Gemeinsame Ethik

Andreas Thieme: „Ich dachte, das schafft er“; München 26. April

Jetzt wissen wir endlich, was ein Menschenleben wert ist: rund gerechnet 8000 Euro, die mit zwei Transaktionen auf ein Staatskonto überwiesen werden und basta. Das enthebt diese Wesen, die Hirn und guten Menschensinn ohnehin ausschalten, jeder weiteren Verpflichtung und jeglichen weiteren Konsequenzen. Der Spezl wird nicht wieder lebendig und für die Mutter ist es eine riesige Watschn. Wenn ja wenigstens sie was von dem Geld hätte, zum Beispiel in Form einer lebenslangen Rente! Ich hielte es für überlegenswert, ob man diesen Männern nicht soziale Dienste aufbrummen sollte, bei deren Ausführung sie als Delinquent und Büßer erkennbar sind. Ich kenne das aus anderen Ländern. Unsere Gesellschaft hat sich verändert und mit ihr auch das soziale Ehrempfinden. Solange wir die Menschen immer nur über den Geldbeutel erziehen wollen, untergraben wir unser Ehrgefühl und unsere Werte werden nicht mehr (an-)erkannt. Wir brauchen aber eine gemeinsame ethische Struktur, wenn wir die Vielzahl unterschiedlicher Kulturen unter einen Hut bringen wollen, und dabei als Deutsche selbst ernst genommen werden wollen. Ich lebe deshalb so gern in Bayern, weil hier Mitmenschlichkeit und Tradition und Religion noch hochgehalten und gelebt werden. Umso mehr enttäuscht mich ein derartiges Urteil ohne jedes Feingefühl. Absolut unbayerisch. 

Irene Jente München

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