Welch ein Glück dieses Unglück

Georg Anastasiadis: „Deutschland allein“; Kommentar 29./30. Dezember

Unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima prognostizierte ich, was auch eingetreten ist. Für die Grünen und Roten ein vermeintlich gefundenes Fressen. Welch ein Glück dieses Unglück. Für die CDU/CSU/FDP ein Desaster in der Wählergunst, also Ausstieg aus der Kernenergie. Japan in gefährlichen Erdbebengebieten mit geologischen unvergleichlichen Risikofaktoren und das kommunistische Tschernobyl mit Westeuropa zu vergleichen und daraus ein Horrorszenarium zu stimulieren, gelingt den Politikern und Medien in andern Länder weniger. Welcher unserer Nachbarn hat so hysterisch reagiert? Eine typisch deutschnordische Charaktereigenschaft. Viele Milliarden Euro kostet dem Staat und dem Bürgern der populistische Ausstieg. Heute wird gejammert über die explodierenden Strompreise. Aber wer ist schuld? Ganz einfach, die Stromkonzerne Eon, RWE usw. obwohl diese an Börsenwert unverschuldet hohe Verluste hinnehmen mussten. Ein Sparer der von der Bank 0,5 Prozent Zins erhält und Energieaktien kaufte ein Spekulant, Schadenfreude! Erfolgreiche Wirtschaftunternehmen werden als profitgeile Ausbeuter diffamiert. Den Neid hat der Deutsche erfunden? Übrigens hätte die Bundesregierung nach Fukushima mich nach ihrer Taktik gefragt, so hätte ich geantwortet: Strategisch richtig entschieden, der geringste Wählerverlust und zum Trost, die Opposition an eurer Stelle hätte das gleiche getan. Aber, mein Rat: Ich bin zwar kein Freund von Volksbefragungen, aber in dieser volkswirtschaftlichen, milliardenschweren Entscheidung, hätte ich ausnahmsweise ein Volksbegehren angeregt, mit der Frage: Ist Japan und Tschernobyl vergleichbar und seid ihr bereit jährlich hundert und mehr Euro zu zahlen? Die Gutmenschen Künast und Roth würden zur Freude vieler rotieren. Der Mensch ist so leicht manipulierbar und verführbar, er will keiner Minderheit angehören, oft glaubt er alles oder bezweifelt alles. Zum Schluss ein Tipp für alle typisch deutschen Pessimisten: Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du’s hinter dir.

Heinz Tretter Oberhaching

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