So simpel wäre Gerechtigkeit im Gesundheitswesen

Sebastian Horsch und Basil Wegener: Ein Stück Bürgerversicherung; Politik 25. Januar

Lieber Herr Lauterbach, liebe SPD, liebe Krankenkassen, die Angleichung der Honorare zwischen gesetzlich Versicherten und Privatpatienten ist ein edles Ziel. Und es wäre so einfach: Bezahlt endlich wieder die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auf dem Stand von 1996, wie die Krankenkassen dies bis 1996 getan haben, und nicht nur einen Bruchteil davon. Würde man dann noch die Werte nach der Inflation bereinigt anpassen, so wäre man ziemlich nahe an den privatärztlichen Honoraren, die sich seit 22 Jahren nicht geändert haben. Dann bezahlt einfach noch alle Leistungen (und nicht nur die erste Behandlung im Quartal) und moderne Diagnostikmethoden und Therapien, wie sie überall im Ausland erstattet werden. Und bestraft nicht die Ärzte, wenn sie nicht ausschließlich Billigmedikamente verordnen oder zu viele Patienten im Quartal behandelt haben. So simpel wäre Gerechtigkeit im Gesundheitswesen herzustellen! 

Dr. med. Markus Müller Gauting

Natürlich sind Privatversicherte und Beamte weiterhin für das Zweiklassensystem – wer gibt schon gerne seine Pfründe auf? Aber im Hinblick auf die wachsende Armut in unserer Bevölkerung sollte man wirklich vernünftig sein und wenigstens im so wichtigen Gesundheitssystem eine Gleichheit herbeiführen und vor allen Dingen ein Zeichen dafür setzen, dass man es ernst meint, die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich langsam zu schließen. Wer kann denn in der heutigen Zeit noch für eine Zweiklassenkrankenversorgung sein? Der Großteil unserer Bevölkerung ist gesetzlich versichert und leidet darunter, dass wenn er die gleichen Leistungen haben möchte wie ein Privatversicherter, er erheblich aufzahlen muss. Eine bessere Krankenversorgung gibt es also nur für die Gutsituierten. Eigentlich sollte es für alle Parteien selbstverständlich sein, dass dieses System abgeschafft wird. Alle könnten bei diesem Thema punkten! 

Helmut Schäfer Kirchheim

Der Vorwurf der „Zweiklassenmedizin“ ist offensichtlich das einzige, immer wiederholte Argument von Herrn Lauterbach für die von der SPD beabsichtigte Bürgerversicherung. Einschließlich des Vorwurfs scheint mir alles Murks an dieser Idee. Den gegenwärtigen Zustand unseres Gesundheitssystems hat die SPD maßgeblich mit verursacht, die Bürgerversicherung löst keines der Probleme. Fakt ist, dass privat Versicherte mehr für die erhaltenen Leistungen zahlen. Fakt ist, dass jeder, der medizinische Hilfe benötigt, diese auch bekommt. Fakt ist vermutlich auch, dass es den von der SPD beklagten Zustand nicht gäbe, wenn medizinische Leistungen von allen sachgerecht bezahlt würden. Die tatsächlichen Probleme im Gesundheitssystem haben ihre strukturelle Ursache meist auf der Ausgabenseite, die Bürgerversicherung dürfte daran so gut wie nichts ändern. Vermutlich dient aber das Schlagwort Bürgerversicherung zur Camouflage der eigentlichen Absicht, der sozialistischen Zwangsbewirtschaftung des Gesundheitssektors. 

Peter Schröder Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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