Debatte um Christian Wulff

 Wer soll nun eigentlich zuerst zurücktreten?

Herr Wulff, der dem Volk weder personell, noch finanziell Schaden zugefügt hat? Oder diejenigen, die heute ihr Maul sperrangelweit aufreißen, selbst aber unsere Soldaten nach Afghanistan geschickt und damit schon jetzt mindestens 50 Tote auf dem Gewissen haben und damit auch das Volk um hunderte von Millionen Euro geschädigt haben?

Rudolf Manz Deisenhofen



Diese Showveranstaltung sollte verkrampft Normalität vorgaukeln. Wie sagte Frau Merkel so schön: „Wulff sei einem Wertesystem verhaftet, das Orientierung gibt.“ Wenn dieses Wertesystem, bestehend aus Vorteilsnahme, Sonderkonditionen und Halbwahrheiten für Deutschlands Zukunft stehen soll, wirkt das nur noch peinlich. Dann gute Nacht Deutschland.

Wolfgang Hofmann Penzberg

Vor knapp vier Wochen hat die Presse zur Jagd auf Bundespräsident Wulff geblasen. Nachdem trotz Einsatzes aller Mittel und massiver Unterstützung durch SPD und Grüne, der finale Schuss immer noch nicht gelungen ist, werden die Kommentare in den Zeitungen immer hektischer und verzweifelter. Gewohnt, den dummen Michel zu manipulieren, muss die Presse feststellen, der Michel macht nicht mehr mit. Ist bei Sarrazin und Guttenberg die Rechnung noch aufgegangen, sind nach vier Wochen immer noch 50 % der Bevölkerung für Wulff. Herr Wulff hat sich in seiner Amtszeit nichts zuschulden kommen lassen, War im Ausland sehr beliebt und zusammen mit seiner Frau ein äußerst repräsentatives Staatsoberhaupt, auf das wir alle stolz sein konnten. Wenn jemand sein Amt beschädigt hat, dann war es einzig allein die Presse. Sie hat alte Hüte aus längst vergangenen Zeiten aus einer verstaubten Kiste geholt, einzig allein um Herrn Wulff mit Unterstützung der SPD und den Grünen zu stürzen. Dabei geht es der SPD doch in Wirklichkeit nicht um Wulf, sondern um die Beschädigung und Ablösung der Regierung Merkel.

Herbert Zeit Böbing

Ich bin weder ein besonderer Freund noch ein Fan des Bundespräsidenten. Dieser Mann hat aber kein Verbrechen begangen; nur: Er hat grobe Fehler gemacht und – fast noch schlimmer – total ungeschickt agiert und reagiert. Einem erfahrenen Polit-Profi wie ihm hätte das nicht passieren dürfen. Aber nun wird von einer Phalanx von selbsternannten Moralaposteln, denen die Selbstgerechtigkeit und die Selbstzufriedenheit aus allen Poren quillt unentwegt und bei jeder Gelegenheit auf ihn eingeschlagen. Denen möchte ich zurufen: Es reicht! Ihr seid widerlich!

Ivo Kaiser Bad Tölz

Leider sind Wörter wie „Anstand“, „Sitte“, „Moral“ nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch bei vielen Politikern (Gott sei Dank nicht bei allen) bis hinauf zu unserem Bundespräsidenten der- maßen verpönt, dass es eigentlich schon pervers ist. Ich hätte für diesen Kredit von 500 000 Euro 1983 satte elf Prozent Zinsen an unsere ja so hilfsbedürftigen Banker zahlen müssen, das hätte für mich 4583 Euro Zinsen in einem Monat bedeutet. Zu der Äußerung von Herrn Wulff, dass der Islam ein Teil von Deutschland geworden ist (nur durch die unverantwortliche Politik ausschließlich von SPD und Grünen) fällt mir nur ein Zitat aus unserer abendländischen Kultur ein, dass da heißt: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, (und weiter von mir) alsdass der Islam ein Teil von Deutschland wird. Aber vielleicht bewirbt sich Herr Wulff mit seinem Kollegen von SPD und Grünen für den nächsten Posten als Präsident in der Türkei, und versucht dann dort das Christentum als einen Teil der Türkei zu verkaufen.

