Leserbriefe

Stimmen zum Coronavirus

Georg Anastasiadis:Es ist Zeit, alle Register zu ziehen!; Kommentar, Realismus statt Massenhysterie; Leserforum 9. März

Es schon seltsam, welche unsinnigen Entscheidungen bei der Verbreitung von Corona getroffen werden. Merkur - am Montag 09.03. Die Veranstaltung am Nockerberg wird verschoben, gleichzeitig im Kulturteil ein Bericht über das Konzert von Anne-Sophie Mutter in der Philharmonie ausverkauft (Sitzplätze 2600), Olympiahalle Konzert Andrea Berg - über 3000 Besucher, täglich Aufführungen im Zirkuszelt -Cirque du Soleil - Sitzplätze 2600, Zirkus Krone Winterprogramm bis Ende März - auch über 2000 Sitzplätze. Darum sollten sich mal Herr Reiter und Herr Söder kümmern und nicht Schuldzuweisungen vor der Wahl austragen.

Heinz Fiederer

München

Das bayerische Kultusministerium hat angeordnet, dass im Gegensatz zu rückkehrenden Kindern und Schülern aus Corona-Risikogebieten die symptomfreien rückkehrenden bayerischen Lehrer ihrer Schulpflicht nachzukommen haben. Dies entbehrt jeglicher Logik und Konsequenz im Kampf gegen diese Infektionskrankheit.

Dr. Maximilian Busch

Dießen

Ich bin kein Virologe. Ich bin Mitarbeiter in einer der größten zentral Sterilisation in Europa. Das ist der Bereich, in dem alle Medizin Produkte dekontaminiert, aufbereitet und sterilisiert werden, die im Klinik Alltag im Umlauf sind. Von Stationen, Ambulanzen und OP Hygiene ist in unserem Bereich das Maß aller Dinge. Sie empfehlen dem Alltagsvolk (was für eine Wortschöpfung) das tragen von Einmalhandschuhe anstatt die Hände zu waschen. Das ist aus 2 Gründen unsinnig. Einmalhandschuhe oder sterile Handschuhe werden nach dem tragen mit der Handschuh Außenseite über den Händen abgestreift, so wird verhindert, dass die kontaminierte (Verunreinigte) Seite offen im Müllbehälter lieg. Da man unter den Handschuhen schwitz, ist dies ein ideales Milieu der Bakterienvermehrung, es erfolgt anschließend eine Händedesinfektion mit entsprechendem Händedesinfektionsmittel. Im Alltag müsste man wie folgt vorgehen: Handschuhe mit der Außenseite abstreifen und weil nicht vorhanden, anschließend die Hände waschen. Wobei wir wieder am Anfang der Empfehlung mit mehrmaligen Händewaschen wären, wie von Virologen empfohlen.

Des Weiteren empfehle ich Ihnen einmal auf der Verpackung von Einmalhandschuhe zu lesen, wo denn diese produziert werden: Überwiegen in China, Südkorea, Taiwan usw.. Die kommen jedoch per Container Fracht, was zur Zeit etwas schwer ist. Nicht umsonst gibt es bereits Lieferengpässe . Wieso ?

Paul Schurr

München

Täglich dokumentiere ich die wachsende Zahl der Corona-Infizierten u.a. in Deutschland. Dabei zeigt sich zumindest bisher, dass sich die Anzahl in jeweils nur zwei Tagen verdoppelt, das heißt, sie steigt in 4 Tagen auf das 4-fache, in 6 Tagen auf das 8-fache, in 10 Tagen auf das 32-fache. Tatsächlich ist sie vom 27. Februar bis zum 8. März (in 10 Tagen) von 30 auf über 960 gestiegen. Würde das so weitergehen, wären es am 18. März schon über 30000 usw. Entscheidend für dieses exponentielle Wachstum ist die Durchschnittszahl, die ein Neuinfizierter ansteckt, bevor er in Quarantäne kommt. Erst, wenn diese Zahl bei 1 (oder weniger als 1) läge, käme die Epidemie zum Stillstand (oder würde abflauen). Dazu müssten unsere Landkreise, Bundesländer und der Bund aber sofort wesentlich rigorosere, eventuell auch unpopuläre, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen. Macht man so weiter wie bisher, könnte die Situation schon bald aus dem Ruder laufen.

