Politiker müssen den Wählerauftrag ernst nehmen

„Abgehobene Selbstbeweihräucherung“; Leserbriefe 8./9. Dezember, „,Merkel ist zweit- mächtigster Mensch‘“; Titelseite 7. Dezember, Georg Anastasiadis: „Er schnurrt!“; Kommentar 6. Dezember

Aha, ich verstehe, es gab seit jeher immer Mächtige unterschiedlicher Art. So zum Beispiel Gott und den Sparifankerl. Gott als der Mächtigste und der Sparifankerl als der Zweitmächtigste. Siehe hierzu: Academic dictionaries and encyclopedias. Da ist zu lesen: „Der Teufel (von griechisch Diábolos, wörtlich „der Durcheinanderwerfer“ im Sinne von „Verwirrer, Faktenverdreher, Verleumder“; lateinisch diabolus) wird in verschiedenen Religionen als eigenständiges Geistwesen angesehen.“ Also mir persönlich kommt unsere Bundeskanzlerin in mancher Hinsicht auch als sehr eigenständiges Wesen vor. Sie vertritt nicht mehr in erster Linie die Interessen der Bewohner der Bundesrepublik Deutschland, sondern das verwirrende Gebaren der Finanzwelt, das vermutlich keiner mehr so richtig überblickt und versteht. Die Folge ist, nach Macht folgt Ohnmacht. Auch das ist, so wie es derzeit aussieht und in der Situation, in der wir uns jetzt befinden, anscheinend alternativlos. Das wird auch kein Peer Steinbrück ändern. Dieser dubiose Zustand kann nur geändert werden von den Wählern selbst und von mutigen, korrekten Politikern, die ihren Wählerauftrag im Sinne unseres Grundgesetzes ernst nehmen!

Joseph Breinbauer Gernlinden

Schäuble sagt, er hat kein Geld, die Rente älterer Mütter und Geringverdiener zu erhöhen, weil 730 Millionen nach Griechenland wichtiger sind. Es gehen 2013 56 Milliarden Steuerüberschuss ein. Die 730 Millionen sind nur eine Beruhigung vor der Wahl. Die Bürgschaften, ESM-Zusagen mit Milliarden Euro werden danach fällig. Nach der Wahl 2013 gehen uns die Augen auf. Da fragt man sich, was an der CDU/CSU/FDP und Merkel noch sozial ist. Samaras hat Umfaller Seehofer weichgeklopft, so wird er nicht mehr Griechenlands Rauswurf fordern. Es bleiben nur mehr Gauweiler, Söder und Bosbach mit klarem Kopf übrig. Die jetzige Euro-Krise hat viele Ursachen. Kohl hat keine Rauswurfklausel in den EU-Vertrag bei Zahlungsunfähigkeit der Länder aufgenommen. Man hat nicht bedacht, dass die 17 EU-Länder mit der alten Währung und Wirtschaftskraft nicht in einen Euro passen. SPD/Grüne hat der Aufnahme von Griechenland mit der falschen Bilanz ohne Rüstungsausgaben zugestimmt. Der Maastrichtvertrag von 1992 „keiner zahlt die Schulden anderer Länder“ wurde von Merkel, Barroso und Brüssel nicht eingehalten. Um den Euro zu halten, hat Brüssel Griechenland nicht rausgeworfen. Griechenland belastet nur die kleinen Leute und besteuert immer noch nicht die Reichen des Landes. Die EU zahlt ja, obwohl Griechenland lügt und immer vorher sagt, wir brauchen kein Geld. Mit der Zusicherung, den Euro unbedingt zu halten, bemüht sich kein Land, wesentlich sein Defizit abzubauen. Es wird Zeit, dass alle deutschen Politiker für das Wohl Deutschlands einstehen, wir nicht mehr an die EU zahlen und bürgen und in Brüssel einmal richtig ausgemistet wird.

Rudi Aumiller Germering

Nimmt man die Leserbriefe ernst, müsste man annehmen, dass wir mit Angelika Merkel die dümmste und unfähigste Kanzlerin aller Zeiten hätten. Herr Dipl.Ing. Gaiser meint, das Merkel nur Macht hat, weil wir ein mehrfach verblendetes Volk sind, dass dieser unfähigen Politikerin blind vertraut. Mit dem von Ihr eingeführten irrsinnigen Rettungsschirm ruiniert sie unsere Wirtschaft und vernichtet den Wohlstand in Deutschland. Von einem Dipl.-Ing. erwarte ich schon, dass er mitbekommen hat, dass die EU-Gemeinschaft zusammen mit Deutschland, mit Herrn Steinbrück SPD diesen nötigen Rettungsschirm kreiert hat. Auch finde ich es anmaßend und unverschämt, wenn er behauptet, ein mehrheitlich verblendetes Volk vertraue Frau Merkel. Ich bin im Mittelstand tätig und schätze, wie der Großteil vieler Menschen, wenn auch nicht alle Maßnahmen, aber viele von Frau Merkel die Rahmenbedingungen sind, die wir brauchen. Herr Liebchen meint, bei der Ermittlung der Beliebtheitsfrage wurden mit Absicht die Leser des Münchner Merkur nicht befragt. Möglicherweise, denn sonst wäre die Beliebtheit noch größer ausgefallen. Herr Rehbein begründet die angebliche Macht von Frau Merkel damit, weil sie als Einäugige mehr sieht als die blinde Opposition. Wenn das stimmt müsste man sie ja alternativlos wählen, oder? Ich sehe in diesen Leserbriefen unsachlichen puren Hass gegen einen nicht ins eigen Bild passenden Politgegner das so keinen Sinn macht. In den zur Zeit schwierigen Entscheidungen für Europas Rettungsschirm gibt es keine einfache Antwort. Altkanzler Schmidt sagte kürzlich in der ARD bei Frau Maischberger auf die Frage: Was würden sie machen: „Ich weiß es nicht, ich kann ihnen die Frage nicht beantworten.“ Allen so schlauen Leserbriefschreibern, die es besser wissen, wünsche ich eine Regierung nach ihren Vorstellungen. Sie würden sicher eine Katastrophe erleben und wären froh, um Mutti Merkel.

Wolfgang Reinhardt Holzkirchen

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