Falken gibt es auch in Deutschland

Mike Schier: „„Die gefährlichste Phase seit dem Kalten Krieg“, Interview mit Wolfgang Ischinger; Hintergrund 16./17. Januar

Herr Wolfgang Ischinger betreibt in dem Interview wieder geschminkte Meinungsmache für die Nato. Mit geschickter Wortwahl täuscht er den Leser und versucht ihn weiter auf der Kriegslinie zu halten. Herr Ischinger war als deutscher Botschafter in den Vereinigten Staaten von Amerika tätig, insofern kennt er die Politik der USA. Mir ist deshalb unverständlich weshalb er die Interessen der deutschen Bevölkerung nicht vertritt. Er ist Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz und sollte nach meinem Empfinden eine führende Funktion, für alle teilnehmenden Nationen haben. Doch seinen Antworten nach zu schließen vertritt er die Seite der Nato und den USA, oder verstehe ich da etwas nicht richtig? Wenn er die neue russische Sicherheitsstrategie anspricht, in der es heißen soll „Die Nato ist eine Bedrohung Russlands“ habe ich volles Verständnis für die russische Einstellung, wenn man die Einkreisung Russlands durch die Nato berücksichtigt. Dass Russland aber gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit der Nato sucht, ist aber anscheinend nicht im Interesse von Herrn Ischinger. Er wünscht sich ein Hü oder Hott, Putin soll sein Land wieder mehr dem Westen zuführen, sprich er soll Russlands Bodenschätze dem Westen zugänglich machen. Dass es immer wieder zu Beinahe-Konfrontationen mit russischen Militärmaschinen kommt, kann ich mir vorstellen, Russland ist ein souveränes Land und wird seine Grenzen verteidigen. Wer welche Grenze wann und wo überschreitet, kann ich nicht beurteilen und sind vermutlich taktische Spiele von beiden Seiten. Wie man durch Terroranschläge die Fesseln für den Bürger noch weiter vervollständigen kann, spricht Herr Ischinger ganz ungeniert aus, indem er meint, die Zusammenarbeit zwischen der NSA und dem BND war anscheinend doch nicht übertrieben und die Polizei bräuchte einen umfassenden Zugang zu den Telefondaten. Herr Ischinger, der ganze Geheimdienstapparat hat anscheinend bei 9/11 nichts genützt. Oder wie sehen Sie das. Dass Herr Ischinger die Kriegseinsätze der Nato/USA für richtig findet, ist bekannt und so will ich es nicht weiter kommentieren. Zur Präsidentenfrage der USA meint Herr Ischinger, der Nachfolger von Obama wird eine härtere Gangart gegen Russland fahren. Bravo, Herr Ischinger, da kann ich Ihnen nur zustimmen, besonders dann, sollte Hillary Clinton an die Macht kommen. Herr Ischinger, die Falken sind nicht nur im Pentagon, sondern auch in Deutschland.

Erich Wochnik München

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