Maroder Zustand der Bundeswehr

Christian Deutschländer: Dramatische Lücken; Kommentar,Bartels’ bitterste Bilanz; Politik 21. Februar

Fast, aber nur fast, könnte man froh sein, dass die überforderte Bundeswehr sich in einem relativ desolaten Zustand befindet. Die Gefahr, dass deutsche, schlecht ausgerüstete Soldaten gemäß Nato-Doktrin als Speerspitze einer zu bildenden, mobilen Einsatzgruppe gegen einen ominösen Angreifer aus dem Osten, Europa verteidigen sollen, ist ironischerweise dadurch einigermaßen gebannt. Die kalten Krieger und Politiker sollen ihre strategischen Spielchen im Sandkasten ausprobieren, denn die Gefahr eines dritten Weltkrieges, so die Erkenntnis aus der diesjährigen Sicherheitskonferenz München, steht als Damoklesschwert im Raume. Die deutsche Verteidigungsministerin ist gefordert, denn mehr Verantwortung zu übernehmen, heißt nicht, überall mitmischen zu wollen.

 Jürgen Engelhardt Stephanskirchen

So, nun ist es amtlich, dass bei der Bundeswehr so gut wie nichts schwimmt, fährt oder fliegt. Wieder ein Staatsversagen. Wo versacken die vielen investierten Milliarden jedes Jahr? Ein Staat oder ein Staatenbündnis (Europa) die nicht richtig verteidigungsfähig sind werden über kurz oder lang untergehen oder zumindest erpressbar werden. Das zeigt die Geschichte (oder übertragen ein Blick ins Tierreich). Das liegt aber nicht in unserem Interesse. Bündnisse wie die Nato sind in einer Zeit von Egomanen wie Trump, Putin oder Erdogan zunehmend unsicher. Es bleibt also hauptsächlich die eigene Stärke und mit der ist es nicht weit her. Von der Leyen und Merkel schwuren, Schaden von Deutschland abzuwenden. Merkel konnte jedoch nicht einmal die Grenze gegen unkontrollierte Zuwanderung schützen. Ungeeignete Strukturen der Bundeswehr sind endlich zu verändern und unfähige Politiker zeitnah zu entfernen, spätestens bei den nächsten Wahlen. 

Dr. Günter Urban Wilzhofen

Laut Pressemeldungen sind einige Politiker gerade dabei, Frau von der Leyen offenbar als nächste Nato-Generalsekretärin wegzuloben. Denn neben ihren angeblich hervorragenden Ruf, soll sie außer strategischen Gespür, auch sehr ‚große Sachkenntnis besitzen. Ein Schelm, der hier laut lacht! Da stellt sich für mich glatt die Frage, bin ich eigentlich im falschen Film oder von welcher Ministerin ist hier die Rede? Die es in den Jahren ihrer Amtszeit konsequent geschafft hat, unsere Bundeswehr zum größten (und teuersten) Schrottplatz Europas verkommen zu lassen. Denn parallel dazu höre ich heute auf sämtlichen Nachrichtenkanälen, dass einsatzfähige Kampf-Panzer (Leo,) sowie Schützenpanzer unbrauchbar und nur mit wenigen Ausnahmen, einsatzfähig sind, dass Flieger und Hubschrauber mangels Wartung nicht fliegen können, dass U-Boote aus den gleichen Gründen nicht tauchen dürfen, dass die Soldaten über fehlende Ausrüstung (Schutzwesten, Zelte) jammern und dass eine Vielzahl der Gewehre seit Jahren nicht optimal schießen. So viel zu den auffälligsten Eigenschaften der Frau von der Leyen, die angeblich sind: strategisches Gespür und große Sachkenntnis. Insbesondere nach dem gestrigen, desaströsen Bericht des Wehrbeauftragten fragt sich jetzt doch unweigerlich jeder, was hat diese jämmerliche Polit-Selbstdarstellerin eigentlich mit unserem guten Geld gemacht, das wir ihr jahrelang für unsere Bundeswehr vor die Füße geworfen haben? 

