Schon längst im Internet

Georg Anastasiadis: Draghis falsches Paradies; Kommentar 11. März

Danke für zwei treffende und beunruhigende Kommentare von Herrn Anastasiadis zum Thema Draghi, Leitzins und Abschaffung des Bargeldes. Leider scheinen er und einige andere Mutige inzwischen wie Rufer in der Nacht. Wie der schlaue Herr Draghi vor der EZB angekündigt haben soll, sind die Vorbereitungen abgeschlossen, es geht noch um die Durchsetzung und wie kommuniziert man es. Das scheint nun ganz gut zu klappen, im Merkur ein großer, herablassender Artikel unter dem Titel „Die Liebe der Deutschen zum Bargeld“ - so ähnlich wurde vor Jahren auch bei Einführung des Euro die „Liebe zur DM“ betitelt, Erwin Huber meinte in einem Kommentar, es ist doch wirklich Unsinn, erst holt der Bürger das Geld von der Bank, dann gibt er es einem Händler, der es dann wiederum zur Bank bringt. Hört sich logisch an, aber zwischen Geld bekommen und wieder ausgeben liegt die Selbstbestimmung, das Bay. Fernsehen brachte einen kleinen Film über die Geschichte des Geldscheines, alles mit dem wie selbstverständlichen Schluss, dass dessen Ende ja nun gekommen sei. Die Begründungen sind skurril: Terroristen, Schwarzgeld, sonstige Kriminelle (schon längst im Internet tätig und wer hätte sie jemals gehindert)und dann ist es zu teuer geworden, Geld zu drucken. Und wer glaubt, dass der gesamte Zahlungsverkehr kostenlos stattfinden wird? Vor 70 Jahren haben zumindest die Westdeutschen das erste Mal nach Jahrhunderten der Unfreiheit durch Herrscher aller Art und gewollter Armut in relativer Freiheit und Selbstbestimmung gelebt. War’s das jetzt schon wieder? Der öffentliche Aufschrei außerhalb des Netzes ist eher erstaunlich gering. Wo sind die Bürger, die ihre Rechte sonst bereits gefährdet sehen, wenn sie nicht bei Rot über die Straße radeln dürfen? Unter Volkspetition.org gibt es übrigens eine Petition gegen die Abschaffung des Bargeldes. Zur Beurteilung hilft die uralte und immer richtige Frage: Wem nützt es?

 Christine Lechner München

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