Bernhard Holfelner Langenbach

Christian Wulff hat längst den Respekt seitens der Bevölkerung verloren. Er möchte es nur nicht erkennen. Merkel möchte es auch nicht erkennen, aber das ist nichts Ungewöhnliches. Die Dame folgt eben nur ihrer eigenen selbstgestrickten „Logik“, die sonst keiner versteht. Wulff hat nicht wegen seiner Fehler alles Vertrauen der Bürger verloren. Fehler kann ein jeder machen, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, wie er damit umgeht. Salami-Taktik passt vielleicht zu einem Silvio B., aber nicht zu einem Bundespräsidenten. Und eine Manipulation der Presse geht schon gar nicht. Dabei ist es unerheblich, ob er einen Artikel verhindern oder dessen Erscheinen nur hinauszögern wollte. Beides ist Manipulation und dem Verhalten eines Bundespräsidenten unwürdig und unangemessen. Hätte Christian Wulff noch einen Funken Ehrgefühl, so würde er umgehend zurücktreten und auf alle künftigen Zuwendungen – insbesondere des lebenslangen Ehrensolds – freiwillig verzichten. Verhält er sich nun ehrenvoll oder bleibt er weiterhin stur und taub wie ein Panzer?

Sighart P. Seidel Steinhöring

Schön langsam geht mir das Haberfeldtreiben gegen unseren Bundespräsidenten auf den Geist. Was hat er schon Schlimmes getan? Hat es Auswirkungen auf den Steuerzahler? Nein. Hat er Steuer Gelder verschleudert? Nein. Hat er Deutschland im Ausland beschädigt? Nein. Bin froh, dass er nicht zurücktritt, wenn das auch manche so möchten und auch gleich Ersatz hätten. Gott verschone uns. Wulff bleibt und Punkt. Die sogenannten Gutmenschen von der Opposition tun sich nichts Gutes, wenn die Unionspolitiker einen nach dem anderen fertig machen wollen (denke da an KT Guttenberg). So bösartige Politiker würde ich im Leben nicht wählen, da hätte ich große Angst um unser schönes Deutschland. Der Spinger Verlag sollte sich auch zurückhalten, der ist auch nicht zimperlich in seiner Berichterstattung, darum lese ich ja auch keine Bild-Zeitung, sondern Merkur. Es ist wirklich schlimm, wie Herr Wulff in den Talkshows auseinander- genommen wird. Also, liebe Unionspolitiker, ich wünsche mir, dass Ihr unserem Bundespräsidenten den Rücken stärkt, und nicht so wie bei KT Guttenberg einige sich fremd geschämt haben. Er braucht jetzt Eure verdammte Loyalität, und zwar uneingeschränkt.

Elli Schreiner Sauerlach

Welchen Eindruck hat das Gespräch Deppendorf/Schausten mit dem Bundespräsidenten auf mich gemacht? Keinen guten. Wie ein Lehrmeister mit seinem Lehrling vor 60 Jahren geredet hat, so fragten die beiden. Im Tonfall respektlos. Das Ziel schien vorgegeben zu sein: fertig machen. Peinlich. Was er nun wirklich so Schlimmes gemacht hat, kam nicht deutlich heraus. War ja auch keine Gerichtsverhandlung, auch wenn es so schien. Zum Thema Wulff gibt es aber noch andere Stellen. Mehrfach zitiert: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es passt dem Sinn nach auch gut hierher. Damals bei denen, die vor Jesus standen mit der Sünderin, ist kein Stein geflogen. Warum wohl? Die wussten, dass sie alle Sünder waren und in der Gegenwart Jesu standen. Hätte einer einen Stein geworfen, wäre es zu einer Steinschlacht gekommen, weil jeder es verdient hatte. Heute werfen viele Steine auf den Bundespräsidenten, und wir bewerfen uns auch gegenseitig. Es ist eine einzige Steinschlacht. Manche Menschen machen es mit wutverzerrtem Gesicht, mit Zähnefletschen, manche kräftig, andere mild, elegant oder plump, raffiniert oder einfach. Wir machen es heute nur bequemer. Nicht mit Steinen, sondern mit Worten. Deshalb fällt es uns auch so leicht, es zu tun. Wir machen es versteckt mit dem Schleier der eigenen Sauberkeit.

