CSU: Führungsanspruch contra Partikularinteressen?

Christian Deutschländer: Maximale Ausschläge; Kommentar, Maximilian Heim und Til Huber: Operation Begeisterug; Politik 19. Mai

Sehr geehrte Herren Deutschländer, Huber und Heim, nehmen wir mal an, dass ich mit der Annahme richtig liege, dass Ihr Kommentar eigentlich dem Kern der Seehofer-Frage „Wieso beitreten?“ gilt. Der Aktionismus der (diesmal) drei Alten Herren Waigel, Huber, Glück ähnelt stark der Initiative aus 2009/2010, als Thomas Goppel meinte, einen AK Katholiken in der CSU gründen zu sollen. Dieser Gründung folgte kurz danach das Schisma gegenüber dem AK Christen in der CDU, der gleicher maßen ein Flop blieb. Im 44. Jahr meiner CSU-Mitgliedschaft wundert mich fast gar nichts mehr. Til Huber und Maximilian Heim haben aus dem Presseclub berichtet, wie die o.e. Alten Herren mit dieser Initiative z.G. von Merkel ein Aktionismus gemeint ist, die bayerischen Wähler zuallererst (!) bei der CSU zu halten und damit als Nebeneffekt jene Sympathisanten der Kanzlerin zu befriedigen, die derzeit das Nichtwahlrecht z.G. der CDU in Bayern vor Gericht bringen wollen. „Ein Schelm, der noch zu denken wagt“ - an diese Überschrift meines früheren Leserbriefs fühle ich mich heute erinnert! „Konkrete Maßnahmen“ haben die Alten Herren lt. MM-Bericht also gar nicht vor - was dann? Das von Ihnen betriebene Zahlenspiel mit den 80% ist möglicherweise ein Eingeständnis in abbrechende Umfragewerte aus dem Kreis der Stammwähler der CSU. Die Skepsis konservativer CSU-Mit-glieder ist nach meiner Beobachtung keineswegs „weitgehend verschwunden“, wie Seehofer anzunehmen vorgibt. Ob der Vorsitzende der CSU- Sympathisanten in der „Herzkammer der CDU“, Berlin, nicht zufällig ein Schwabe, die so angedeutete Tendenz auch bestätigen würde? Es werden wohl in den nächsten Monaten dicke Bretter gebohrt werden müssen - mit dem „Schalten von von ein, zwei Anzeigen“ dürfte es nicht getan sein, um Wahlbeteiligung und Stimmabgabe bei der BT-Wahl am 24.09. zu Gunsten einer echten Mitsprache aus Bayern beeinflussen zu können. Wie lautet die Definition von Notwendigkeit? - „Not schafft Wendigkeit“. Ob Waigel, Huber und Glück hierfür Garanten sind, wage ich zu bezweifeln. Als Feigling möchte ich deshalb allerdings nicht gelten, weil ich stets mit offenem Visier gekämpft habe. 

Willi Eisele Wolfratshausen

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