Reinfried Beer Berg

Was ist nur aus unserer Bundeswehr geworden? Die Mängel sind nur nicht erschreckend, sondern unverantwortlich. Die zuständige Ministerin sollte unverzüglich ihren Hut nehmen und zurücktreten. Ich war auch als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr (obwohl dagegen, wollte aber nicht verweigern). Nach der Grundausbildung habe ich mich sofort zu den Sanitätern gemeldet, obwohl damals die Einstellung war, nur die Luschen kommen zu den Sanis. Ich habe aber was fürs Leben gelernt. Sicher waren da auch Mängel im Führungsbereich aber mit der Einführung Berufssoldaten kam der Bruch. Zuwenig Personal und Einsparungen waren die Folgen. Besonders aber die immer neuesten Entwicklungen der Waffen im eigenen Land führte zu massiven Geldausgaben. Die Industrie ließ sich jede Forderung nach Neuerungen fürstlich bezahlen (weil konkurrenzlos). Die neuesten Entwicklungen wurden aber nur teilweise der Bundeswehr zur Verfügung gestellt. Früher wurden die älteren Waffen ausgemustert und verkauft und die Bundeswehr bekam die neuesten Entwicklungen, der Leopard wurde ein Exportschlager, die Gewinne aus der Entwicklung bekam aber nicht die Bundeswehr, obwohl die Entwicklungskosten der Staat bezahlt hat, sondern die Wirtschaft. Ich habe den Eindruck, das Gute wird verkauft und den Ramsch behält unsere Berufsarmee. Es kann doch nicht sein, dass Ersatzteile fehlen, aber die Waffen im Ausland funktionieren (siehe Leopard in Syrien). Obwohl eine Verpflichtung der Nato besteht, die Waffen nicht für Angriffskriege im Ausland einzusetzen, wird nichts dagegen unternommen. Im Gegenteil, die Panzer sollen mit einem Minenschutz ausgerüstet werden. Frage: Sind unser Panzer schon damit ausgerüstet? Jedenfalls ist es beruhigend, dass unsere Waffen nicht kriegstauglich sind, jedoch dafür die Bundeswehr Kindergärten voll im Plus sind. Danke, Frau Ministern! 

Manfred Schön Hattenhofen

Bei dem wiederholten Gejammere um die Bundeswehr werden in der Regel nur die Symptome eines zunehmend kranken Systems genannt, das sich wie unser krankgewordenes Gesundheitssystem auch nicht allein mit mehr Material und Personal zufriedenstellend sanieren lässt. Offensichtlich wird auch der Sinn einer waffenstrozender Verteidigung in der Nato nicht mehr verstanden, die uns trotz Jährlicher Geamtausgaben von rund 900 Milliarden auch nicht sicherer gemacht hat. Auch wir sollten uns fragen warum die etablierten Parteien relativ lautlos lange nach dem Mauerfall gleich 180 Eurofighter für fast 20 Milliarden in Auftrag gegeben haben? Wenn ein Teil von dem noch nicht ausgeliefert oder nicht hinreichend einsatzbereit ist, liegt es wohl nicht an einem angeblichen Kaputtsparen bei der Verteidigung. So manches längst notwendiges Bahnprojekt wäre finanziert, wenn man bedenkt, dass ein Eurofighter dem Steuerzahler ohne Folgekosten rund 100 Millionen Euro kostet. Wer kann schon vernünftig erklären, warum wir lange nach Mauerfall dazu noch 400 schwere Leopardpanzer brauchen? Außerdem wurden 72 riesige Militärtransporter für etwa 8 Milliarden Euro bestellt, die die lang bewährten Transallmaschinen ablösen sollen. Wollen wir wirklich nach zwei verlustreichen und schrecklichem Weltkriegen wieder mit an vorderster Front in der Welt stehen? Irak wie Afghanistan sind mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Waffeneinsätzen keine Probleme löst, ja sie meistens noch verstärkt. Die von Amerika ausgelösten Kriege haben viele Tausende zu Unrecht getötet und vielfach Hass in der islamischen Bevölkerung gegenüber dem christlich ausschauenden Westen gefördert. Auch so sind Vertreibungen und terroristische Aktionen zu erklären. Es wäre höchste Zeit, dass man statt Milliarden in den Rüstungshaushalt auch endlich mehr zivile Friedensdienste fördert und junge Leute nicht schon einseitig in Schulen und Karrierecenter bei der Bundeswehr für fragwürdige Militärdienste ködert. Ärgerlich, wenn die militärfreundliche Frau von der Leyen in besonderer Weise ihren Mann stellen will und weiterhin auf altes Steinzeitdenken setzt. Gewalt erzeugt Gegengewalt und „wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen“, so heißt es beim Initiator der christlichen Religionen. Auch für die Kirchen und C Parteien scheint dieser Friedensaktivist nur noch als Aushängeschild zu gelten, den man zur Weihnachtszeit für die Feiertage hochleben und dann im Alltag gerne in himmlischer Ruh schlafen lässt. 

Simon Kirschner Bad Endorf

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