Hans Machmor Puchheim

Christian Wulff wird von der Kanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel in die Arena geschickt, nicht ahnend, was ihn erwartet. Dort angekommen, fällt hinter ihm der Vorhang, es gibt kein Zurück mehr. Erst jetzt erkennt er sein Schicksal als Gladiator und sieht nun die kampferprobten Gegner auf sich zukommen. Wie einst der römische Imperator sitzt die Kanzlerin auf der Tribüne und verfolgt schweigend das Geschehen. Noch ist nicht klar, ob und wann sie den Daumen hebt oder senkt. Egal wie der Kampf ausgeht, sie hat wieder einmal einen Rivalen aus den eigenen Reihen entsorgt. Wulff ist alleingelassen, einem enormen psychischen Druck ausgesetzt und erleidet dabei eine physische Folter. Er kann einem leidtun. In die Enge getrieben, begeht er den unverzeihlichen Fehler, den Journalisten mit Drohungen zu begegnen. Alles andere, was man ihm vorhält, hat in der Volksmeinung wenig Gewicht, es gibt keine ehrenrührigen oder strafbaren Handlungen. Der Hauskredit und der Urlaub mit Freunden finden in der Öffentlichkeit wenig Resonanz. Der Vorwurf, nur scheibchenweise die Wahrheit zu sagen, trifft nicht zu. Tatsache ist vielmehr, dass man ihm nur scheibchenweise Fragen stellt. Wenn man ihm 10 Fragen stellt, kann er nicht 15 beantworten. Die Befrager haben stets mehr Fragen im Köcher, als sie ihm stellen. Am nächsten Tag liefern sie nach, mit dem Vorwurf verbunden, er habe nur die halbe Wahrheit gesagt, denn diese und jene Fragen seien noch offen. Er wird bei diesem Spiel immer der Unterlegene bleiben. Nun mag man darüber urteilen, wie man will, fest steht unwiderruflich, es gilt die Pressefreiheit und dies ohne Wenn und Aber. Würden wir davon abweichen, würden wir unsere Freiheit, den Rechtsstaat und die Demokratie opfern. Deshalb ist es besser, hie und da journalistische Spitzfindigkeiten und auch das gelegentliche über das Ziel Hinausschießen zu ertragen, als eine Einschränkung der Pressefreiheit in Kauf zu nehmen. Letztlich ist es gerade Aufgabe der Medien, mit Zweifeln behaftete Vorgänge und Sachverhalte vor den Augen der Öffentlichkeit anzusprechen und aufzuklären. Dass es dabei nicht immer besenrein zugeht, liegt in der Natur der Sache. In Zusammenhang mit der Causa Wulff muss auch gesagt werden, dass die an einen Bundespräsidenten gestellten hohen moralischen Ansprüche nicht überzogen werden sollten. Ich will als Bundespräsidenten keinen Heiligen haben, sondern einen normalen Menschen, mit dem ich mich als einfacher Bürger mit all meinen Fehlern und Schwächen noch identifizieren kann. Um diese Anforderung zu erfüllen, bedarf es allerdings einer Frau oder eines Mannes, die eine Lebensleistung vorweisen können. Es muss also jemand sein, der das normale Arbeitsleben hinter sich und beispielsweise mindestens das 65. Lebensjahr vollendet hat. Denkt man zusätzlich an die enormen Kosten eines ausscheidenden Bundespräsidenten bis zu seinem Lebensende, sollte er zum Zeitpunkt seines Abganges nach einer Amtsperiode wenigstens das 70. Lebensjahr erreicht haben. Mit 52 Jahren kann niemand die verlangte Lebensleistung erbringen, in diesem Alter kann das Amt nicht repräsentativ ausgeführt werden, es fehlt die notwendige Autorität. In diesem Punkt muss das Gesetz dringend geändert werden. Ich halte Herrn Wulff als Bundespräsidenten für ungeeignet, ob er nach dem gegenwärtigen Stand der Auseinandersetzung zurücktritt oder bleibt, ist alleine seine Entscheidung.

