Leserbriefe

Umgang mit dem Coronavirus

Georg Anastasiadis:Warum wir Corona amEnde besiegen; Kommentar,„Sind auf das Schlimmste vorbereitet“; Im Blickpunkt, Weiteres zu Corona;Leserforum 11. März

Wia schaugts mit am neia Gelübde aus? Des mit da Pest hod ja aa was bracht, dann wird doch der Herrgott mit Corona aa fertig wern. Versprechen müssts in diesem Fall, Passionsspiele alle fünf Jahre aufzuführen. Des lasst si doch macha.

Lisa Jörger

Unterpfaffenhofen

Es ist eigenartig, dass wir uns nicht mehr per Handschlag begrüßen sollen, aber im Supermarkt jeder mit seinen Gichtknochen (Händen) in den Obst- und Gemüseregalen herumgrapschen kann, wie er will. Selbst wenn jemand, der draußen seinen Hund anleint (wie ich selbst schon beobachten konnte), noch die letzten Reste vom Strauchwerk aus dem Fell entfernt, weil er Gassi war. Da lob ich mir noch die gute alte Zeit, als wir noch eine Obst- und Gemüseverkäuferin hatten. Da wurden die Produkte nur von einer Person in die Hand genommen. Aber aus Kostengründen – billig, billig, billig – können wir uns diesen Luxus nicht mehr leisten, dafür aber auf diesem Wege die Verbreitung von Viren und Bakterien. Seit Jahrzehnten wünsche ich mir diese Zeit zurück. Es muss ja nicht eine einfache Verkaufskraft für Obst und Gemüse sein, es kann auch eine studierte Person aus dem Agrarwesen den Obst- und Gemüsestand übernehmen, dann könnte man gleich nachfragen, mit welchen Pestiziden die Ware behandelt wurde und von welchem Chemiekonzern sie stammen.

Jürgen Hübner

Isen

In Norditalien leben sehr viele Menschen aus China. Auch in Südtirol ist das so. Alleine in Bozen sind viele Geschäfte in ihrer Hand. Dass die Leute natürlich Kontakte in ihre alte Heimat haben, ist selbstverständlich.

Hans Triebel

Weyarn

Was ist mit der großen Anzahl von Lkws, die die Grenzen – zum Beispiel den Brenner – überqueren? Werden die Fahrer auch kontrolliert?

Helga Kronwinkler

Baldham

Den Leserbriefschreibern Freis und Böttcher möchte ich hier auf deren Forderung, dass die Spiele der 1. und 2. Liga als Konferenz. oder Einzelspiele für alle freigeschaltet werden, entgegen: mit welchem Recht? Es gibt für alle bisherigen Nicht-Sky- Kunden die Möglichkeit, nach wie vor die Spiele als Zusammenfassung in der Sportschau oder Tags darauf bei Sport 1 zu sehen. Hätten die beiden Herren Karten für eines der Geisterspiele und könnten so nicht am Liveerlebnis teilhaben, dann wäre es ein feiner Zug, wenn Sky den Kartenbesitzern hier temporär entgegenkommen würde. So hätten zum Beispiel die 80 000 Revierderbykartenbesitzer zumindest die Chance, das Spiel mit den Augen zu verfolgen. Aber alle anderen, womit nehmen die sich den Anspruch, das live zu sehen, wenn sie kein Sky-Abonnement haben? Für die Betroffenen habe ich vollstes Verständnis, aber das alle davon profitieren, sehe ich schon als dreiste Forderung.

Joachim Bambach

Dachau

Das Auswärtige Amt unter Minister Maas hat am 1. Februar 5,4 Tonnen Schutzkleidung, Mundschutz und Desinfektionsmittel an China geschenkt. Am 18. Februar 2020 nochmals 8,7 Tonnen. Nun haben unsere Ärzte und Krankenhäuser großen Bedarf. Ebenfalls ist der Iran von Herrn Maas auch damit beglückt worden. Was soll man dazu sagen?

Gudrun Lüttich

Wolfratshausen

Was Herr Gerald Mixa in seinem Leserbrief gestern schreibt, ist völlig korrekt. Auch die anstehende Wahl ist eine Großveranstaltung. Warum wird die nicht abgesagt? Warum werden die freiwilligen Helfer gefährdet, oder ist geplant, die danach sofort in Quarantäne zu stecken? Wir sind alle aufgefordert, verantwortlich zu agieren – genau das mache ich jetzt und gehe nicht zur Wahl. Die Politiker sollen mal lernen, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Wenn die Franzosen sich im BSL4 Labor in Wuhan finanziell beteiligt haben, dann müssen die Verantwortlichen darüber mehr wissen. Damit auch der Präsident Macron. Und seine Freundin, unsere Bundeskanzlerin dann nicht?

