Leserbriefe

Weitere Leserbriefe zur Corona-Krise

Christian Deutschländer: Dieser Flickenteppich rettet Leben; Kommentar,Coronavirus ist das Thema; Leserforum 23. März

Vielen herzlichen Dank für diesen treffend geschriebenen Kommentar. Sie haben es vollkommen richtig formuliert: „Bei einer exponentiell > wachsenden Infektion, ist jeder Tag entscheidend.“ Diese vollkommen > evidente Tatsache haben einige der Verantwortlichen, aber auch Journalisten und viele Menschen im Lande, noch nicht ausreichend verstanden. Auf Youtube gibt es ein sehr leicht verständliches Lehrvideo von Prof. Weitz über das Thema „Exponentielles Wachstum in Zeiten von Corona“, das sollte man den Zauderern in NRW und Rheinland-Pfalz empfehlen. Auch die explosionsartig verbreitete Verwendung der Metapher Flickenteppich ist Unsinn, das schreiben und begründen Sie völlig richtig.

Die derzeitigen Maßnahmen sind zugegeben einschneidend, die tatsächliche Sachlage lässt jedoch keine andere Wahl.

Peter Schröder

Siegertsbrunn

Besondere Ereignisse benötigen auch ganz besondere Entscheidungen. Was bin ich froh, dass ich in Bayern wohne, das einen äußerst kompetenten und entschlussfreudigen Ministerpräsidenten Söder und Mitarbeiter hat (ich bin kein CSU-Wähler, sondern stehe der SPD nahe). Wenn man das Kompetenzgerangel der Bundesländer anschaut kommt ein das kalte Grausen. Hier sieht man, das der Föderalismus eigentlich an seine Grenzen stößt und in einer derartigen Krisensituation nichts zu suchen hat.Wie soll eine Einigkeit in Europa funktionieren, wenn es im eigenen Land (Bundesländer und Bund) nicht funktioniert da einigen Landesfürsten scheinbar Kompetenz und Macht wichtiger zu sein scheint als vernünftige Entscheidungen in einer nie da geweseneen Krisensituation seit dem 2. Weltkrieg zu treffen. Reagiert man erst dann, wenn wir die hohe Anzahl an Todesfällen wie in Italien oder Spanien erreicht hat? Hier und jetzt benötigt das schöne Deutschalnd dringend einen entscheidungsfreudigen Kapitän, der in Verbindung mit kompetenten Beratern die notwendigen Entscheidungen trifft. Aber als ehemaliger Stadtrat einer Kleinstadt und real denkender Mensch/Politiker wird dies wohl ein Traum bleiben.

Da sieht man Deutschland-, Europa- und weltweit in der Politik, das der Egoismus und Ichbezogenheit der Politiker so stark ausgeprägt ist, das es zu keinen vernünftigen und notwendigen Entscheidungen kommt. Siehe das jahrzehntelange Palaver um den Klimawandel (mit Reisen von tausenden Personen zu den Konferenzen rund um den Globus) und welche Entscheidungen wurden getroffen, die notwendig sind. Keine. Man wartet scheinbar auch hier ab, bis es 5 nach 12 ist.

Aber scheinbar wissen viele Politiker nicht (teils auch in Deutschland), welche Verantwortung sie mit der Übernahme eines Amtes übernommen haben. Führung sieht anders aus.

Hamsterkäufe: Bei einem kleinen Teil der Bevölkerung scheint der Verstand völlig auszusetzen um raffgierig und egoistisch Hamsterkäufe zu tätigen, als ob in Deutschland der Versorgungsnotstand ausbrechen würde. Aber man muss sich auch nicht wundern, da der Egoismus und Ich-Ich-Ich von einem Teil der sogenannten politischen Elite vorgelebt wird.

Peter Hofmann

Saulgrub

Laschet zeigt eigentlich, dass er nicht der richtige Kanzlerkandidat ist. Söder hat völlig richtig gehandelt, er ist dem bayerischen Volk verpflichtet und nicht den anderen Ministerpräsidenten und nicht der Kanzlerin. Ein Trauerspiel in Zeiten dieser großen Krise, wenn ein Ministerpräsident sich für eine richtige Entscheidung rechtfertigen muss.

