Vielleicht ein Rest an Anstand und Menschlichkeit

Georg Anastasiadis: „Todeskuss aus Paris“; Kommentar, „Mehr Vorbereitung für die Rückkehr?“; Leserbriefe 15. Februar

Europa, die USA, Türkei und Russland versagen elendig. Man muss sich für alle Parteien schämen, denn die schrecklich leidenden Menschen scheinen niemanden wirklich zu interessieren. Jetzt soll der nicht enden wollende Flüchtlingsstrom den Griechen aufgehalst werden. Vorausgesetzt, die Hotspots in Griechenland funktionieren, Europa will aber keine Kontingente, was wird mit den zu erwartenden hunderttausenden Flüchtlingen in Griechenland passieren? Griechenland ist selbst am Boden und hat das große Pech, der direkte Nachbar der Türkei zu sein. Kann mir jemand erklären, wie Griechenland damit fertig werden soll? Frau Merkel, bitte nicht wieder „Wir schaffen das „. Arbeiten Sie und Ihre Mitspieler mal zwei Tage in einer größeren Unterkunft.

Jutta Schweickert Germering

Ihre Kommentatoren mögen mit sehr viel Häme die Entwicklung der Flüchtlingskrise in Europa betrachten und immer neue Attacken gegen die Kanzlerin auffahren, aber vielleicht zeigt Deutschland wirklich den Rest an Anstand und Menschlichkeit der Welt. Selbst unsere muslimischen Mitbürger finden keine Worte der Unterstützung für diese humane Geste. Ihre Gotteskrieger, die für sich in Anspruch nehmen, für Allah zu kämpfen, würdigen weder die Schöpfung und ich glaube auch nicht den Willen Allahs. Ihre Religionsführer können wohl kaum behaupten, dass der Islam eine friedliche Religion ist. Wann wachen sie endlich auf und lassen ihren Glauben nicht instrumentalisieren? Es offenbaren sich so viele Erbärmlichkeiten. Ich lebe lieber in einem Land, das Humanität in seinem Vokabular kennt und danach handelt.

Inge Glas Seeshaupt

Leider weckt die Parole „Integration“ unglücklicherweise bei Flüchtlingen die Hoffnung, dass nach bestandenen Integrationskursen hier alles glatt läuft. Dann aber entscheidet die Marktwirtschaft, denn die Automatisierung schreitet ja fort: Kleine Rückschläge bei der Autoindustrie führen zum Stellenabbau im gesamten Umfeld. Auf Baustellen dominieren anerkannt tüchtige und beinahe kältefeste Spezialisten aus Osteuropa. Bleiben vor allem die Jobs in Großküchen usw. Wie soll das für Millionen reichen? Dauerhafte Kosten für Unterhalt, Soziales, Übersetzungsdienste, Betreuung, Überwachung und Sicherheit werden unseren Produktionsstandort weiter verteuern, so dass Betriebe abwandern. Doch die Rückführung der Flüchtlinge könnte schwierig werden. Wie wäre es mit folgender Lösungsidee: Aufbau einer neuen Stadt für und durch Flüchtlinge an der Küste Afrikas (Venedig und Hongkong haben ja auch einen ähnlichen Ursprung). Natürlich müsste die EU bzw. die BRD für Kauf/Pacht des Gebietes, Energieversorgung, Meerwasserentsalzung, Baumaterial und Nahrung bezahlen.

Hans G. Musch Otterfing

Wenn kein Land mehr Flüchtlinge aufnehmen kann oder will, warum errichtet dann nicht die UNO (alternativ EU) Sicherheitszonen in den betroffenen Ländern wie Syrien oder Irak, deren Schutz die Weltgemeinschaft garantiert? Dort können unter dem Schutz von Blauhelmsoldaten (bitte anders als in Srebrenica) Flüchtlingslager (ohne Waffen!) auf Kosten der UNO (alternativ EU) eingerichtet und betrieben werden. Vorteile: Die Flüchtlinge sind sicher, versorgt, in vertrauten Klimazonen und müssen keine gefährlichen Reisen unternehmen. Die Weltgemeinschaft (alternativ EU) zahlt entsprechend den Beiträgen der Mitglieds-Länder (damit sind auch „Asylverweigerer“ mit im Boot) Bei Kriegsende ist eine rasche Rückführung je nach Wiederaufbau möglich.

Dr. med. Volker Juds Garmisch-Partenkirchen

Das heutige Asyl-Desaster in Deutschland und Europa, verursacht durch Frau Merkels so hochmoralischen wie unehrlichen, vielleicht auch wohlmeinend, törichten Umgang mit der Flüchtlingsfrage, droht unsere formidable Demokratie und damit auch Europa in den Ruin zu treiben! Frau Merkel, die sich wohl auf einer „historischen Mission“ wähnt, weigert sich nach wie vor, zu begreifen, dass die Angabe einer verkraftbaren Größenordnung von Flüchtlingen (d.h. eine Obergrenze), die ein Staat, eine Gemeinschaft aufnehmen kann, ohne an dieser Aufgabe und den Folgen für die Gesellschaft zu zerbrechen, zwingend notwendig ist! 2015 war doch erst der Anfang einer illegalen Masseneinwanderung nach Europa, die die nächsten Jahrzehnte anhalten wird! Die staatsgefährdende Politik von Frau Merkel, - spaltet Europa - belastet die deutschen Steuerzahler mit ca. 50 Milliarden Euro pro Jahr! dieses Geld fehlt für wichtige Investitionen in die globale Wettbewerbsfähigkeit und für die Zukunft unseres Landes! - beschert unserem Land Zuwanderungskosten von unglaublichen 900 Milliarden Euro!! Wer aber, so wie Frau Merkel, die Bedenken und den mehrheitlichen Willen des deutschen Volkes ständig und auf Dauer ignoriert, wer in Deutschland Recht und Ordnung außer Kraft setzt, wer auch europäisches Recht bricht, wer Milliarden Euros auf Kosten der deutschen Steuerzahler großzügig verteilt, der hat den Anspruch verloren, unser Land zu führen und Europa mitzugestalten! Deshalb auch mein persönliches Schreiben an Frau Merkel vom 19. September 2015, mit der Aufforderung, zurückzutreten, Merkels jüngste, eher alte als neue Vorschläge zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, zeugen von einer weiteren Fluchtbewegung unserer Politik aus der Realität! Das wirkt nicht nur hilflos, es ist es auch! Schlimmer noch: es wird zu keiner maßgeblichen Verbesserung der Lage führen! Europa zu bewahren und auszubauen, vor allem die europäische Identität zu erhalten, sollte oberstes Ziel deutschem und damit europäischer Politik sein und bleiben!

Gerd Tausch Unterhaching

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