Im Wahlkampfmodus

Martin Prem: Die Zeugnisverteilung; Kommentar, Was Autofahrer jetzt wissen sollten; Wirtschaft 4. August

Ich möchte mich ausdrücklich bei Herrn Prem für die fundierte, sachliche Berichterstattung von Fakten zum sogenannten Dieselskanda“ bedanken. Man muss jedoch den Eindruck gewinnen, dass sich für Fakten, außer ein paar Lesern des Münchner Merkur, niemand, insbesondere kein Politiker interessiert. Ich kann mir jedoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass den Beteiligten (Politikern und Autobauern) diese Tatsachen nicht ebenso bekannt sind. Aber die befinden sich wohl alle (zusammen) im fortgeschrittenen Wahlkampfmodus. In diesem Zustand ist das Hirn offensichtlich nur noch für Sprechblasen zuständig. Nur so ist z.B. die reflexartige Äußerung des Bayerischen Ministerpräsidenten zu verstehen, man müsse eine Besteuerung von Dieselfahrzeugen nach Schadstoffausstoß vornehmen. Dass dem schon lange so ist, hätte er in einem seiner Ministerien zumindest von einem der einen kennt, der den kennt, der das weiß, erfragen können. Dazu passt auch, dass von der Politik (zum Beispiel wieder vom Bayerischen Ministerpräsidenten) sofort wieder eine Art neuer staatlicher, also mit Steuergeldern finanzierter, Abwrackprämie für ältere Dieselautos ins Gespräch gebracht wird. Das findet Beifall: beim Publikum und bei den Autobauern. Damit wären die Kosten für ein Software-Update locker wieder eingefahren. Dann könnte auch die von einer „Umweltorganisation“ beklagte Zahl von einigen Tausend Dieseltoten merklich zurückgeschraubt werden. Gottseidank ist bereits der nächste lebensbedrohende Eierskandal eingetroffen, so dass sich ein neues Betätigungsfeld der Wahlkämpfer ergibt. 

Ulrich Menzel München

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