Leserbrief

Weder exzessiv noch obszön

Christian Deutschländer: Obszöne Summen; Kommentar 9. August

Sind 155 Millionen Euro für Berater wirklich viel? 2019 wird für IT-Leistungen von namhaften Unternehmensberatern ein Tagessatz von circa 1700 Euro im Durchschnitt (ohne Spesen) verlangt. Bezogen auf die genannte Summe von 155 Millionen Euro bedeutet das einen Einsatz von circa 900 Mannjahren. Dieser Wert ist nicht zuviel, wenn man sich den Nachholbedarf an Investitionen in der Bundeswehr für die IT – Nachrüstung bei Führungssystemen der Teilstreitkräfte, Cyber-Abwehr und - Kriegführung bis hin zur Logistik ansieht. Private Unternehmen, zum Beispiel Banken und Sparkassen, geben für IT-Beratungsleistungen ähnlich viel Geld aus. Der Aufwand des Bundesverteidigungsministeriums ist also weder exzessiv, obszön noch skandalös. Außerdem sollte man wissen: 900 Mannjahre im Haushaltsjahr 2019 für die Realisierung von IT-Leistungen können kaum aus den 20 000 Mitarbeitern in den Ministerien – gezählt von den Pförtnern bis zu den Staatssekretären und Ministern – realisiert werden. IT-Expertise ist dort in der erforderlichen Menge nicht vorhanden! Es stellt sich für den Leser die Frage, ob die linken und grünen Parlamentarier die Haushaltspläne richtig gelesen haben. Jedenfalls ist das, was die Linken und Grünen im deutschen Bundestag hier vorbringen, populistisches Geschwätz.

Reinfried Brunsch

Freising

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