Nationalkonservativ?!

 „Lucke verlässt die AfD“, Titelseite 9. Juli, Georg Anastasiadis: „Lucke weg – die AfD allein zu Haus Frag Gabi Pauli“; sowie Mike Schier und Til Huber: „Bernd Lucke: Die Geister, die er rief“; Politik 10. Juli

Zu lesen und zu hören, AfD-Chefin Frauke Petry und ihr Anhang seien „nationalkonservativ“, versetzt mir jedes Mal einen Stich ins politische Herz. „National“ wie „konservativ“ sind ja ursprünglich durchaus ehrenwerte Vokabeln, selbst wenn man die dahinterstehenden politischen Einstellungen nicht teilen mag. Dass die beiden Bezeichnungen in ihrer Zusammensetzung als Etikett für Petry & Co. verwendet werden, beschädigt sie für alle Zukunft. Und, was noch schlimmer ist: Damit eine Politik zu benennen, die johlenden, ewig gestrigen ultrarechten Dumpfbacken Raum bietet, ist eine massiv irreführende verbale Schönfärberei. Realistischer und ehrlicher wäre es, von Petrys AfD zu sprechen als „nationalistisch-reaktionär“.

Peter Maicher Zorneding

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