Jutta Schweickert

Germering

Markus Söder hat rasch, entschlossen und entsprechend seinem Eid auf die bayerische Verfassung richtig gehandelt. Ein weiteres Zuwarten wäre fahrlässig gewesen. Dass es keine schnellen deutschlandweit einheitlichen Handlungsleitlinien gegeben hat, liegt auch an Akteuren wie den unsäglichen politischen Wackeldackeln an der SPD-Spitze. Helmut Schmidt hätte diese beiden Witzfiguren in einer ähnlichen Situation aus seinem Dienstzimmer geblasen. In Bayern haben alle im Landtag vertretenen Parteien, auch die Bayern-SPD, dem schnellen Handeln von Ministerpräsident Markus Söder zugestimmt. Gerade in Krisenzeiten wie diesen zeigt sich, wer kompetent, konsequent im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger zu handeln in der Lage ist..

Christoph Hütt

Unterhaching

Wir wissen, dass die Corona-Pandemie erst dann endet, wenn es einen Impfstoff oder ein Medikament zur Verbesserung der Heilung gibt und diese zur Anwendung gekommen sind. Es wird nicht mehr in diesem Jahr sein. Die Pandemie kann auch dann enden, wenn sich 60-70 % der Menschen infiziert haben und viele gestorben sind. In der Zwischenzeit helfen nur Abstandshaltung und Hygiene. Je nach Infektionszahlen können einzelne Beschränkungen, z. B. Schulschließungen, aufgehoben oder auch wieder abgeordnet werden. Da Deutschland gut gewirtschaftet hat (schwarze Null, unter 60 % Staatsschulden bezogen auf das BIP) wird Deutschland die wirtschaftlichen Auswirkungen verkraften. Die Integration der insolventen DDR hat den westlichen Bundesländern 1000 Mrd Euro netto gekostet. Deutschland hat selbst die katastrophalen Auswirkungen des 2. Weltkriegs in nicht zu langer Zeit geschafft, auch wenn es über viele Jahre eine Lastenausgleichsabgabe gab. Möglicherweise wird der Solidaritätsbeitrag unter einem anderen Namen fortgeführt. Eine mehrjährige Weltwirtschaftskrise erscheint jedoch nicht unwahrscheinlich, da die globale Verschuldung der Staaten, Unternehmen und Privathaushalte schon vor der Pandemie hoch war und die Welt durch die Pandemie ärmer wird. Es fehlt dann die Kaufkraft. Die Welt hat bisher jedoch alle Krisen überstanden, sie wird auch diese überstehen.

Dieter LEWIG

Holzkirchen

Wir in Bayern sind stolz auf unseren Ministerpräsidenten Markus Söder, dass er die wichtige Entscheidung der Ausgangsbegrenzung getroffen hat. Nur so lt. allen Virologen kann man das Schlimmste eindämmen. Das Ganze verdanken wir doch nur einigen verantwortungslosen jungen Leuten, die sich nicht an die vorangegangenen Auflagen gehalten haben. Wie hirnlos muss man sein in so einer schwierigen Lage in der wir uns gerade befinden Partys zu veranstalten. Dass hier dann drastisch durchgegriffen werden musste, hat hier Markus Söder schneller begriffen wie der Rest unserer Regierung. Klar wäre es besser gewesen, wenn sich alle Bundesländer zeitgleich zu dieser Maßnahme geeinigt hätten. Nun aber wird er von Laschet angegriffen voreilig gehandelt zu haben. Ja gehts noch!! Mann hat scheinbar immer noch nicht begriffen, dass die Bayern nicht nur reden sondern auch schneller handeln. Das haben wir auch in der Flüchtlingspolitik schon bewiesen. Danke Herr Söder, weiter so!