Hermann Auer Haag

Der Skandal um Christian Wulff ist ein wirklicher, aber nicht von seiner Person oder seinem Amt aus entstanden, sondern von den Medien freiweg nach Plan inszeniert. Man hat nach intensiver Suche ein Thema gefunden, das zum Skandalthema aufgezogen wurde, die sogenannte Kreditaffäre. Ein Bürger dieses Landes hat sich von einem anderen Bürger Geld geliehen zu Konditionen, die sich als wirtschaftlich absolut einwandfrei erwiesen haben, auch nach erfolgter gerichtlicher Überprüfung. Die Medien schreien, dass es ein Skandal sei, und das Volk schreit brav mit, ohne sich zu vergewissern, um was es wirklich geht. Es kann nach allem kein Geheimnis mehr sein, dass auf Herrn Wulff die gemachten Vorwürfe gar nicht zutreffen. Selbst dass er sich auf der Mailbox beschwert hat und erreichen wollte, dass verunglimpfende Veröffentlichungen von lügenhaft entstellten Sachverhalten nicht veröffentlicht werden sollten, sehe ich persönlich nicht als seinen Fehler an, schlimmstenfalls ungeschickt, aber nicht aus seinem Verschulden. Der Vorwurf, er wollte die Pressefreiheit verhindern, geht zu weit und ist wohl absichtlich aufgezogen worden. Die Medien vermitteln völlig falsche Interpretationen und rechnen mit der Unaufmerksamkeit der Bürger, was in unserer Spaßgesellschaft gut umzusetzen ist. Verbal wird als Drohung bezeichnet, was als Warnung verstanden werden müsste. Warum sollte er sich nicht gegen ungerechtfertigte Angriffe wehren dürfen? Es werden im Zusammenhang mit dem Skandal noch viele weitere Begriffsverfälschungen an den Mann gebracht. Die verächtlichen und entwürdigenden Unterstellungen auf seine Person und sein Amt sind nicht seine Fehler, sondern Bosheiten der Ankläger. Nicht er hat das Amtsansehen beschädigt, sondern die Medien mit ihren konstruierten Aktionen. Über den Zweck der Kampagne müsste auch Klarheit gefunden werden können, wenn man die Dinge ehrlich betrachtet. Die Verletzung der Grundrechte auf die Person des Bundespräsidenten, insbesondere Entwürdigung und Verleumdung, ist eklatant und schreit von Ungerechtigkeit. Ich schäme mich für eine solche verbreitete Öffentlichkeitsmeinung unseres Volkes, wonach die Verurteilung kein Ende nehmen möchte. Die Frevel werden auf diejenigen zurückfallen, die sie begangen haben, sie sollten besser umkehren und die Sache wiedergutmachen wollen. Aber Moral ist ja heute kein Thema mehr, so scheint es. Dafür wird umso mehr behauptet, man führe die Anklagen aus eigenen moralischen Erwägungen heraus. Ich möchte dringend empfehlen, aufmerksam zu sein und sich eine gewissenhafte Meinung selber zu erarbeiten, mit Wahrheitsliebe. Herrn Wulff möchte ich persönlich mein Mitgefühl zusprechen und versichern, dass ich seine anständige und wohlwollende Art in Wort und Auftreten schätze, auch wenn die Mehrheit der Menschen in diesem Land mir vielleicht nicht Recht geben wollen. Es ist niemandem zu wünschen, so schändlich behandelt zu werden, wie es hier geschieht. Ich wünsche mir in der Kraft des Gebetes eine gute Lösung. Übrigens, meine Meinung habe ich aus den allen allgemein zugänglichen Informationen und aufmerksamer Beobachtung gebildet, selber verarbeitet, nicht oberflächlich nur übernommen.

Peter Hammer Hausham

André Spangenberg: „Rückkehr zur Routine“; Politik 13. Januar

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