Baukosten im Bistum Limburg

Warum kann ein Bischof so dumm sein?

 Er müsste in ein Kloster gehen, nur mit einer Kutte und ohne Gold und Silber und Prunk und arbeiten Tag und Nacht und Buße leisten.

Theo Wigl Neufahrn /Freising

Es ist erstaunlich, wie groß die Aufregung – vor allem durch die Medien forciert – über die Fehlkalkulation dieses Bauvorhabens in Limburg ist. Wer regt sich eigentlich groß auf über die Fehlplanungen zum Beispiel betreffend Deutsches Theater München, die Philharmonie in Hamburg, die zukünftige Planung für das Schloss in Berlin, die Kosten für die vorhersehbar erfolglose Olympiabewerbung München. Die Kirche scheint in diesen Jahren als beliebtes Angriffsobjekt zu dienen.

Maria-Luise Steiner-Muschiol Ex-Katholikin, seit vielen Jahren aus Überzeugung ausgetreten, München

Hatte man es nicht schon immer irgendwie geahnt? Die Kirche, besonders die katholische, ist anscheinend immer noch ein wenig im Mittelalter stehen geblieben. Da gibt es autonome Micro-Königreiche, in die niemand hineinreden darf. Da gibt es ungeahnte Schätze hinter dicken Steinmauern. Und da gibt es den Bischof Tebartz-van Elst, der in seinem Königreich das Motto: Teile mit deinem Nächsten, ganz besonders kreativ auslegte (alles mir, dem andern nix). O ja, aber natürlich waren jede Menge Aufsichtsgremien vorhanden. Das Problem dabei, die Leute sitzen so gerne in den gemütlichen Plausch- Runden, bei Kaffee, Kuchen und guter Bezahlung. Wer was Falsches sagt, der fliegt, wird das bequeme Leben verlieren. Zuckerbrot und Peitsche. Den Bischof Tebartz-van Elst hat es gefreut. Denn es wurde anscheinend alles fleißig abgenickt. Und nun? Nun weiß der Gute gar nicht, wie ihm geschieht, ist wohl gar selber Opfer, genau wie der Wulff damals. Solche Bischöfe brauchen wir nicht.

Klaus Birkl Weilheim

Es ist für mich sehr verwunderlich, wie hoch die Wellen in Bezug auf den Limburger Bischof schlagen, diese Geschehnisse möchte ich auf gar keinen Fall gutheißen, wer lügt und Geld anderer veruntreut, hat seinen Beruf oder seine Stellung verfehlt und muss bzw. sollte mit den Konsequenzen leben. Mir würde es jedoch mehr imponieren, wenn nach der jährlichen Herausgabe der schwarzen Liste durch den Bund der Steuerzahler die Resonanz ähnlich wäre, denn auch hier werden Gelder verbraten, die wir alle erst mühsam verdienen müssen. Vielleicht sollte man die Wissenschaft beauftragen, die Veränderung von Menschen, die an die Macht kommen, zu untersuchen. Diese verlieren allzu oft an Bodenhaftung und vergessen ihren Auftrag bzw. die, die ihnen zur Macht und Stellung verholfen haben bzw. die sie eigentlich vertreten und nicht treten sollten. Ich wünsche mir für Deutschland wieder deutsche Eichen, zu denen man aufschauen und denen man vertrauen kann. Barbara Huber Pliening Er wird von allen verurteilt, bevor das richtige Ergebnis der Überprüfung auf dem Tisch liegt, ob es tatsächlich zutrifft, dass er alleine Schuld trägt. Meine Meinung ist auch, dass man Geld sinnvoller einsetzen sollte!

Rita Straub Bernbeuern

Da kann man dem Leserbriefschreiber Gunar Ehrhardt nur zustimmen, dass ein Limburger zum Himmel stinkt. Und wir Gläubigen verstehen genauso die Welt nicht mehr wie der Kirchenfürst van Elst aus Limburg. Bei Kostensteigerung für seine Residenz von 31 Millionen Euro auf jetzt 40 Millionen Euro – und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Da könnte man doch ganz brüderlich auf Lampedusa helfen.

