Sich wehren gegen höhere Spritpreise

Im Herbst 2011 haben sich Pferdefreunde in ganz Deutschland, egal ob Hobby oder Beruf, erfolgreich gegen die explodierenden Heu- und Einstreupreise zur Wehr gesetzt.

Die Preise haben sich auf hohem Stand eingependelt, aber die befürchtete Katastrophe konnte weitgehend abgewendet werden, weil einmal alle an einem Strick zogen. Der öffentliche Dienst hat einen Tarifabschluss in längst überfälliger Höhe durchgesetzt, weil tausende Menschen ein Ziel verfolgten. Wir müssen lernen, dass Demokratie nicht bedeutet, maulend alles hinzunehmen und hohe Spritpreise zu schlucken. Doch, auch der Einzelne kann was dagegen machen, wenn sich viele Einzelne zusammentun. Wir können den Ölmultis die Preise nicht vorschreiben, aber wir können die Steuerlast auf den Sprit verringern. Über 80 Cent auf den Liter Benzin sind einfach zu viel. Weg mit der Ökosteuer, das wär das Einfachste. Österreich hat sie auch nicht und existiert immer noch. Überall werden Rekordzahlen an unerwarteten Steuereinnahmen proklamiert, bloß wir Steuerzahler werden weiter abgezockt. Berlin sucht bereits emsig nach neuen Möglichkeiten, noch mehr Steuern rauszupressen, um das Griechenland-Abenteuer zu finanzieren. In einer Demokratie müssen wir uns das nicht mehr gefallen lassen. Wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft kann jeder gegen den hohen Spritpreis demonstrieren, ohne gegen geltende Gesetze zu verstoßen: Wir haben schon mal angefangen, bevor der Preis auf zwei Euro pro Liter steigt. Nur Mut, lasst euch was einfallen!

Christine Reisinger Nandlstadt

Kartellamt kritisiert Preis-Anpassungen – diese Kritik ist leider völlig wirkungslos, da sich die fünf deutschen Mineralölkonzerne aufeinander verlassen können, die Preise bei jeder Erhöhung anzugleichen. Aber die Verbraucher können sich wehren: In meinem Bekanntenkreis haben wir uns abgesprochen, ganz konsequent die beiden Konzerne Aral und Shell zu boykottieren, die meist die Preiserhöhungen anführen. Wir tanken nur bei den freien Tankstellen, auch wenn dies geringfügig weiter ist. Die Einsparung liegt bei zwei bis zehn Cent pro Liter. Noch wichtiger ist aber die Stärkung der Tankstellen mit niedrigeren Preisen. Aber solange die Mehrheit der sogenannten mündigen Verbraucher ihr Verhalten nicht ändert, werden die Ölkonzerne ihre Abzocke nicht ändern. Dieter Haberl Eching

„Kartellamt kritisiert Preis-Anpassungen“; Wirtschaft 2. April, Alexander Weber: „Ein Bock als Gärtner“; Kommentar 31. März/1. April

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