Merkel verharrt im Ungefähren

CDU verpasst Merkel einen Dämpfer; Titelseite, Georg Anastasiadis: Einsam an der Spitze; Kommentar 7. Dezember

Warum spendiert sie dann Frau Merkel 11 Minuten einen stehenden Applaus. Ein schwacher Höflichkeitsapplaus hätte der Bevölkerung gezeigt, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. 

Erik Doffek München

Das war es nicht! Merkel verpasste in Essen dann doch den sehnlichst erhofften Sprung nach vorne. Was sie den Delegierten zu bieten hatte, entsprach längst nicht in allen Belangen den vielleicht zu hoch gespannten Erwartungen vieler Teilnehmer auf dem Parteitag. Merkel wäre allerdings nicht Merkel, wenn sie sich zu einem Rollback ihrer sibyllinisch arteigenen Politik hinreißen ließe. So blieb sie zwangsläufig deutlich unter ihren Möglichkeiten und verharrt so gefährlich kommod im Ungefähren. 

Thomas Prohn Erding

Sie schreiben: „CDU verpasst Merkel einen Dämpfer“. 89.5 Prozent Zustimmung – ein Dämpfer? Ich hätte zwar in der augenblicklichen Situation auch für Frau Merkel gestimmt, aber ich halte es für ein gutes Zeichen für die Demokratie, wenn auch innerhalb einer Partei abweichende Meinungen möglich sind. 

Dr. Ulf-H. Knabe Weilheim

Es ist nicht zu fassen, dass die CDU nach den verheerenden Wahlniederlagen des letzten Jahres erneut Merkel gewählt hat, anstatt eine frische, unverbrauchte und vor allem fähige Person an die Spitze zu stellen. 

Andreas Michael Haltmair Gmund

Es ist schwer erträglich, dass Frau Merkel ab September 2017, nach dann bereits 12 Amtsjahren an der Spitze, wahrscheinlich für weitere 4 Jahre Kanzlerin sein wird. Daran ändert auch der Minidämpfer des Merkel-Wahlvereins CDU nichts, bei immerhin fast 90 % für die Wiederwahl. Sie hat seit Jahren gravierende Fehler gemacht, die uns noch sehr viel Geld kosten werden, große gesellschaftliche Probleme bereiten und Europa destabilisieren werden. Eine Wiederholung dieser Fehler erübrigt sich. Sie sind alle bekannt. Leider hält man in der Union eine Kanzlerin Merkel für alternativlos. Das liegt aber nicht nur an Merkels Personalpolitik, sondern auch an der fehlenden, mutigen Diskussionskultur. Daher sollte unser Wahlsystem im Interesse aller Parteien dringend reformiert werden, um lähmende Verkrustungen aufzubrechen: 1. Die Zahl der Bundestagsabgeordneten wird z. B. auf 600 limitiert. Die Ausgleichsmandate werden abgeschafft. Die direkt errungenen Mandate werden noch wichtiger, weil sie voll zu Lasten der Listenmandate gehen. 2. Die Amtszeit des Bundeskanzlers wird auf maximal 2 Perioden begrenzt, sodass die Regierungspartei permanent an einem breiten Unterbau kompetenter Leute interessiert sein muss, auch im Hinblick auf potenzielle Nachfolger. 3. Die Wahlperiode wird andererseits von 4 auf 5 Jahre erhöht, um die Effizienz zu steigern und zeitlichen Stillstand durch Wahlkämpfe zu verringern. 

Werner Klein Unterschleißheim

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