allee zubetoniert. Die riesige Eishockeyarena wird den sowieso schon kleinen Grünbereich um das frühere Radstadion größtenteils vernichten. Wie die 10 000 Zuschauer dahin transportiert werden müssen, wird natürlich verschwiegen: Entweder mit 50 Trambahnzügen oder vom U-Bahnhof Westfriedhof mit einer halben Stunde Fußmarsch? Das Tollwood-Gelände wird mit Hochhäusern für ein Olympisches „Dorf“ zugebaut und damit der Parkcharakter empfindlich gestört, zumal diese Hochhäuser den Olympiaberg mit dem See hoch überragen! Und das alles für ein Zwei-Wochen-Event mit Megabaustellen von fünf Jahren und einer Preisexplosion für die Münchner Bürger. Nein, danke, Herr OB Ude und Co.
Rolf-Helmut Pfeiffer München

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