Führungsproblem an der Spitze

Bundeswehr-Affäre: Krisentreffen; Titelseite 5. Mai, Besuch im Bunker; Politik 4. Mai

Zum Abschluss ihres Besuchs bei der Truppe in Illkirch sagte die Verteidigungsministerin von der Leyen: „Die Wehrmacht ist in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr, einzige Ausnahme sind einige herausragende Einzeltaten im Widerstand. Aber sonst hat die Wehrmacht nichts mit der Bundeswehr gemein.“ Selbstverständlich gehört unser Respekt den Männern und Frauen des Widerstands. Aber unsere Verteidigungsministerin übersieht dabei aber, dass es die Offiziere und Unteroffiziere der früheren Wehrmacht waren, die ab 1956 die Bundeswehr aufgebaut haben. Darunter sind bedeutende Persönlichkeiten, wie zum Beispiel die Generäle Adolf Heusinger, erster Generalinspekteur der BW, Johannes Steinhoff, Inspekteur der Luftwaffe, danach Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, Ulrich de Maizière, der Vater des „Staatsbürgers in Uniform“, Günther Rall, Inspekteur der Luftwaffe. Diese untadeligen Offiziere können durchaus als Vorbilder der Bundeswehr angesehen werden. Als ich 1958 als Soldat auf Zeit in die Bundeswehr eintrat, waren fast alles Ausbilder ehemalige Soldaten der Wehrmacht, ohne dass wir dadurch mit dem Gedankengut des Nationalsozialismus infiziert worden wären. Vielleicht trifft ein Verteidigungsminister, der selbst auch schon Soldat war, besser den Ton in der Truppe. 

Roland Tanner Oberammergau 

Da stellt sich eine Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor die Presse, um ihre eigene Haut zu retten, und unterstellt der Bundeswehr, dass sie wohl ein Führungsproblem habe. Unsere Soldaten sind derzeit in 15 Staaten auf der ganzen Welt im Einsatz, auch um unsere freiheitliche Grundordnung zu schützen. Als Dank dafür werden sie von ihrer eigenen Chefin angegriffen, dass da wohl eine Führungsschwäche vorliege. Das erzählen sie mal einem Soldaten, der jeden Tag im Auslandseinsatz sein Leben verlieren kann! Also, ich schäme mich nicht für so eine Aussage. Was machen unsere Generale? Anscheinend kuschen sie vor dieser Frau, was ja für mich ein Lückenbekenntnis ist, weil so schweigend steht man nicht hinter seinen Soldaten. Und noch was über Führungsschwäche, liebe Frau von der Leyen, ein Merksatz, der sich immer wieder bewahrheitet: Ein Fisch fängt immer am Kopf zu stinken an. 

Kurt Göldner München

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