Leserbriefe

Es könnte sein, dass die AfD davon profitiert

Sebastian Horsch: Nach rechtsaußen nie abgegrenzt; Christian Deutschländer: Lücken füllen statt einlullen; Kommentare 16. Januar

In seinem Kommentar zur Überprüfung der AfD durch den Verfassungsschutz vermutet Sebastian Horsch, dass davon unter Umständen die CDU profitieren könnte. Das mag so sein. Es könnte aber auch sein, dass davon in erheblichem Ausmaß die AfD selbst profitiert, indem sie erklärt, dass die „Altparteien“ – so der AfD Jargon – mangels überzeugender politischer Argumente vor allem in der Asylpolitik, nun dazu übergingen, mithilfe des Verfassungsschutzes die AfD in die rechtsextreme Ecke zu stellen und damit mundtot zu machen. Beflügelt wird diese Argumentation aus der Sicht der AfD noch dadurch, dass Innenminister Seehofer erklärt, der Rechtsstaat müsse das rechtlich Gebotene tun, während sich eben dieser Rechtsstaat bei der ebenfalls gebotenen Abschiebung abgelehnter, straffällig gewordener Asylbewerber noch immer auf der Nase herumtanzen lässt. Wer der AfD politisch entgegenwirken will, sollte dies mit guten politischen Argumenten und noch besser mit überzeugenden politischen Taten tun. Und er sollte sich auch die Feststellung von Christian Deutschländer zu Herzen nehmen, der in seinem Kommentar in der gleiche Ausgabe dieser Zeitung schreibt, dass noch immer die Migration, positiv wie negativ, das wichtigste Thema für die Bayern ist.

Ludwig Mailinger

Miesbach

So sicher, wie es im Mittelalter die Hexen mit den Teufeln trieben, so sicher ist heute die AfD dem Nationalsozialismus (so u.a. der heimliche Hoffnungsträger der CDU Merz) verfallen. Und so sicher, wie im Mittelalter die Hexen nach dem Folterkeller auf dem Scheiterhaufen landeten, so sicher landet heute die AfD beim Verfassungsschutz. Abgesehen von der unvorstellbaren Grausamkeit, unter der im Mittelalter diese armen Menschen zu leiden hatten, für einen vernunftbegabten Menschen ist das damals wie heute eine Lachnummer. Alles Quatsch. Wer weiß, ob das gut geht. Alte deutsche Sprichwörter stehen dagegen. Lügen haben kurze Beine.

Was behauptet der Verfassungsschutz denn noch bei der AfD finden zu wollen, was ihm nicht schon längst bekannt ist? Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Es fragt sich, ob nicht am Ende die Initiatoren dieser Dummheit selbst hineinfallen, weil sie die Wähler für so blöd halten, diesen politischen Schachzug nicht zu erkennen. „Wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ Das werden wir sehen, wenn Europa- und Landtagswahlen vorbei sind. Auf der Zivilisationsstufe, auf der wir uns zum Glück immer noch befinden, ist die einzige erfolgversprechende Möglichkeit, gegen die AfD vorzugehen und verlorene Wähler zurückzugewinnen, sie mit Argumenten zu schlagen. Die Drohkulisse „Verfassungsschutz“ ist für dieses Ziel der absolut falsche Weg.

Germut Bielitz

Grainau

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