Antieuropäische Stimmung

Georg Anastasiadis: „Montis falsche Rechnung“; Kommentar 18. Januar

Die Aufgaben müssen selbstverständlich von Italien alleine erledigt werden, damit das Land wieder handlungsfähig und stabil wird und keiner hat das in Italien bestritten und es wird entsprechend gehandelt. Montis Regierung arbeitet erst seit knappe zwei Monaten die Reaktionen auf den Märkten sind positiv. Herr Monti ist ein Fachmann der Weltfinanz und kein Politiker, deswegen ist er ausgewählt worden um Italiens Regierung in dieser schwierigen Situation zu führen. Frau Merkel hatte diese Entscheidung sehr begrüßt und als gute Voraussetzung für die Stabilität Europa gesehen. Jetzt muss Frau Merkel die Fachkenntnisse und Meinungen von Premier Monti respektieren ohne solche als Erpressung oder als Druck zu bezeichnen und falsche Eindrücke zu erwecken. Monti hat nicht um Geld für Italien gebeten, damit die Italiener in Saus und Braus weiter leben können, sondern nach eine Regulierung der Zinssatzes und er hat nicht nach „Her mit Eurobonds!“ gerufen. Es ist Ihre Umgangssprache und nicht Montis Sprache. Man kann die Informationen in verschiedenen Versionen überbringen; Sie haben die populistische Variante gewählt und sich gemütlich alter Klischees bedient, ohne sich Gedanken zu machen, wie gefährlich Ihre antieuropäische Stimmung ist. Sie versuchen das Fußvolk gegeneinander auszuspielen und somit die Verursacher wie Banken, Ratingagenturen, Politiker etc. aus dem Fokus herauszulassen. Sie unterstützen ein gefährliches Spiel und somit dass das, was nach dem Krieg geboren wurde, Europa – als Belastung empfunden wird. Sie wissen wohl, zu mindestens aber sollten Sie es wissen, dass die deutsche Regierung als Hauptdarsteller immer beteiligt und Mitgestalter am Geschehen Europas war und ist; sie hat immer gewusst, wo die Schwächen und die Stärken dieser Union liegen und entsprechend gezockt, sie hat sozusagen mit dem Wolf geheult und mitgespielt, sie trägt keine weiße Weste. Wenn Deutschland jemanden rettet, rettet es nur seine eigenen Interessen, seine Banken und letztendlich nur sich selbst.

Anna Anzile Weilheim

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