Leserbrief

Das müsste schon in der Schule beigebracht werden

Sprachfaschismusversus Rassismus;Rassismus-Debatte;Leserforum 17. und 16. Juli

Ich vermisse bei den aktuellen Rassismusdiskussionen das Mitleid mit den früher und jetzt unterdrückten Rassen (besser wohl Abstammungen), sowie das Wertschätzen ihrer Verdienste, Leistungen und Kulturen, und vor allem den Hinweis auf ihre gleiche Abstammung, wie alle Menschen, seit Jahrtausenden aus Afrika. Wenn ich die verschiedenen „Rassen“ schätzen lerne, lerne ich auch, sie zu achten und als gleichwertig zu betrachten. Und: Wo jemand geboren wird, das ist von ihm selbst doch nicht zu beeinflussen. Ein Farbigenhasser hätte genauso gut als Farbiger auf die Welt kommen können. Das alles müsste man doch den Menschen/Kindern schon in der Schule beibringen können.

Dr. Franz Birnkammer

Murnau

Bei aller Liebe, aber mir geht dieser Sprachfaschismus entschieden zu weit. Was wird aus den Theaterstücken von Shakespeare (Othello) und Schiller (Verschwörung des Fiesco)? Was wird aus den Opern von Verdi und Rossini? Was wird aus den Filmen mit Othello? Was wird mit Erwähnungen in der Literatur, zum Beispiel Heinrich Heine, oder auch im Struwwelpeter von Hoffmann? Was wird mit der Bibel, in der Luther vom „Mohrenland“ spricht? Passt in anderer Richtung, alles verschweigen, besser noch vernichten – wurde ja von „weißen alten Männern“ für ihre Zwecke benutzt! Was wird mit Brettspielen wie Schach (aus Indien importiert) und dem Brettspiel „Othello“aus Japan? Werden jetzt die Moriskentänzer aus dem Stadtmuseum München entfernt? Eine meiner Freundinnen heißt „Mohr“ mit Nachnamen. Wird die Post die Zustellung von Briefen verweigern? Bildung ist ja sowieso nicht mehr gefragt. Also: Wer fängt an?

Heide Waidlein

München

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