Klaus-Peter Schultze

Nandlstadt

Schul- und Kindergartenkinder, die in den Faschingsferien in Südtirol waren, müssen nun zuhause bleiben. Doch was ist mit den vielen Lehrern, die in den Ferien ebenfalls privat Skifahren in Südtirol waren? Diese gehen weiterhin in die Schulen und haben dort klassenübergreifend sogar noch mit mehr Menschen Kontakt als ein Schüler es hat. Wo ist hier die Sinnhaftigkeit?

Stefan Hofmeir

München

Kann es sein, dass die weltweite Verbreitung des Coronavirus auf einen Unfall in einem biochemischen Waffenlabor in China zurückzuführen ist?

Hubert Theinl

München

Nun ist es wieder einmal so weit, dass ein Virus nicht nur die Menschen in gesund- heitlichen Schwierigkeiten bringt, sondern auch die weltweite Wirtschaft eben- falls mit großen Nöten zu kämpfen hat, geschweige der vielen Arbeitsplätze, die dadurch gefährdet bzw. ver- loren gehen und den Be- trieben einschl. der Arbeit- nehmer zum Teil schlaflose Nächte bereiten. Aber ist es nur der Corona- Virus, der an allem Schuld ist, oder werden diesem Scheusal vielleicht doch andere, vor allem wirt- schaftliche Probleme un- ter gejubelt. Es dürfte für viele Politiker und andere hochrangige Persönlichkeiten ein hervorragen- des Alibi sein, wenn man so manche Schuldzu- weisungen, die man mit verursacht hat, auf höhere Gewalt abzuschieben, über die man nicht zur Verantwortung herangezogen werden kann. Das ist nichts Neues, wenn man an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zurück denkt. In dieser Zeit u. auch noch viele Jahres später, hat man atomverseuchte Gebiete, die von anderen Verursachern heimgesucht wurden, einfach auf das atomare Unglück von Tschernobyl geschoben u. man konnte mit weißer Weste sein schlechtes Gewissen erleichtern.

Horst Rotter senior

Sulzemoos

Herr Anastasiadis hat - wie praktisch immer - Recht und bringt die Sache auf den Punkt. Gerade auch im Schulbereich. Das zeigt auch das Interview mit Frau Oßberger. Herr Piazolo betont, dass das Ministerium seinen Schulleitern immer zur Seite steht und sie sich an das Ministerium wenden können. Aha! Und! Dass er via Telefonkonferenz mit anderen Kultusministern gesprochen habe. Toll! Immerhin gesprochen, mit dem Kultusminister von Sachsen-Anhalt, wo es keinen einzigen Verdachtsfall gibt.

Es ist wie immer: Piazolo legt sich nicht fest: 1) Er hat bei „Fridays for Future“ nicht auf die allgemeine Schulpflicht hingewiesen, sondern die Entscheidung den Schulleitern überlassen.

2) Er hat gewissermaßen en passant für die Grund-und Förderschullehrer neue Regeln kommuniziert, die „wahrscheinlich“ kommen und die Betroffenen über ihr Limit hinausbringen, anstatt sich vor seine Lehrer, Schüler und Eltern zu stellen und zu sagen: mit mir nicht!

