2 Leserbriefe

Bessere Verkehrskonzepte

Laura Felbinger:Straße in die Zukunft;München 1./2. Februar

Eigentlich ist morgens und abends zu Hauptverkehrszeiten, die U-Bahn schon heute so stark überlastet, dass man oft die nächste U-Bahn freiwillig abwartet, weil kein Einsteigen mehr möglich ist. Somit ist der dringendste Bedarf die Kapazität der U-Bahnen zu erhöhen, dass ein Umsteigen weiterer Personen überhaupt erst möglich sein wird. Tramlinien sind für Pendler keine Alternative, da sie zu lange Fahrzeiten aufweisen und sind eher für städtische Bewohner von Interesse. Die Parkhäuser außerhalb des Stadtzentrums müssen über genügend Kapazitäten verfügen, damit man sie überhaupt erst ansteuern kann. Viele Parkhäuser sind nachts jedoch eher Gruselzonen. Das Problem bei Mitfahrgelegenheiten ist eher ein Wunschdenken. Wer hat morgens Zeit, nach Personen zu suchen, die man noch mitnehmen könnte. Das Problem bei Mitfahrern ist grundsätzlich, mit nur relativ wenigen Personen möchte man überhaupt zusammen im Pkw sitzen. Schon heute wähle ich lieber die Alternative zu Fuß zu gehen, um die letzten Kilometer zurückzulegen, als bei unbekannten Personen ins Auto einzusteigen, obwohl es eine Mitfahrerbank gäbe. Ich habe auch noch nie gesehen, dass dort jemand sitzt. Normalerweise spricht man lieber Personen an, die man kennt, ob sie einen mitnehmen können. Auf Dauer ist das aber eine sehr lästige Angelegenheit. Die High-occupancy vehicle (HOV) lanes auf der rechten Seite sind ein grundsätzliches Problem, denn es ermöglicht Autos auf der linken Spur, dann nicht mehr eine Ausfahrt ansteuern zu können, ohne die HOVS zu kreuzen. Es ist wahrscheinlich auch sehr unfallträchtig, wenn die Autos auf der rechten Spur schneller unterwegs sind. Persönlich finde ich die Regelung mit mehr als 3 Personen diskriminierend gegenüber Personen, die keine Mitfahrer finden, weil sie alleine leben. Großfamilien sind hier klar im Vorteil. Ungerecht gegenüber Personen, die beruflich allein unterwegs sein müssen, da ihr Beruf darin besteht, sich beispielsweise um Personen in Privatwohnungen zu kümmern. Selbst derjenige kann sich dann ärgern, der ansonsten fast immer öffentlich fährt, aber nur ausnahmsweise mit dem Auto in die Stadt fährt. Zuletzt finde ich auch Pendlerstreifen eine absolut unsinnige Bezeichnung, den dies hört sich nach einer Bestrafung der Pendler an. Wenn es eine schnelle Spur geben soll, dann soll es Stadtbewohner und Pendler betreffen.

Brigitte Gruber

Walpertskirchen

Was hat eigentlich die Rathaus SPD während der letzten zwei Legislaturperioden gemacht? Das letzte Verkehrskonzept für München stammt aus 2006. Da kommt einem der Satz „Elisabeth Merk pocht auf vorausschauende Planung…“ in einer stark wachsenden Stadt wie München schon beinahe zynisch vor. Es ist auch interessant, dass die SPD im Wahlkampf plötzlich das Thema Verkehrsplanung aufnimmt, obwohl es gegen die Forderungen aus Stadtteilen, die im Verkehr ersticken, seit Jahren ignoriert wurde. Große Baugebiete werden realisiert, ohne den Verkehr ganzheitlich zu planen. Vielleicht wird die SPD aber auch nervös, da nun andere Wählergemeinschaften, wie die München-Liste, zur Kommunalwahl zugelassen sind, die sich die Themen Wachstum und Verkehr auf die Fahne geschrieben hat.

Marco Pagnin

München

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