Politische Verantwortung

Alexander Weber: Führungsversagen; Kommentar, Von der Leyen bemängelt „falschen Korpsgeist“; Politik 2. Mai

Ich bin kein Fan oder Verehrer unser Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, aber sie ist eine gute Verteidigungsministerin, insbesondere wenn ich mir die vielen Fehlbesetzungen der Herren Verteidigungsminister vor Augen führe. Sie hat angepackt. Ich denke hier an das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in einer Armee, sie hat im Rüstungsbereich Ruhe geschaffen, sie hat ein hervorragendes Weißbuch zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium auf den Weg gebracht, sie hat die sicherheitspolitische Verantwortung Deutschlands klar definiert und vieles mehr. Wenn sie nun aber, aufgeschreckt durch den mutmaßlichen rechtsextremen Offizier Franco A, das Haltungsproblem und eine offensichtliche Führungsschwäche auf verschiedenen Führungsebenen der Bundeswehr kritisiert, so muss sie sich schon fragen lassen wo da ihre Verantwortung ins Spiel kommt. Natürlich trägt sie in erster Linie die politische Verantwortung für die Bundeswehr, aber für den angeblich falschen Korpsgeist in der Truppe kann sie nicht nur die militärischen Vorgesetzten verantwortlich machen. Da trägt sie schon eine Mitschuld, insbesondere wenn sie die Missstände erkennt, diesen aber nicht entgegenwirkt. Sie hat als Oberbefehlshaberin im Frieden genügend Möglichkeiten dafür. Herrn Weber, dem Wehrbeauftragten und dem Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes kann ich da nur Recht geben. Die Verantwortung auf Untergebene abzuwälzen und dies mit Fundamentalkritik auf die eigene Truppe das ist ein schlechter Stil, auch wenn sie den Mut hat, dies offen anzusprechen. 

Klaus Tappe Mittenwald

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