Und nun 3): Keine verordneten Schulschließungen wegen Corona! Wenigstens die Grundschulen und Kitas sollten geschlossen werden, da dort die Kinder die Gefahr intellektuell noch nicht begreifen und sich natürlich trotzdem gegenseitig ins Gesicht greifen, husten und - neuerdings auch sehr beliebt: spucken. Natürlich kann das ein Kultusminister nicht ohne Gesundheitsministerium - aber er kann ihm Beine machen. Und natürlich kann das leider für die betroffenen Eltern zu einer sehr schwierigen Betreuungssituation führen; aber deswegen die Ansteckungskette nicht zu unterbrechen, ist unverantwortlich. Da handeln unsere Nachbarländer, über die wir uns ja ordnungspolitisch gern ein bisschen lustig machen, sehr viel beherzter; und die sind generell viel weniger hysterisch als ihre deutschen Nachbarn. Wenn man in ein Handy dreimal die falsche PIN eingibt, dann stürzt es ab und ist nur über die PUK wieder zu reaktivieren. Wer ist die PUK im Kultusministerium?

Ursula Sabathil

Freie Wähler-Stadträtin

München

Bis vor Kurzem wollten Krankenkassen kleinere Krankenhäuser wegrationalisieren und schließen; Deutschland habe zu viele Krankenhausbetten. Vielleicht hilft die Corona-Virus-Pandemie mit, darüber neu zu denken, sind doch hier verfügbar funktionierende stationäre Einheiten vorhanden, dezentral und flächendeckend verteilt, mit kundigem Personal, Chefärzten/innen, Oberärzten/innen, Assistenzärzten/innen und Pflegepersonal (wenngleich zu wenig). Diese personelle und bauliche Ressource wäre im medizinischen Notfall, sofern er sich noch entwickeln sollte rasch einsetzbar und könnte zur Isolierung und Eindämmung der Pandemie helfen. Deutschland kann es sich nicht leisten, auf solche Krankenhäuser zu verzichten: Hier ist nicht Hightech gefragt, sondern Basismedizin mit entsprechender Hygiene. Auch der Hausarzt, der Hausbesuche macht, wird dann gefragt sein. Aber den hat man ja bereits kaputtgespart, das wollen die Jungen nicht mehr machen, verständlich bei der Vergütung hierfür.

Dr. med. Werner Schweizer

Vaterstetten

S-Bahn soll Waggons besser belüften. Allerorten werden große Anstrengungen unternommen, die Corona-Epidemie zu verlangsamen. Großveranstaltungen werden abgesagt. Abstand halten ist das Gebot der Stunde. Wie der Merkur berichtet hat, hält sich die S-Bahn München mit Vorbeugemaßnahmen aber sehr zurück. Türgriffe werden nicht desinfiziert. Fahrgäste mögen selbst sehen, dass sie gesund bleiben. Das kann’s ja wohl nicht sein. Tausende Fahrgäste sind gezwungen, mit der S-Bahn zur Arbeit zu fahren, und hocken dicht aufeinander in den geschlossenen Waggons. Das Ansteckungsrisiko ist sehr hoch. Daher bitte ich die S-Bahn München dringend, in dieser Situation die zentrale Türöffnung auch auf den Außenästen einzusetzen, um die Luft in den Waggons so gut es geht schneller auszutauschen.

Gregor Kleine

Wolfratshausen


Corona führt dazu, dass Italien ca. 16 Millionen Italiener unter Quarantäne stellt, ganze Städte werden gesperrt! Und in Deutschland? Hier werden zwar vereinzelt Kindergärten oder Schulen geschlossen, einzelne Veranstaltungen werden abgesagt, Firmen schicken ihre Mitarbeiter nach Hause - aber dann gibt es wieder das genaue Gegenteil davon...

Die Menschen fahren in überfüllten Straßen am Wochenende an den ebenfalls überfüllten Tegernsee, die Bundesliga lockt 70.000 in die Allianzarena und es finden in München mehrere Großdemonstrationen zum Beispiel „gegen Rechts“ statt usw.

Werden denn bei diesen Gelegenheiten keine Viren übertragen?

Schon sehr sonderbar, wie einige Menschen bestimmte Dinge völlig unterschiedlich interpretieren!

Entweder - das scheint ja die Erkenntnis der Ärzte zu sein - ist es erforderlich, Quarantänebereiche einzurichten, an die sich dann aber alle zu halten hätten - oder es ist ein völlig übertriebenes Thema, dann kann man ganz darauf verzichten!