Harald Fesenbeckh

Höhenkirchen

In Verlautbarungen unseres Gesundheitsministers wird immer wieder der Eindruck erweckt, dass die Coronaepedemie mit einer Grippewelle vergleichbar sei und hauptsächlich Alte und Kranke sterben. Das ist eine unverantwortliche Verharmlosung des sich besonders schnell verbreitenden Virus. Wie die Infektionszahlen und die Todesfälle in China zeigen, sterben von 100 Infizierten 2 bis 3 Personen ( (auch jüngere Menschen), in Italien kommen momentan sogar 4 bis 5 Tote auf 100 Erkrankte. Bei der Grippe sind es nur 3 von 1000 Erkrankten und meist Alte und Schwache, die sterben. Die nun auch in Deutschland sehr schnell zunehmende Zahl Infizierter deutet darauf hin, dass sich das Virus schon erheblich verbreitet hat und eine weitere Ausbreitung und flächendeckende Ansteckung nur verhindert werden kann, wenn so drastische Maßnahmen wie die in Singapur, Japan, Südkorea oder in Italien ergriffen werden. Die Infektionszahlen sind diesen asiatischen Ländern schon zurückgegangen. Wir sind in Bayern nicht nur durch die räumliche Nähe zu Italien und durch viele berufliche und touristische Kontakte, sondern auch durch den Aufenthalt vieler Menschen während der Faschingsferien in Italien, besonders ansteckungsgefährdet. Dabei besteht für München und sein Umland aufgrund besonders dichter Besiedlung und den von sehr vielen Menschen genutzen öffentlichen Nahverkehrsmitteln, ein besonders hohes Infektionsrisiko. Es hat nichts mit Panik zu tun, wenn wir von den politisch Verantwortlichen fordern, nichts zu beschönigen, sondern jetzt endlich zu handeln: unter anderem, vorgezogene Schul-, Betriebs- und Semesterferien, alle Veranstaltungen zu untersagen, Entlastung der öffentlichen Verkehrsmittel oder völlige Einstellung des öffentlichen Verkehrs, bei Fieber und starken Erkältungssymptomen wird an der Wohnungstür oder im eigenen Auto durch das Autofenster getestet. Bei einer Coronainfektion wird man zu Hause isoliert, kommt auf eine Isolierstation oder wird bei schweren Krankheitsverläufen mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gefahren. Für Coronainfizierte zu Hause werden Mundschutz und Infektionsmittel ausgegeben. Die Regierung sorgt für mehr Schutzkleidung, Atemschutzmasken, Testmöglichkeiten und Isolierstationen.

Unsere staatlichen Institutionen müssen nun sehr schnell handeln und die entscheidenden Rahmenbedingungen schaffen, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet und die Infizierten und schwer Kranken nicht alleine gelassen werden.

Hannah Klaus

Wackersberg

Muss diese Panikmache, die durch das SARS-CoV-2-Virus entstanden ist, wirklich sein? Wenn Sie sich aktuelle Zahlen des Robert Koch Institutes anschauen, werden Sie feststellen, dass in dieser Grippesaison (Ende 2019, Anfang 2020) bis jetzt 2,6 Millionen Deutsche in medizinischer Behandlung waren, und 202 daran gestorben sind! Das Coronavirus hingegen ist bis jetzt bei ca. 1200 bestätigten Fällen (Stand 09.03.20) und 2 sind daran gestorben. Natürlich sind Infektionsrate und Sterblichkeitsrate bei Corona höher als bei Influenza aber wenn ich lese, dass die Toten 89 und 78 Jahre alt waren, und an einer Lungenentzündung bzw. einer Herzerkrankung gestorben sind, wären Sie das vermütlich auch ohne Corona. Es gibt jetzt also zwei Möglichkeiten, erstens den Stecker komplett ziehen und alle Bundesbürger daheim einzusperren um die Krankheit einzudämmen das wäre wirtschaftlich aber wohl kaum tragbar oder wir leben einfach alle normal weiter und werden wieder gesund wenn wir uns infiziert haben sollten.

Florian Jacobi

Garmisch-Partenkirchen

Wie so immer im Leben gibt es auch bei Corona zwei Seiten. Dass sich unsere Erde, die Natur und besonders die Tierwelt von uns Menschen endlich ein wenig erholen kann. Dass wir an unseren freien Tagen in unserem Land bleiben, regional einkaufen und auf unsere eigenen Produkte setzen und vertrauen. Dass sich die Meere von den Kreuzfahrtgiganten erholen können und die Luftverschmutzung durch weniger Flugreisen abnehmen wird. Dass der Mensch wieder mehr Bewusstsein, Respekt und Liebe entwickelt. Es ist kurz vor 12. Traurig dass wir erst durch ein Virus aufgerüttelt werden. Hoffentlich verstehen die Großen der Wirtschaft, dass es nicht nur ums Materielle geht.

