Zum Bischof von Limburg

 Herr Bischof Tebartz-van Elst ist wohl von allen guten Geistern verlassen und sein Lebensstil weit entfernt von der Lehre Christi.

Sein Ohr war sicher noch nie zu nahe am Kirchenvolk. Auf solche Hirten und Oberhirten kann die Kirche gut verzichten. Der übliche Vergleich des Hirten einer Schafherde (Gläubige) hinkt gewaltig, keine Reise nach Rom, sondern eine Freikarte in die Wüste ohne Rückfahrschein sollten wir dem Herrn Bischof noch gönnen. Die Opferbereitschaft der Kirchenmitglieder und ihre Treue werden durch solche Vorkommnisse mit Füßen getreten. Vertrauen wir auf Papst Franziskus, er hat einiges zu richten.

Monika Mayr Gmund

Anfang September hatte der Vatikan den Kurienkardinal Lajolo nach Limburg gesandt. Ich frage mich, wer den Kardinal entsandt hat, der Papst, Bischof Müller, Bischof Meißner, der eigentlich für Limburg zuständig ist? Wem hat er in Rom und was hat er berichtet und welche Konsequenzen wurden gezogen? Ich nehme an, dass Kardinal Lajolo sich ein genaues Bild gemacht hat und dass Rom und inzwischen wohl auch der Papst, auch ohne den Besuch von Bischof Zollitsch ausreichend Bescheid weiß. Sollte auch in diesem Fall, wie so oft in der Kirche, die Zeit die Wunden heilen (seit Januar wohl kein „geeigneter“ Nachfolger für Christian Pfeiffer gefunden, welcher offenbar nicht das gewünschte Ergebnis in dem Missbrauchsskandal gebracht hat). Erster-Klasse-Flug. Peanuts. Die Begründung des Bischofs ist allerdings abenteuerlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deutsche Bischöfe, wenigstens nicht in der Zeit vor Papst Franziskus, in der Business-Class nach Rom geflogen sind.

Alfred Werth München

Der empörte Bürger ist doch gar nicht betroffen. Die Kirche besitzt massenweise Grundstücke. Ihr Geldsäckel wird durch die Kirchensteuer immer dicker, aber selbst zahlt die Kirche keine Steuern. Die Kirche zahlt an den Staat nur Verwaltungskosten, ob diese Kosten ausreichen? Wenn dann zum Beispiel 40 Millionen aus dem aufgefüllten Geldsäckel der Kirche in die Wirtschaft zurückfließen, hält man das für eine Unverschämtheit. Es sollten noch viel mehr Gelder der Kirche in die Wirtschaft fließen, aus denen der Staat an Steuergelder herankommt.

Alfred Schattmann München

Meine Frau und ich sind offenbar schwere Glaubensbrecher gegen eines der Gebote der Bibel, weil wir durch vormalige Scheidungen gegen das Gebot „Du sollst nicht Ehebrechen“ verstoßen haben. Nach kurzem Nachdenken frage ich mich, hat sich einer der oberen Gottesdiener, der seines Nächsten Hab und Gut begehrt, auch des Verstoßes gegen eines dieser Gebote schuldig gemacht? Gehören Bischof Tebartz-van Elst aus Limburg überhaupt die 31 Millionen Euro, weil er sie ohne anderweitige Hilfe aufgebracht hat? Wenn ja, auf welche Art hat er nur diese stattliche Summe zusammengehäuft? Etwa aus Zuschüssen von Stadt, Land, Bund oder Denkmalpflege, Spenden in von gottesfürchtigen Christen gefüllten Klingelbeuteln oder gar einer Zuwendung des sonst so sparsamen Vatikans? Sollte diese Utopie den Tatsachen entsprechen, gäbe es außer ein ungläubiges Kopfschütteln weiter keine Fragen, weil man auf diese mit Sicherheit nur unklar und unwahr klingende Antworten bekäme. Schließlich muss der Unwissende bzw. Gutgläubige sehr wohl einsehen, dass sich nicht nur ein einfacher Dorfpriester, sondern auch ein hochgestellter Bischof nach einer besinnlichen Nacht tagsüber weitgehend der Askese hingeben muss. Dies alles ist demütig hinzunehmen, obwohl trotzdem tagtäglich selbstverständlich kräftezehrende Verpflichtungen anfallen. All diese Aufgaben berechtigen natürlich dazu, dass jene Eminenz zum Feierabend in seinem bescheidenen 2,3-Millionen-Innenhof, oftmals bestimmt versunken im Gebet, lustwandeln darf. Übrigens, es dürfen keinesfalls Nachforschungen darüber angestellt werden, hinter welchem zusätzlichen Gemäuer, für das weitere 28,3 Millionen Euro investiert wurden, er sein bescheidenes Dasein fristet. Heiliger Vater Franziskus, bitte kommt trotz Eurer Aufrufe zur Barmherzigkeit und Bescheidenheit nicht in Versuchung, Euren Untertan aus Limburg zu suspendieren. Ihr würdet ihm mit dem vorzeitigen Ruhestand sein Dasein als Eremit in dem Lustschlösschen wegnehmen. Wer hoch auf den Baum klettert, fällt auch tief hinunter.

Peter Koll Weilheim

Was der Bischof von Limburg sich geleistet hatte, ist nicht richtig, aber er hat niemand umgebracht. So viel Aufmerksamkeit ist diese Sache nicht wert. Möglicherweise sind die Schreiber nicht einmal Katholiken. Warum schreibt man nicht über die Toten im Mittelmeer? Unsere Gesellschaft hat dafür keine Lösung. Es können nicht alle, die zu uns wollen, aufgenommen werden. Man lässt aber zu, dass hunderte, ja tausende umkommen.

Friedrich Gütlhuber Neubiberg

 

Julius Müller-Meiningen: „,Ein Horror für die Kirche‘“; Politik 15. Oktober „Limburger Bischofssitz“; Leserbriefe 14. Oktober

Auch interessant

Kommentare