Anton Langwieser

Warngau

Flüge werden gestrichen, Reisen reduziert, Produktionsketten eingestellt, die Börse reagiert sofort und viele Menschen begreifen: Der Klimawandel ist eine ernsthafte Gefahr, die wir als Menschheit so schnell wie möglich in den Griff bekommen müssen, um großes Leid auf der ganzen Welt zu vermeiden. Oops, ach so, nein, Entschuldigung. Es heißt anders: Der Coronavirus ist eine ernst zu nehmende Gefahr, die wir als Menschheit in den Griff bekommen müssen. Auch gut. Denn wenn wir nicht schaffen, die rasche Ausbreitung des Virus einzuschränken, dann könnten mehr Menschen daran sterben, als wenn wir dem Virus möglichst rasch und effektiv seine Ausbreitungswege abriegeln. Insofern macht es Sinn, Flüge zu streichen und Massenveranstaltungen zu meiden. Dennoch ist die Reaktion auf den Coronavirus erstaunlich in Relation zu anderen, größeren Gefahren, gegen die sehr viel weniger effektiv vorgegangen wird - darunter u. a. „ Luftverschmutzung: Jährlich ca 6 Millionen Tote weltweit, so eine Studie der MPG im Jahr 2015 „ Autounfälle: Mindestens 1 Million Tote pro Jahr weltweit, so eine Übersicht der WHO aus dem Jahr 2013 „ Klimawandel: Nach WHO-Schätzungen mindestens 250.000 Tote pro Jahr ab dem Jahr 2030 ; und diese Rate ist nur der Anfang einer globalen Katastrophe. Wenn wir Angst um unsere Gesundheit, ja unser Überleben haben, warum reagieren wir dann nicht entsprechend auf die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen? Flüge einstellen, Autofahren minimieren, Produktionsketten (zumindest von klimaschädlichen Dingen) einstellen ... Corona zeigt, dass Menschen durchaus fähig sind, sehr schnell auf eine Gefahr zu reagieren. Warum sind drastische Maßnahmen gegen den Coronavirus möglich, aber nicht gegen die weit größere Gefahr des Klimawandels? Hier greifen vor allem drei Faktoren: 1. Der Schuldfaktor. Ich bin nicht schuld am Coronavirus. Dadurch kann ich seine Existenz leichter akzeptieren und leichter gemeinsam mit anderen alles tun, damit die Ausbreitung minimiert wird. 2. Der Statusfaktor. Der Coronavirus stellt nicht meinen Lebensstandard in Frage. Daher richten sich Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auch nicht gegen meine Lebensweise und nicht gegen mein Grundverständnis von einem „guten Leben.“ Auch das macht es leichter, ihn zu akzeptieren. 3. Der Gefährdungsfaktor. Der Coronavirus stellt für mich persönlich eine unmittelbare potentielle Gefahr dar, v.a. wenn er in meinem Land, meiner Stadt oder gar meiner Nachbarschaft angekommen ist. Er ist konkret und vor Ort, während der Klimawandel weiterhin für viele als nicht real oder weit entfernt vom eigenen Leben empfunden wird. Die Frage ist daher: Wie können wir noch viel deutlicher kommunizieren, dass „ der Klimawandel ganz unmittelbar unser aller und auch mein eigenes Leben bedroht „ ein Festhalten an einem mir angenehmen Lebensstil bewirken wird, dass ich langfristig massiv Lebensqualität verlieren werde „ es nicht um die Frage von Schuld oder nicht Schuld geht, sondern darum, ob und wie eine lebenswerte Zukunft noch möglich sein wird - oder nicht. Dementsprechend müsste unsere Antwort auf den Klimawandel die derzeitigen Maßnahmen gegen den Coronavirus bei Weitem übertreffen. Doch davon sind wir weit entfernt. Schade eigentlich. Das Leben ist so schön, auch ohne Auto, ohne Luxus; einfach mit wunderschöner Natur und guten Freunden. Das gilt es zu erhalten.

Dr. Maiken Winter

Raisting

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