Monika Kotter

Hohenlinden

Ich bin sehr zuversichtlich, dass man aus den Folgen der Corona-Krise gestärkt hervorgehen kann und das sage ich mit Überzeugung obwohl wir am Samstag einen engen Freund durch den Virus verloren haben. Ich bin sicher, dass wir viele verantwortungsbewusste Bürger haben, die auf regionale, ökologische, saisonale Produkte umstellen werden. Der Begriff „Made in Germany“ wird eine Wiedergeburt erleben. Die Handelsketten sollten auch einmal darüber nachdenken, dass der ruinöse Raubbau unserer Ressourcen auf Dauer niemanden hilft, sondern das Gegenteil bewirkt. Nur das Seltene ist wertvoll. Es muss nicht in jedem Supermarkt 20 Sorten auf Gewinnmaximierung gezüchtetes Schweinefleisch geben. Es muss in Bayern auch kein Rind aus Texas oder Japan geben, es muss auch nicht das ganze Jahre Erdbeeren aus aller Welt geben oder Physalis aus Kolumbien.

Die Politik ist sicher gut beraten, Abhängigkeiten von China oder Indien kritisch auf den Prüfstand zu stellen, und stattdessen Investitionen in bayerische bzw. deutsche Produkte und deren Ideengeber steckt. Ich bin sicher, dass unser Ministerpräsident hier bereits an die Zukunft Bayerns denkt, denn wo Bayern ist, ist ganz oben. In diesem Sinn bleiben Sie gesund und nützen wir doch alle die jetzige Zeit zum Nachdenken mit bayerischen Grüßen!

Stephan Nesner

Gilching

Ausgangssperre, Ausgangsbeschränkung, Kontaktsperre – nun gibt es also das von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder abge- stimmte Gesetz der Kontaktsperre. Alle Beteiligten beeilen sich, zu betonen, dass die Einschränkung der sozialen Kontakte im öffentlichen Raum notwendig ist, um im Bestreben, die Ausbreitung des Corona Virus so flach wie nur möglich zu halten, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert wird. Verhältnisse wie sie in Italien, Spanien, Frankreich jetzt eingetreten sind, müssen mit aller Konsequenz vermieden werden. Das einzige Mittel, das man zur Stunde steuernd einsetzen kann, ist die direkte Nähe zwischen Menschen außerhalb der häuslichen Gemeinschaft so weit wie nur möglich zu kappen. Das sagen alle, die in Verantwortung stehen. Dieses Ziel wird aber mit der Kontaktsperre nicht im gleichen Maße erreicht, wie es die Ausgangseinschränkung im Saarland und in Bayern anstreben. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass sich bei dem Modell „Kontaktsperre“ 2 fremde Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen, um gemeinsam, ohne Einhaltung des Mindestabstands von zwei Metern, zum Beispiel einer Freizeitgestaltung nachzugehen. Szenario: Millionenfach möglich! In einer 5-köpfigen Familie – Eltern, 3 Kinder – treffen sich 2 Kinder getrennt mit jeweils einem Freund zu Freizeitaktivitäten. Jeweils zwei Personen halten den Abstand 2 m nicht ein. Die Eltern genießen den Park mit dem 3. Kind. Sie halten den geforderten Abstand zu anderen ein. Man kann sich gut vorstellen, dass man solche Kontakte mehrfach am Tage genießen kann. Denn man hat sicherlich mehr als nur einen Freund, Freundin oder Bekannten. Bei diesen Kontakten ist die Gefahr, sich zu infizieren groß. Anschließend geht man wieder zurück in die häusliche Gemeinschaft und trägt den Virus in die Familie. Und morgen gibt es eine Wiederholung. Usw… Die Regeln der Kontaktsperre erreichen damit nicht das, was der Name verspricht. Für zu kurze Schritte im Kampf gegen die Pandemie haben wir aber keine Zeit mehr, wollen wir den kleinen Vorsprung gegenüber Italien, Frankreich und Spanien nicht verspielen.

Karl Hönig

Herrsching

Leserbrief zum Thema Corona-Virus aufgrund der exponentiell steigenden Zahl an Infizierten zählt jeder Tag, ja jede Stunde, um mit (fast) allen Mitteln den nunmehr dramatischen Anstieg an Corona-Kranken deutlich abzubremsen, bevor wir möglicherweise in wenigen Wochen in Deutschland mehr als 500.000 Infizierte mit Tausenden von Toten haben. Ich danke unserem Ministerpräsidenten für sein entschlossenes Handeln!

