Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

Auf und Ab der AfD in der Wählergunst

Georg Anastasiadis: Petrys Alternative zur AfD; Kommentar, Til Huber: Petrys Warnschuss nach Rechtsaußen; Politik 31. März

Weder Desinformation noch Gegenpropaganda: Was erwartet der Leser des Münchner Merkur? Ein Kompliment vorab: Im Vergleich zu anderen Presseorganen verhehlen die Berichte (Til Huber) und Kommentare (Georg Anastasiadis) nicht, dass sich die schreibende Zunft mit dem Auf und Ab der AfD in der Wählergunst schwer tun, sie sind erfreulicherweise bemüht, die Entwicklung aus der Distanz und damit objektiver zu bewerten als die Konkurrenz. In der Tat macht es die AfD einem um Objektivität bemühten Wahlbürger und Nichtmitglied, aber auch der eigenen Klientel nicht leicht, das Erscheinungsbild in Texten der Presse oder bei Veranstaltungen der Partei realistisch zu erfassen, solange kritische Beobachter ausgeschlossen werden und, so muss es beim Leser ankommen, nur das eigene Bild als richtig, andere Perspektiven und Wertun- gen pauschal und selbstüberheblich als Fälschung oder Lüge abgetan werden. Konkret: Hat die Bundessprecherin und Landesvorsitzende von Sachsen, Dr. Frauke Petry, auf der Nominierungsversammlung in Weinböhla nur geschwächelt oder darf man ihren Gefühlsausbruch als „Erpressungsversuch“ oder „kalkulierte Drohung“, als „Zeichen einer enormen Verunsicherung, wenn nicht einer emotionalen Verzweiflung“ (Hajo Funke) abtun, das geeignet sei, die AfD bei an-stehenden Wahlen unter die 5%-Hürde zu drücken? „Quo vadis, AfD mit und ohne Frauke Petry?“ Es ist Zeit, bei der AfD genauer hinzusehen, wo die innerparteilichen Gräben verlaufen, wer sie verursacht, wer Eklats provoziert und ob, mit Blick auf den mündigen Wähler, gemäßigte Kräfte ge- wonnen oder gezielt abgeschreckt werden sollen, um einem lautstark agitierenden rechten, ja extre- mistischen Rand freie Bahn zu schaffen. Die Glocke eines Versammlungsleiters oder zur Disziplin mahnende Worte scheinen nicht auszureichen, um geschichts- und gesichtslosen Widersachern Paroli zu bieten – einen Roland Ulbrich (Leipzig), einen Norbert Mayer (Freital) oder einen Heiko Hassenkemper (Freiberg) wird weder Satzung noch Geschäftsordnung irgendeiner Partei beeindrucken, „Intimfeinde“ wie die Gaulands, Poggenburgs oder Höckes erst recht nicht. In Bayern kennt man das Zitat von FJS: „Feind, Todfeind, Parteifreund“.

 Willi Eisele Wolfratshausen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bescheiden?
Teurer Alt-Bundespräsident; Politik 20. August
Bescheiden?
Politische Brandbeschleunigung
Mike Schier: Trump zündelt mit, Straßenkämpfe in Charlottesville; Politik 14./15. August
Politische Brandbeschleunigung

Kommentare