Geschrei um Babor

Johannes Löhr: „CSU-Stadtrat Babor rechtfertigt sich“; München 18. Dezember Felix Müller und Johannes Löhr: „Das Boot ist nicht voll“, Interview mit Bürgermeister Josef Schmid; München 18. Dezember

Geschrei um Babor: Da wird ein Stichwort, noch nicht einmal ein Satz, herausgegriffen und einige Stadträte reagieren mit ideologisch motivierter Empörung. Und selbst die eigene Partei macht mit! Das mit Kindergartenverhalten abzutun, wäre zu einfach. Andersdenkende in die Ecke oder öffentlich an den Pranger stellen, hatten wir das nicht schon mal? Worauf läuft das hinaus? Und wohin hat das geführt? Demokratie lebt von Toleranz – oder etwa nicht mehr? Ob das gesagte zu einer Weihnachtsansprache gehört, ist natürlich eine andere Frage.

Lutz Wilink München

Nach dem Interview mit dem Fraktionschef der Stadtrats-CSU und Zweiten Bürgermeister Josef Schmid ist es mir als langjährigem Anhänger der CSU nicht mehr verständlich, wie denn nun die Position der Münchner CSU zum Thema Flüchtlinge und deren Aufnahme und Integration in München genau zu definieren ist. Jedenfalls passt die große Aufregung der Stadtrats-CSU und deren Fraktionsspitze mit dem vermeintlichen „Eklat“ nach der „inhaltlichen“ (!!) Rede ihres Stadtratskollegen Reinhold Babor nicht zu den Ausführungen von Josef Schmid in dem Merkur-Interview. Wenn Herr Schmid immerhin für das in wenigen Tagen beginnende neue Jahr 2016 bei etwa gleichem Flüchtlingsaufkommen wie in diesem Jahr (was ja mittlerweile mit mind. 1 Million wissenschaftlich prognostiziert ist), sich klar auszusprechen traut, dass die dann wiederum auf München entfallenden 15.000 neuen Flüchtlinge in unserer Stadt nicht mehr untergebracht werden könnten und darum eine Begrenzung bzw eine Obergrenze verlangt, dann frage ich mich doch, wo denn nun seine große Meinungsdifferenz zu der Feststellung von Herrn Babor „die Obergrenze sei in München erreicht“ begründet ist. Geht es hier etwa um reine Wortklaubereien mit der Absicht, der Öffentlichkeit ein „political Correctness“ vorzuspiegeln, oder steckt dahinter ein anderer Grund ? Gerade von einer großen Volkspartei CSU erwarte ich – auch in der Großstadt München ! – den Mut, auch zu kritischen Themen, die die Menschen heute dringend bewegen – eine ganz klare, heißt unmissverständliche Position zu beziehen, diese zu erklären und dazu zu stehen.

Reinhard Krohn München

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