Pflege-Ausbildung aufwerten

Andreas Thieme: Seniorin in Münchenstift-Heim schwer verletzt; München 11. Mai

Ihr Bericht hat mich als examinierter Altenpfleger zutiefst geschockt und mich in meiner Meinung bestätigt, dass es in der Pflege inzwischen 5 nach 12 ist. Allerdings muss ich hier Herrn Fussek widersprechen, denn der Ursprung für solcherlei Skandale liegt nicht zwangsläufig am fehlenden Personal und dem Zeitdruck. Ursache ist in den meisten Fällen nicht oder schlecht ausgebildetes Personal sowie Pflegende, die schlicht nicht für den Beruf geeignet sind. Seit Jahren werden alle, die nirgendwo anders eine Stelle finden, in Schnellkursen zu Pflegehelfern ausgebildet; jede Bewerbung von zukünftigen Auszubildenden zur Pflegefachperson wird von Schulen und Einrichtungen mit Handkuss angenommen. Ein warmes Herz und Berufung als einzige Voraussetzung sind dabei vollkommen ausreichend. Wenn Pflege zur Profession werden soll, dann braucht es Pflegefachpersonen, die mit Fachkompetenz auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ihren Beruf ausüben. Dazu braucht es aber eine aufgewertete generalistische Ausbildung. Langfristig sollte sogar darüber nachgedacht werden, diese in ein Studium umzuwandeln. Solange es aber weiterhin so viele stille Helden gibt, die sich mit einem Danke zufrieden geben, wird es auch weiterhin Jahre dauern, bis Neuerungen in der Pflege ankommen. Auch eine bessere Bezahlung wird so weiter auf sich warten lassen. 

Sascha Rakers München

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