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Was ist Armut?

Georg Anastasiadis: Stunde der Lobbyisten; Kommentar 3. März

Der Kommentar von Herrn Anastasiadis ist sehr treffend. Die Aussagen zum Armutsbericht sind äußerst ungenau und nicht wertvoll. Wenn ein einzelner Mensch in Deutschland 1800 Euro netto hat, aber 1000 Euro Miete bezahlt, sich mit monatlichen Raten belastet und nicht haushalten kann, dann reicht der Betrag nicht aus. Jemand, der 800 Euro netto zur Verfügung hat und ohne Eigenleistung zu Hause wohnt und isst, dem bleibt mehr zum Leben übrig. Es wäre wichtig, den Menschen wieder beizubringen, wie man mit seinem Geld umgeht: Vor dem Kauf ansparen, aus wenigen, einfachen Lebensmitteln ein vernünftiges Essen kochen, nicht über seine Verhältnisse leben und nur einkaufen, was man wirklich braucht. Eine TV-Sendung bei der ein gutes Essen gekocht wird aus dem, was im Kühlschrank ist, wäre ein Anfang.

 Ilse Bub Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Wieder ein brillanter Artikel des von mir hochgeschätzten Journalisten Georg Anastasiadis über die Armut in Deutschland. Zurecht weist er darauf hin, wie Statistiken missbraucht werden, um in der Öffentlichkeit ein fragwürdiges Bild zu zeichnen. Verarmt das deutsche Volk tatsächlich? Wer mit offenen Augen durch unser Land geht und am sozialen Leben teilnimmt, muss dem widersprechen. Kein Mensch verhungert in Deutschland, und Obdachlosigkeit wird oft freiwillig gewählt. Zudem zeigt ein Blick auf die Geschichte, dass zu keiner Zeit Gerechtigkeit bei der Verteilung der Güter geherrscht hat. Bis weit in das Mittelalter fristete der Großteil der Bevölkerung ein armseliges Leben, stets bedroht von Missernten und daraus resultierenden Hungersnöten, während ein kleine Elite, bedingt durch Grundbesitz, adeliger Abstammung oder dem Klerus angehöhrend, ein angenehmes Leben führte. In Zeiten der Industrialisierung schufteten Millionen von Arbeitern um den Industriemagnaten zu riesigen Vermögen zu verhelfen. Die Arbeiter selbst hausten größtenteils unter menschenunwürdigen Verhältnissen und schafften es kaum, ihre meist vielköpfigen Familien, mit dem Nötigsten zu versorgen. Mangelernährung, fehlende Hygiene und Krankheiten sorgten für eine geringe Lebenserwartung. Auch die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und das beginnende 20. Jahrhundert brachte, bedingt auch durch die beiden großen Kriege, keine Verbesserung der Lebensumstände. Heute sind wir weit entfernt von den Nöten dieser Zeit. Hauptgründe für Sozialfälle unserer Tage sind die völlig überhöhten Kosten für das Wohnen, durch ausufernde Spekulationen bei Immobilien und die hohe Scheidungsrate. Die Mehrzahl der am Existenzminimum befindlichen Personen sind Alleinerziehende (Stichwort: Kinderarmut). Das Zerbrechen einer Partnerschaft bringt nicht nur seelisches Leid für die Kinder, sondern hat auch gravierende wirtschaftliche Folgen. Die Kosten für Wohnung, Ernährung, Mobilität (Auto) u.a. multiplizieren sich, die finanziellen Aufwendungen (Unterhalt) erhöhen sich und der Spielraum für die berufliche Tätigkeit (Kinderbetreuung) engt sich ein. Somit schafft sich dieser Personenkreis die Not selbst. Allen Auguren sei gesagt: Wir leben trotz allem in einer gut Zeit. 

Friedrich Wörnzhofer Peiting

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