Klaus Schapperer Hartpenning

Eigentlich ist der Bischof von Limburg, trotz seiner, wenn einmal fertiggestellten schönen Residenz, ein armer „Teifi“ (Teufel). Denn er ist einer furchterregenden Meute, die sich meist auch noch Christen nennen, gnadenlos ausgeliefert, einer Meute von Meckerer, Verhinderer, Gegner von rein allem, Leute die nur zu oft von der Materie, von den richtigen Vorgängen einfach keine Ahnung haben. Diese Leute sind die heute meist 50-70 Jährigen. Gerade dieser Personenkreis hatte in der Regel selbst eine tolle Zeit, Gott seis’s gedankt, keinen Krieg, nur wirtschaftlicher Aufschwung, jedes Jahr eine Lohnerhöhung, 3 x in Urlaub, 2 Autos, ein Motorrad, eine einfach gute Zeit, trotzdem sehen sie nur das Negative, nur das „Schlechte“ und das dann nur bei anderen. Auffallend ist, dass dieser Personenkreis, wie sonst niemand in Europa, speziell auf die Kirche eindrischt. Wo bleibt da der echte Christ, warum wird einem Mann nicht verziehen, sollte er was nicht richtig gemacht haben, wo bleibt von diesen Scheinchristen die Barmherzigkeit, das Verständnis wenn jemand mal nicht so funktioniert, wie es sich diese Ketzer vorstellen? Neu ist mir, dass anscheinend nur noch Menschen voreilig abgeurteilt und verdammt werden, von Menschen, die sich auf ihre Fahnen geschrieben haben selbiges nicht zu tun. Mag ja sein das alles teurer ist, als ursprünglich geplant worden war, das hat aber viele Gründe. Allen die so unqualifiziert über diesen Bischof herfallen, sollten mal selbst in solch einer Situation gewesen sein. Der Weg eines öffentlichen Bauvorhabens ist ja der: Zuerst wird alles so preiswert wie möglich, und so gering wie möglich kalkuliert. Viele Details erscheinen in der Planungsphase schon gar nicht, nur die billigsten Materialien sollen angeboten werden, u.s.w. um eben den Preis des Bauvorhabens möglichst gering zu halten. Erst dann kommt es zu einer Genehmigung eines Bauvorhabens. Dann nach endloser Zeit, in der die Preise längst den kalkulierten Preisen davongelaufen sind, wird das Vorhaben genehmigt. Kaum hat man dann mit dem Bau begonnen, stellt man dann natürlich sofort fest dass dieses und jenes ja fehlt, dass dieses und jene Material so wie angeboten nicht verwendbar ist, aber unbedingt notwendig wäre. Der Nachbar lässt dann gleich noch seinen maroden Zaun reparieren, Fassaden werden in diesem Zusammenhang renoviert (D’ Kirch soll nur zahlen, die hams ja....) die Straße muss, da nur durch dieses Bauvorhaben ebenfalls beschädigt wurde, natürlich aufwendig erneuert werden, u.s.w., also, das kommt halt auch noch einiges dazu, die Preise galoppieren weiter davon. Wo waren die Gremien die so was überwachen und kontrollieren um dann wenigstens Alarm zu schlagen? Haben sich diese selbsternannten Richter (z.B. über diesen Bischof) schon mal Gedanken gemacht, wie viele hundert Handwerker, Architekten, Bauunternehmen, Installateure - um nur ein paar wenige zu nennen-, und deren Familien von diesem Bauvorhaben gut davon eine Zeitlang leben können? Sehen sie, wie gut es ist, wenn Geld in die Hand genommen wird und unter das Volk kommt, es kann davon gar nicht viel zu viel sein!

Jürgen Obermeier Oberau

„Flut von Kirchenaustritten im Bistum Limburg“; Politik 16. Oktober, Julius Müller-Meiningen: „,Ein Horror für die Kirche‘“; Politik 15. Oktober

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