Der richtige Weg der Landwirtschaft

Dirk Ippen: Denn wäre nicht der Bauer ...; Kolumne Politik 28./29. Januar

Wie man eine zunehmende Zahl von Menschen ernähren kann, ist seit Langem bekannt. Vor etwa fünfzehn Jahren sagte der Umweltexperte Josef Heringer von Lauf in einem Vortrag sicher schon lange bekanntes: Ein Hektar Gemüsefläche liefere etwa 14 mal so viel Nahrung als ein Hektar üblich bewirtschaftete Fläche Landwirtschaft. Bereits im letzten Kriege wurde unter großen Anstrengungen der Gemüseanbau massiv erweitert, weil es als einzige Möglichkeit gesehen wurde, aus der verfügbaren Fläche den Ertrag deutlich zu steigern. Aber auch bei der heutigen Landwirtschaft könnten massiv mehr Menschen ernährt werden, wenn die vorhandenen Kartoffel- und Getreidemengen nicht an Tiere, sondern direkt an Menschen verfüttert würden. Aber was weiß ein moderner Mensch mit Kartoffel und Getreide anzufangen? Es ist ja kein Fertigprodukt für den Mikroherd und die Schnellküche. Für den wirtschaftlichen Gemüseanbau genügen 15 Hektar je Landwirt. Wollen das die USA, Kanada, China, Russland und Ostdeutsche usw.? Und die chemische Industrie? Statt 1500 ha nur 15 ha? Und ob die Menschen, bevor sie verhungern, begreifen werden, dass man im eigenen Garten, im Schrebergarten, im Kleinland sogar Gemüse anbauen kann? Und das auch noch unter Freizeit- und Faulheitsverzicht? Ob sie noch oder wieder lernen, dass man im Garten mehr Erholung findet, als im Wochenendstau? 

Alfons Schmid Wielenbach

Zu Ihrer Kolumne vom letzten Samstag möchte ich Ihnen gratulieren und auch danken. Sie befürworten die (grüne) Gentechnik und sprechen sich für Forschung nach wirksamen Pflanzen- schutzmitteln aus. Erfreulicherweise verweisen Sie auch auf die neuen Forschungsmöglichkeiten, die sich durch Entdeckung von CRISPR CAS 9 ergeben. Ich selbst habe im Herbst letzten Jahres meine diesbezügliche Meinung niedergeschrieben und ich komme eigentlich in jedem Punkt zu den gleichen Ergebnissen wie Sie. Allerdings bin ich sehr skeptisch, ob sich diese Auffassung gegenüber den von vielen NGOs, Parteien (zum Beispiel den Grünen) und diversen Politikern vertretenen Meinungen durchsetzen wird. Es wäre wünschenswert! Und deshalb möchte ich Ihnen danken, dass sie dieses Thema aufgegriffen haben. Vielleicht fängt ja jemand an und denkt über diese Problematik nach.

 Dr. Reinhard Kubo Moosinning

Sie schreiben öfter eine Kolumne zum Thema Landwirtschaft. In all Ihren Beiträgen ist unschwer erkennbar, dass Sie ein profunder Kenner der Landwirtschaft und all ihrer Begleiterscheinungen sind. Die Kolumne zur Grünen Woche mit dem Untertitel: „Denn wäre nicht der Bauer...“ greift wieder einmal in unnachahmlicher Art die kritischen Punkte auf, die von den agrarkritischen Gesellschaftsgruppen thematisiert werden. Und sie scheuen sich nicht, auch nicht als Chef der großen Tageszeitung Münchner Merkur, entgegen dem sogenannten Mainstream Fakten und Argumente anzuführen, allerdings ohne in Gegenposition oder Besserwisserei zu verfallen. Es ist mir ein Anliegen, Ihnen dafür meine Anerkennung und meinen Dank auszusprechen. Sicher sprechen Sie auch vielen Landwirtefamilien aus dem Herzen, die sich ja oft für ihre Arbeit auf die Anklagebank versetzt fühlen müssen. Deshalb verdient Ihre Kolumne größte Hochachtung. Die darin angesprochenen Themen könnten wohl von niemandem anderen kompetenter, überzeugender und interessensunabhängiger vermittelt werden. Das wollte ich Ihnen einmal zurufen.

 Josef Wasensteiner Lenggries

Jetzt wär mir beim Lesen der geschätzten Samstagskolumne doch fast mein Brot, aufgestrichen mit der Butter aus unserer heimischen Molkerei aus der Hand gefallen! Da ich von Natur aus das Brot und den bayerischen Butter genauso hoch schätze wie die geistige Nahrung, hat mich Ihre Meinung zur Landwirtschaft geradezu aufgefordert, Ihnen zu schreiben. Als engagierter Produktionslandwirt und bewahrender Bauer möchte ich Ihnen gerne mitteilen, wie ich es sehe. Grundsätzlich: Die besagte Landwirtschaft bewegt sich innerhalb eines hoch komplexen Systems. Die Parolen, die in Ihrer Sichtweise aufgeführt sind, sind zu einfach gestrickt. Hier nur ein Beispiel: Alle gentechnisch veränderten Pflanzen und Tiere sind patentiert! Auch diejenigen, die in einer genetischen Zuchtmethode wie CRISPR/Cas geschaffenen. Alle patentierten Zuchtmethoden sind ein geschlossenes System zwischen Wissenschaft und Industrie bei dem keine Weiterzüchtung durch kleine Saatgutzüchter, geschweige den Bauern möglich ist. Eine unternehmerisch orientierte Landwirtschaft wird hier noch mehr in die Abhängigkeit der Agrarindustrie überlassen. Ich unterstelle der Industrie ja keine bösen Absichten, aber es ist halt schon ein gravierender Unterschied, ob ein familiengeführter Betrieb sein Land und seinen Betrieb so bewirtschaftet, dass die nachfolgenden Generationen auch noch was davon hat oder ob bei Konzernen die Dividende des Jahres im Vordergrund steht. Hier wirkt eine Eigendynamik die uns doch nicht fremd ist. Die Patentierung der Pflanze wird zum Geschäft an sich! Die Vielfalt bleibt auf der Strecke. Bis dato übernimmt keine Versicherung die Risiken und die Kosten werden bis zum Verbraucher durchgereicht. Für alle weiteren Punkte wie die Bodenfruchtbareit, Grund für die Resistenzbildung, ungleiche Forschungsgelderverteilung, Biodiversität, CO2 Bindung, etc. fehlt leider der Platz. Gerne möchte ich Sie aber einladen, sich bei uns Bauern auf unseren Höfen und Fluren ein eigenes Bild davon zu machen. Eine Planwirtschaft lehne auch ich strickt ab. Was wir brauchen ist ein „Fairbraucher mit Vernunft“ mit dem Mut zur goldenen Mitte. Viele Bauern und damit meine ich die, die noch da sind, arbeiten bereits mit den Grenzen des Wachstums. Ein Baum wächst ja bekanntlich auch nicht in den Himmel. Ich persönlich möchte auch morgen noch mit Freude in ein gentechnikfreies Butterbrot aus freiem Roggen beißen und nicht in patentiertes Gras. 

Georg Hahn Landwirt, Großhartpenning

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