Dauerbeschallung mit Ohrstöpseln im Straßenverkehr verbieten?

Zu Verkehrsunfällen

Vor Kurzem stand ich an einer Bushaltestelle hinter dem Bus, aus dem gerade Schüler ausstiegen. Die Schüler müssen, nachdem der Bus weitergefahren ist, über eine Straße ohne Zebrastreifen gehen. Mir fiel ganz extrem auf, dass nahezu jeder der Jugendlichen in beiden Ohren weiße Ohrstöpsel hatte und sie sich eigentlich mit allem, was um sie herum passierte, überhaupt nicht auseinandersetzten. Ohne auch nur einen Gedanken zu verschwenden, rannten fast alle einfach ohne zu schauen auf die Straße. Auch der Versuch, mit einem kurzen „Hupen“ zumindest für einen Moment etwas Aufmerksamkeit zu erhalten, ging zu 100 Prozent schief. Ich möchte nicht auf die jungen Leute losgehen. Sie nutzen nur die technischen und gesetzlichen Möglichkeiten, die ihnen gegeben sind – und das soll auch so sein. Ob sie die Folgen allerdings überhaupt abschätzen können, kann ich nicht beurteilen (Spätfolgen durch Schwerhörigkeit oder eben Verwicklungen in Unfälle durch Unachtsamkeit u.s.w.). Nein, auch immer mehr erwachsene Menschen dröhnen sich mit beidseitiger Druckbeschallung aus dem Geschehen des täglichen Zusammenlebens. Egal ob Fußgänger, Jogger oder auch Radfahrer jeglichen Alters. Das sind doch auch Verkehrsteilnehmer wie jeder, der mit einem motorisierten Untersatz unterwegs ist. Die folgende Frage stelle ich allerdings in erster Linie an die Politik: Ist die Dauerbeschallung mit Ohrstöpseln etwa weniger gefährlich als das Handy am Ohr? Bei Letzterem bekommt man schon beim Radfahren einen Strafzettel, vom Autofahren ganz zu schweigen. Also, wenn nicht die jungen Menschen von heute die gehörlosen Mittvierziger mit einem grauen Ohrstöpsel von morgen sein sollen, wird es Zeit, sich solcher Angelegenheiten anzunehmen. Grüße an unsere Volksvertreter aller Couleur.
Martin Gschwendtner
München

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