Klimawandel:

Ist Trumps Weg in Klimapolitik richtig?

Ausstieg aus der Paris- Übereinkunft: „Die USA sind der größte Verlierer“; Politik und Gefährlich; Leserforum 3./4./5. Juni

Herr Trump hält sich – wie jeder seiner Auftritte beweist – für gescheit, sogar für gescheiter als die anderen. So bleibt der Welt nur die Hoffnung, dass die weitere Steigerung dann „gescheitert“ bedeutet.

Gunar Ehrhardt
Starnberg

Was hat „der böse Trump“ jetzt wieder angestellt? Inzwischen wissen wir es nun ganz genau. Er ist nicht nur skeptisch bezüglich der ungezügelten Massenzuwanderung (das sehen mindestens Zweidrittel der Deutschen und auch der Rest-Europäer ganz ähnlich!), er hat nun auch noch das Pariser Klimaabkommen gekündigt (was er übrigens fristlos kann, weil es in den USA noch gar nicht ratifiziert war). Seine kaufmännisch-nüchterne Begründung: Es kostet extrem viel Geld im Bereich von Billionen Dollar und vermeidet bis zum Ende des Jahrhunderts allenfalls 0,2 Grad Erwärmung, anders ausgedrückt: Das „Preis-/Leistungsverhältnis“ ist ziemlich schlecht. Das hier eingesparte Geld will er lieber für vernünftige Sachen verwenden.

Dabei sind die 0,2 Grad gar nicht sicher. Die Schätzung beruht nicht auf harter Wissenschaft, sondern lediglich auf Computermodellen. Hierzu bräuchte man eigentlich den genauen Wert eines Faktors, der sich „Klima-Sensitivität“ nennt; das ist die Erwärmung der Erde bei einer Verdoppelung des CO2-Gehalts der Atmosphäre (also von derzeit 0,04 Prozent auf 0,08 Prozent). Dumm nur, dass keiner den Wert dieses Faktors überhaupt sicher kennt: Die Spannweite der Schätzungen liegt zwischen minus 1 bis plus 6 Grad C, also im Niveau von Kaffeesatzleserei.

Es gab in der Erdgeschichte schon Zeiten (Kambrium), in denen der CO2-Gehalt der Atmosphäre etwa 10 Prozent betrug, also das 250-Fache des heutigen, ohne dass unserem Globus das Geringste passiert wäre. Man denke auch an die mittelalterliche Wärmeperiode und die römische Warmzeit; alle hatten mit CO2 überhaupt nichts zu tun, wie auch die über 1000 anderen Klimawandel, welche die Erde schon hinter sich hat.

Das wirksamste Treibhausgas ist übrigens Wasser in Form von Dampf und Wasseraerosolen. Über die redet aber niemand, weil noch keiner eine Methode erfunden hat, den Wolken etwas zu befehlen und weil man somit – im Gegensatz zu CO2 – dafür keine Steuern und Abgaben erheben kann.

Dr. med. Peter Rothdach
Rottach-Egern

Während wir diese Zeilen lesen, werden abertausende von wertvollen Tropenbäumen gefällt. Wertvoll nicht nur in Form von Essstäbchen, sondern vielmehr für das Weltklima als CO2-Speicher und Sauerstoffproduzent. In Peking wird man wieder nur mit Schutzmaske laufen können. In Afrikas schlimmster Elektrowerkstatt werden hochgiftige Furane in die Luft gepustet und der Plastikabfall wird einfach in den Fluss gekippt. Es stellt sich also die Frage: Wer ist eigentlich der Chef der sogenannten Staatenlenker? Richtig, wir haben niemanden, jeder macht, was er will, bis der Wahlzettel kommt.

Mr. Trump wurde nun von seinem Volk gewählt, mit klaren Versprechungen. Es scheint, als hätte er die 32 Seiten aus Paris sehr genau gelesen. Wir haben viele, die zuständig sind, aber wenige, die verantwortlich sind. Der Klimawandel ist eine gigantische Umschichtung von Kapital. Wer Jahrhunderte lang die Rohstoffe ausgebeutet hat und gedankenlos verbrannte, muss sein Geld für neue Techniken opfern, smart eben. Schön, dass das Klima nicht an einer Landesgrenze stoppt und das Weltthermometer mit der 2-Grad-Skala noch niemand gesehen hat. Die furzende Kuh aus Texas wird jedenfalls nicht dafür sorgen, dass in China ein Sack Reis fehlt, aber das Geld auf dem Konto weg ist.

Werner Gugetzer
München

Uncle Sam zeigt sein wahres Gesicht. Was haben die Studenten im Westen in den Siebzigern gegen die Außenpolitik der USA in Vietnam, Korea, Kambodscha und Iran protestiert. Jetzt wäre es an der Zeit, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen. Anstatt sich unterwürfig an die USA zu klammern und sinnlos Geld in eine wuchernde Bürokratie in Brüssel zu stecken, sollte man in Europa gezielt in die eigene Verteidigung, in Technologie und in Forschung und Entwicklung investieren. Dann müssten wir keine Schrottpanzer aus Afrika zurückholen und unsere Flugzeuge würden vielleicht wieder fliegen. Es wäre besser, in die eigene Verteidigung zu investieren, als Waffen in alle Welt zu liefern. Auch die erneuerbaren Energien können jede Subvention gebrauchen.

Dr.-Ing. Josef Köhler
Kochel am See

Die Grafik im oben genannten Artikel zeigt für jedermann klar und deutlich, wie winzig klein die Möglichkeiten für einen deutschen Beitrag bei der Klimarettung wirklich sind. Laut der Grafik liegt die Erzeugung der klimaschädlichen Emissionen durch Deutschland bei 2,56 Prozent. Bei beispielsweise zwei Grad zusätzlicher Erwärmung tragen wir also für 0,0512 Grad die Verantwortung. Erzeugt Deutschland keine schädlichen Emissionen mehr, was technisch unmöglich ist, würde die Erhöhung nur noch 1,9488 Grad betragen.

Wenn bei uns so getan wird, als ob deutsche Rettungsversuche das Weltklima spürbar beeinflussen können, so ist das entweder rechnerisches Unvermögen oder eher schlicht grobe Volksverdummung. Kein vernünftiger Mensch würde sich als vorbildlicher Retter hinstellen, wenn er bei einem Großbrand einen Fingerhut voll Wasser für die Löscharbeiten bereitstellt. Die zunehmende Klimaerwärmung resultiert in erster Linie aus dem explosionsartigen Zuwachs der Weltbevölkerung und deren Wunsch nach den „Errungenschaften der Zivilisation“ zur Lebensverbesserung.

Joachim Weiss
Freising

Zum Leserbrief von Herrn Prohn, der Trump als großen Umweltzerstörer bezeichnet. Lieber Herrn Prohn, schauen Sie einmal aus dem Fenster, dann können Sie Umweltzerstörung vor der eigenen Haustür sehen. Donald Trump zerstört auch nicht mehr Umwelt als andere. Sprechen Sie doch mal ihre Stadträte und den Bürgermeister an, denn in Erding feiert man Schrott als Kunst. Trump ist dafür bestimmt nicht verantwortlich.

Ludwig Gschwendtner
Moosinning

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