Vermeintlicher „Ladendiebstahl“ – unfassbar!

Vermeintlicher „Ladendiebstahl“ – unfassbar!

Stefanie Wegele:Hausverbot für Seniorin:„Ich bin doch keine Diebin“;München 29. September

Ich bin entsetzt, dass eine Edeka-Filiale einer sehr stark sehbehinderten Frau auf Grund eines Versehens Hausverbot erteilt. Die arme Frau hat die zwei Produkte in ihrem Einkaufskorb übersehen, weil sie sie mit einer Stofftasche aus Versehen zugedeckt hatte. Warum hat die Verkäuferin nicht mithilfe ihres Spiegels versucht, von der Kasse in den Korb zu schauen und dann die Kundin gebeten, die Tasche anzuheben, da sie nicht reinschauen kann? Sie ist vor Abschluss des Kaufvorgangs sogar verpflichtet, in Einkaufswagen usw. zu schauen.

Ein Diebstahl heißt, eine bewegliche Sache in der Absicht wegzunehmen, sie sich rechtswidrig anzueignen. Davon kann doch überhaupt nicht die Rede sein. Ich erwarte, dass differenziert wird, ob z.B. ein Jugendlicher vorsätzlich klaut oder eine sehr stark sehbehinderte Frau zwei kleine Waren in ihrem Korb übersieht.

Der deutsche Einzelhandel hat laut dem Artikel Verluste durch Diebstahl in Höhe von über 3,7 Milliarden Euro pro Jahr. Es ist ja beruhigend, dass sich diese Summe nicht noch um 1,65 Euro erhöht.

Ich hätte da eine ganz pragmatische Lösung: Stellt mehr Verkäuferinnen ein, dann muss ich nicht solange nach Produkten suchen, die schon wieder umgeräumt wurden, und nebenbei wird durch die erhöhte Präsenz des Verkaufspersonals weniger gestohlen.

Ich würde mir wünschen, dass sich die Nachbarn der Seniorin mit ihr solidarisieren und solange diesen Markt boykottieren, bis das Hausverbot aufgehoben wird. Ich würde es so machen. Schwabinger, los, zeigt Solidarität!

Ines Reithmeier
Nandlstadt


Es ist unfassbar, wie wenig einfühlsam Teile der noch arbeitenden Bevölkerung mit alten und dazu sogar behinderten Menschen umgehen. Mir selbst (weit jünger) ist es schon öfter passiert, dass ich kleine Teile in meinem Einkaufskorb übersehen und erst nach dem Einpacken entdeckt habe. Um wie viel mehr sollte man Verständnis und Nachsicht mit einer fast blinden Person haben, die ihr Blindenabzeichen sogar offen sichtbar trägt. Dass die Wachleute kein „Einsehen“ haben, kann ich noch verstehen. Aber dass sich auch die Geschäftsleitung dermaßen uneinsichtig und unmenschlich verhält, finde ich vollkommen unakzeptabel.

Mein nächstgelegener Lebensmittelladen ist ein Tengelmann/Edeka – diesen werde ich nun so lange boykottieren, bis Edeka sowohl das Hausverbot für die alte Dame aufhebt als auch ihr die 100 Euro Strafe erstattet – andernfalls wird mich dieser Laden mindestens ein Jahr lang nicht mehr sehen. Und ich hoffe, dass auch andere Bürger auf so ein Verhalten mit Kaufboykott reagieren.

Magdalena Osinski
München

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