Dr.-Ing. Volker Koschay

FDP-Mitglied, Weilheim

Bei allem Verständnis für die nun beschlossenen Restriktionen bleiben doch einige Fragen. Die Appelle an die Menschen in der Bundesrepublik, sich bei sozialen Kontakten zurückzuhalten und bei Verstößen Strafen anzudrohen, hören sich martialisch an. Der Innenminister des Freistaates Bayern, profiliert sich aber seit Jahren gern in der Pose des Bewahrers der angeblichen „Liberitas Bavariae“. Wer soll dann den Polizisten vor Ort noch ernst nehmen, der sagt: Jetzt ist Schluss mit lustig, das nächste Mal wird es teuer“ ! Für diese „Scherzbolde“ gibt es nur eine ehrliche Ansage: „Geldbuße“ und zwar sofort in Bar oder über die so beliebten Apps! Interessant ist darüber hinaus, woher der Freistaat auf einmal die Beamten für Kontrollen hernimmt, die früher anscheinend für die Präsenz auf den Straßen nicht zur Verfügung standen! War dies Personal bisher dem Schutz der nun ausfallenden Spiele von Bayern München bzw. der Wagnerfestspiele in Bayreuth - für die Veranstalter selbstverständlich kostenfrei - vorgehalten worden?

Rolf Krüger

Murnau

Es ist nicht zu fassen, dass in dieser Krise von wahrlich historischem Ausmaß noch Zeit bleibt für unionsinternen Streit und sich unser Ministerpräsident Markus Söder für seine richtigen und schnellen Maßnahmen zum Eindämmen der Pandemie auch noch rechtfertigen muss! Ich bin froh in Bayern zu leben und einen Ministerpräsidenten zu haben, dem das Wohl unseres Landes wichtiger ist als die eigene Karriere.

Christine Gruber

Haar

Klar, die gesundheitlichen Gefahren sind groß. Jeder von uns kann jederzeit angesteckt werden. Jeder von uns kann andere anstecken. Die meisten von uns haben Eltern, die wir durch unser Verhalten beschützen und unterstützen können. Aber vielleicht bietet diese Zeit auch die Möglichkeit, einmal über den eigenen Lebensstil nachzudenken. Vielleicht ist jetzt die Zeit, einmal die Ruhe zu genießen, weil wir uns nicht dem täglichen Stress außerhalb der Arbeit aussetzen und einfach mal in Ruhe zu Hause bleiben. Vielleicht haben wir einfach mal die Zeit und Muse, darüber nachzudenken, ob wir materiellen Dingen in unserem Leben zu breiten Raum eingeräumt haben und andere Dinge vernachlässigt. Vielleicht reicht einfach mal eine einfache Brotzeit am Waldrand mit Tee oder Kaffee aus der Thermoskanne oder mitgebrachtem Kaltgetränk aus der Flasche. Vielleicht ist es einfach mal schön, alleine oder zu zweit in die Natur rauszugehen und gemeinsam die Stille zu genießen. Oder sich einfach mal zu Hause den Themen zu widmen und die Dinge zu erledigen, die man schon lange vor sich her schiebt. Oder vielleicht schätzen wir heimische Lebensmittel jetzt mehr als vorher. Oder muss immer alles gleich und sofort sein. Oder muss ich jeden Ort der Welt, von dem ich glaube, dass er schön sein könnte, gesehen haben oder ist es zu Hause auch mal schön. Vielleicht ist jetzt einfach auch mal Zeit, Solidarität und Freundschaft wieder in ein neues Licht zu rücken. Freuen wir uns einfach, nachdem die Krise überstanden ist uns fröhlich und gesund wieder zu sehen. Vielleicht bietet diese Krise jetzt die Chance, unser Konsumverhalten zu überdenken und Lebensfreude zu entwickeln, weil man herausfindet, was einem wirklich wichtig ist im Leben. Braucht man wirklich alles an materiellen Dingen, die man bisher oftmals gedankenlos gekauft hat, um es kurze Zeit danach einfach wegzuwerfen? Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Versuchen wir alles, das Beste aus dieser Zeit zu machen vielleicht holen uns viele neue Impulse oder stellen einfach fest, das Leben ist einfach schön, so wie es ist.

Jakob und Silvia Seemüller

Weichs

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