Leserbrief

Probehören

Daniela Pohl: Als München in die Röhre schaute; München 15. November

Das von Ihnen zitierte Geschäft Lindberg in der Münchner Kaufingerstraße war in den 50ern und 60ern nicht nur das El Dorado für die ersten Fernseher, sondern auch für Schallplattenfreunde. Vorgespielt bekam man die neuen Vinyl-Scheiben zum Probehören in aneinandergereihten Abhörkabinen von mit Schürzen gekleideten Verkäuferinnen und nur ihnen war es gestattet, die Plattenspieler zu bedienen und die Platten aufzulegen. Eigenes Hantieren war nicht gestattet. Absolutes Highlight in den Endfünfzigern waren ebenfalls bei Lindberg monatliche Klassik Schallplattenkonzerte in einem kleinen Raum, in denen vor kleinem Publikum die neuerschienen Klassik Scheiben vorgespielt wurden, um sie dann eventuell zu verkaufen. Nach jeder Darbietung quittierte das Publikum sein Gefallen durch begeistertes Klatschen. Mir als 10-Jährigem wäre damals Peter Kraus oder Elvis lieber gewesen, aber der Opa freute sich nun mal mehr über Benjamino Gigli. Eine nette Erinnerung!

Hans Griebl

München

Auch interessant

Kommentare