Carola Knopf

Grünwald

Ich trage jetzt, wenn ich raus gehe weiße, dünne Gummihandschuhe, sog. Einmalhandschuhe. Finde ich noch besser als normale Handschuhe, die ich bisher getragen habe, weil ich mir mit den Gummihandschuhen nicht so unbewusst ins Gesicht fasse, wie man es wohl sehr oft unbewusst macht. Prof. Alexander Kekulé hat gestern auf diese unbewusste Verhaltensweise hingewiesen. Die Handschuhe muss man nicht nach einmaligem Tragen wegwerfen, sondern kann sie durch sehr heißes Wasser zuhause wieder desinfizieren, auch vom Coronavirus. Der positive Aspekt des Virus könnte sein, dass er eine Möglichkeit bietet, etwas mehr Achtsamkeit und Empathie, zumindest mit den älteren Familienmitgliedern zu üben.

Dagmar Schön

München

Der 12. Mann fällt aus. Dies sind beim Fußball die vielen begeisterten Fans und die Macht der Anfeuerung und Emotion. Wenn die Notwendigkeit besteht, es so anzuordnen, dann fehlt doch in Deutschland die Konsequenz, es einheitlich umzusetzen. Beispiel in Heimspielen hat der FCB nun Geisterspiele, beim Auswärtsspiel Union Berlin gegen den FCB dürfen Zuschauer rein. Versteht dies noch jemand? Es ist nicht auszuschließen, dass ein FCB-Fan nun nach Berlin mit Virus fährt und es weiter gibt. So etwas ist außerdem Wettbewerbsverzerrung, der FCB wird’s überstehen, andere auch? Wenn dann doch lieber alles Geisterspiele oder Saison vorzeitig beenden wie die Deutsche Eishockey Liga. Hut ab vor dieser weisen Entscheidung. Im Fußball gibt es nun vielleicht eine Meisterfeier ohne Publikum. Gruselig und unnötig hätte man jetzt konsequent gehandelt, denn Fußball ist auch nur eine Nebensache im Leben. Eine schöne zwar, aber Gesundheit geht vor.

Olaf Zander

Egenhofen

Mehr als die mögliche Erkrankung beunruhigen mich inzwischen die Maßnahmen, die zur Verhinderung bzw. Eindämmung der Virusinfektion unternommen werden. Vor drei Jahren hatten wir zwanzigtausend Tote durch den Grippevirus und auch in diesem Winter gab es mehr als hunderttausend Infektionen mit über zweihundert Toten. Und nicht eine Veranstaltung wurde deswegen abgesagt und keine Region zum Sperrgebiet erklärt. Und dann die Meldungen über Hamsterkäufe von Toilettenpapier. Wer so was im Keller hortet, der braucht es doch sowieso nicht, der scheißt sich doch vor Angst in die Hose. (Entschuldigen sie die deutliche Wortwahl.)

Helmut Lederer

Wolfratshausen

Der italienische Staat hat das gemacht, was in anderen europäischen Ländern, insbesondere in Deutschland, bis jetzt versäumt wurde. Offenbar hat der viel geschmähte italienische Staat die Pandemie in Italien besser im Griff als Deutschland. Dort gibt es offenbar Notfallpläne, die für ein solches Ereignis wie eine Pandemie vorhanden sind. Dabei darf nicht übersehen werden, dass Italien schon deshalb reife und ausgearbeitete Notfallpläne hat, denn Italien ist ein Erdbebenland und ein Land, das mit Vulkanausbrüchen vertraut ist. So besteht seit Jahrzehnten für einen etwaigen Ausbruch des Vesuvs ein Räumungsplan für die anliegenden Gebiete, insbesondere für die Großstadt Neapel. Diese Erfahrungen hat Deutschland nicht, denn mit solchen verheerenden Naturkatastrophen brauchen wir Gott sei Dank nicht rechnen. Aber was wir in Deutschland im Falle einer Pandemie tun müssen sind die entsprechenden politischen und verwaltungsmäßigen Reaktionen. Wir wurden vom Coronavirus überrascht und wussten nicht wie wir darauf zu reagieren haben. Für diesen Fall gibt es offenbar keine Pläne und auch keine Vorstellung. Krankheits- und Todesfälle werden offenbar unterdrückt, um eine sog. „Hysterie“ zu vermeiden. Dies ist falsch und verantwortungslos. Vielleicht wachen unsere Politiker, insbesondere Gesundheitspolitiker auf, um uns zu schützen.

Dr. Walter Riedle

Taufkirchen

Ich würde mir eine aussagekräftigere Information in Bezug auf Corona-Infektionen wünschen. Die beinahe stündliche Information, wie viele Infizierte es gibt, sagt nichts aus, sie schürt nur Hysterie und haltlose Spekulationen. Besser wären ergänzende Informationen: Wie viele der Infizierten haben schwere oder sehr schwere Krankheitsverläufe? Wie viele dieser Erkrankten gehören zu Risikogruppen? Wie ist die Altersverteilung in dieser Gruppe? Mit diesen Informationen kann ich mein eigenes Risiko zu erkranken besser einschätzen und auch Maßnahmen von staatlicher Seite würden den Menschen besser verständlich werden.

Patricia Ilg

Bad Heilbrunn

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