Grenzen der Rechtsstaatlichkeit

Claudia Möllers: Perfide Taktik; Kommentar 7. November

Mit Ihrem herzerfrischenden Kommentar betreffend der von der AfD und ihren Anhängern ausgesprochenen Drohungen gegen den Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, haben Sie mir wahrhaftig aus der Seele gesprochen. Ausländerhass hat in einem Land, das 6 Millionen Juden ermordet hat, und dankbar sein kann, dass es nach dem 2. Weltkrieg überhaupt noch existiert, kein Thema sein. Ein Land, das seine heutige Wirtschaftskraft, politische und wirtschaftliche Performance, einer Armada von Millionen von Gastarbeitern zu verdanken hat, die Deutschland aufgebaut haben, hat kein Recht, jetzt Ausländerhass zu predigen. Ich habe keine Angst vor einem erstarkenden Islam, der bestenfalls den lasch und träge gewordenen Christen in diesen Gefilden etwas „einheizt“, eher, und hier zitiere ich die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel, einem „schwachen Christentum“, das seine Werte, seine Herkunft, aber auch biblischen Prinzipien nicht mehr kennt oder kennen will. Ein altes Sprichwort, oder auch biblisches Zitat sagt „Hochmut kommt vor dem Fall“. Eben diesen Hochmut legen diejenigen an den Tag, die jetzt und heute einen verdienten Mann, wie Erzbischof Ludwig Schick in aller Öffentlichkeit diffamieren. Sie werden als erste purzeln, wenn der Wind in diesem Lande wieder mal etwas rauher weht. Es liegt an uns Deutschen, solchen gegen Grundrechte der Menschheit und Menschlichkeit verstoßenden Parteien und Individuen klar die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit aufzuzeigen und sie nett aber sehr bestimmt, in die Schranken zu weisen. Eine Schweigen, ein passives Zuschaudasein, eine es-allen-recht-machen-Philosophie, wird Individuen, die eben diese Angriffe gegen Erzbischof Ludwig Schick triggerten, nur noch ermuntern, weiter in dieser Richtung vorzugehen. „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht“ gilt auch hier. Hier sind ganz klare Ansagen, gerade eben auch der Öffentlichkeit, der Politik notwendig, um solchen Verbalattacken schon im Planungsstadium das „Wasser abzugraben“ Ich bin begeistert, dass ein Medien-Repräsentant, hier der von mir sehr geschätzte Münchner Merkur, hier „Klartext“ spricht. Es war immer schon meine Vermutung, dass die AfD in Bälde, nach den strohfeuerartigen Erfolgen in den Kommunalwahlen, sehr bald ihr wahres Gesicht zeigt. Möge Ihr Kommentar, und diesen sollte wirklich jeder ernsthafte Bürger unseres Landes lesen, viele Menschen zumindest nachdenklich stimmen, welche Art Mensch / welche Art Partei hier anstrebt, in den 2017 in den Bundestag einzuziehen, um die Geschicke von Deutschland zu regeln. Angela Merkel und die CDU, als auch die SPD, können von Glück reden, dass noch 1 Jahr bis zur nächsten Bundestagswahl hin ist, Zeit, in der der politische Kontrahent beweisen muss, dass er „salonfähig“ ist. Meine starke Annahme ist, dass die AfD und ihre rechtspopulischen Anhänger sich in dieser Zeit selber „zerlegen“ werden und am Ende ein Scherbenhaufen zurückbleibt. Liebe Frau Möllers, nochmals herzlichen Dank für Ihren Mut, und dass Sie persönlich alles gegeben haben, um in wenigen Zeilen uns (Leser) vor Augen zu führen, was alles hinter dem Angriff auf den Bamberger Erzbischof steckt. Für Ihre Arbeit als auch Ihr gesellschaftliches Engagement wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg und vor allem Gottes reichen Segen. „Hut ab“ vor Ihrem Mut, Ihrer Zivilcourage und Ihrem präzisem Sachverstand als Journalisten einer Tageszeitung, die ich über alle Massen schätzen- und liebengelernt habe. 

Christian H. Scholl München

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