Altersversorgung langlebig planen

Wilhelm Christbaum: „Riestern und Maschmeyern“; Kolumne Politik 17. Januar

 Man staunt nur, was sich im Umfeld der gesetzlichen Sozialversicherung abspielt. Sicherlich verständlich, dass die Privatwirtschaft hier aktiv wird, weil es der größte Ausgabeposten im Bundeshaushalt ist und man von dem Kuchen auch Stücke will. Es ist noch gar nicht lange her, dass die „Weisen“ in den Talkshows für die Altersversorgung Aktien als das beste Mittel propagiert haben. Nach dem Börsenkrach hört man darüber nichts mehr. Ist die Altersversorgung so kurzlebig zu planen? Als weitere Lösung des durchaus vorhandenen Problems wurde die Änderung des Umlageverfahrens in ein Kapitaldeckungsverfahren gepriesen. Es hat zwar niemand genau ausgeführt, wo der Kapitalstock herkommen soll oder wie er gebildet wird, aber es wurde trotzdem diese Lösung propagiert. Leider hat man wohl vergessen, dass unser Sozialversicherungssystem zwei Weltkriege, zwei Inflationen und die Wiedervereinigung durchgestanden hat – es übersteht sicherlich auch in der Euro-Krise. Ich bin seit Jahren in verschiedenen EU-Projekten im Ausland tätig – Bereich Unfallversicherung. Ich wundere mich immer wieder, wie die ausländischen Partner unser Sozialversicherungssystem loben und auch teilweise einführen wollen. Meistens scheitert es dann an den Geldmitteln. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, dann kann ich darüber nur staunen, wie wir selbst unser Sozialversicherungssystem madig machen, aushöhlen und mit systemfremden Leistungen belasten. Die Lobbyisten sind dabei die größten Grabschaufler. Ich finde es gut, dass Sie dieses Thema kritisch behandeln. Machen Sie bitte weiter!

Alwin Elf Planegg

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